Probestunde Nr. 2 Aqua-Bouncing

Unsere Autorin Martina beim Aqua-Bouncing
Wasser wirkt auf den Körper wie ein Kompressionsstrumpf und ist damit eine der besten Waffen gegen Cellulite © Frank Krems

Von wegen Reha-Training und Oma-Gymnastik: Unsere Autorin Martina Steinbach hopste, strampelte und prustete beim Aqua-Bouncing knapp 2 Tafeln Schokolade weg – in gerade einmal 45 Minuten

Wie ein Angler stehe ich am Beckenrand der Hamburger Alsterschwimmhalle und beobachte, wie mein Köder langsam in die Tiefe von 1,30 Meter sinkt. Keine Sorge, es handelt sich natürlich nicht um einen Wurm, sondern um ein quadratisches, blau-gelbes Trampolin. Dennoch verspreche ich mir von diesem Tauchgang den großen Fang: maximalen Straffungseffekt bei minimalem Aufwand.

Sagte ich minimal? Nachdem ich rund 7 Minuten auf dem 1 × 1 Meter breiten Aqua-NoWa-Bouncer (so heißt mein chlor­resistenter Trainingspartner, der dank Saugnäpfen brav den Fels in der Brandung spielt) Aerobic-Choreografien nachahme, gleicht mein Gesicht den
roten PE-Schaumhandschuhen über meinen Fingern. Unter Aqua-Bouncing (bounce = englisch für "hüpfen") hatte ich mir
gemütliches Planschen vorgestellt. Aber doch nicht Powern fast bis zur Bewusst­losigkeit! Ein Blick über die Schulter verrät: Die Blutzirkulation der übrigen Teilnehmerinnen scheint ebenfalls ausschließlich in Richtung Kopf zu arbeiten. Das beruhigt. Aber wie überstehe ich nur die nächsten 38 Minuten? Die Sorge wird von einer gehörigen Portion Wasser weggespült. Besagte Menge schlucke ich, als ich versuche, in Rekordzeit vom 27 Zenti­meter hohen Trampolin auf den Boden und wieder zurück zu springen. Ohne Konzentration und Körperspannung – keine Chance! Dabei sieht die Übung bei Coach Polina und ihrer
an Land stehenden Trainingsplattform ganz einfach aus.

Unsere Autorin Martina beim Aqua-Bouncing
45 Minuten Aqua-Bouncing verbrennen – Achtung! – 1000 Kalorien © Frank Krems

"Wasser ist 800-mal dichter als Luft", erklärt mir Aqua-Bouncing-Erfinder Michael Bertram hinterher. "Darum muss im kühlen Nass bei jeder Bewegung mehr Widerstand überwunden werden als an Land – da bleibt kein Muskel untrainiert", so der Fitness-Coach. Aufgrund der hohen Dichte wiege ich auch nur ein Zehntel meines Körpergewichts – ideal für Menschen mit Gelenkbeschwerden oder Über­gewicht. Oder mit ganz anderen Problemen: Ursprünglich hatte Bertram ein Trampolin ins Wasser gestellt, um einem jungen Schlaganfallpatienten eine Freude zu machen. Das Experiment glückte, und seitdem regen unzählige Menschen im kühlen Nass schwingend ihre Endorphin-Produktion an. Stimmt, die Hälfte meiner verbrauchten Energie von sagenhaften 1000 Kalorien stammt bestimmt vom Lachen. Ebenfalls erheiternd ist, dass Wasser wie ein Kompressionsstrumpf wirkt. Was das für Cellulite bedeutet? Den Untergang!

Nach gefühlten 32 453 Scherensprüngen, Sidekicks, Frosch-Jumps, schwindelerregenden Pirouetten und anderen Gemeinheiten ist endlich Auslockern angesagt. Dabei hüpfen wir auf dem grobmaschigen Gittergewebe leicht auf und ab. Ein feiner Move für High-Heel-Fans! Denn die Fersen stehen so auch mal tiefer als die Zehen, was Muskeln plus Sehnen relaxt und kräftigt. Wer hätte gedacht, dass es so toll sein kann, wenn einem das Wasser bis zum Hals steht.

05.06.2013| Martina Steinbach © womenshealth.de
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