Tanz und Kampf: Rhythmus und Körperbeherrschung bei der Capoeira

Immer noch ein bisschen geheimnisvoll
Ganzkörperworkout oder purer Spaß: Jeder entscheidet bei der Capoeira selbst © Shutterstock

Capoeira war früher ein geheimes Selbstverteidigungsystem. Heute ist die Mischung aus Kampf und Tanz eine weltbekannte Kampfkunst, bei der es auch um Fitness und Spaß geht

Was ist Capoeira? Die afro-brasilianische Kampfsportart Capoeira wurde von afrikanischen Sklaven, die nach Brasilien gebracht wurden, praktiziert. Capoeira ist eine Mischung aus Tanz und Kampf, ein getarntes Selbstverteidigungs-Training gegen Sklaventreiber. Damals wurde Capoeira heimlich praktiziert. Aus diesem Grund existieren auch keine detaillierten Niederschriften, die die genauen Regeln des Kampfstils wiedergeben könnten. Trotzdem hat sich der simulierte Kampf inzwischen als eine der wichtigsten brasilianischen Nationalsportarten etabliert und ist auf der ganzen Welt bekannt.

Was macht man bei der Capoeira? Capoeira ist ein Kampftanz, der aus drei Elementen besteht. Zum einen aus dem Kampf selbst, welcher als Spiel bezeichnet wird, und zum anderen aus der Musik sowie der sogenannten Roda, dem Bereich, in dem das Spiel stattfindet. Das erfordert viel Akrobatik. Denn es gibt bei der Capoeira besonders viele Sprünge, Tritte und Schläge. Diese führen oft nur um Haaresbreite am anderen vorbei. "Übungen wie Saltos und Flickflacks werden allerdings erst nach ein bis zwei Jahren von den fortgeschrittenen Schülern praktiziert", erklärt Professor Soldado aus Hamburg, Leiter von Capoeira Aruanda in Deutschland. Bei einem Spiel befinden sich immer zwei Capoeiristas in der Roda. An deren Rand stehen Musiker und geben mithilfe traditioneller Rhythmen und Gesänge das Tempo des Kampftanzes vor.

Welche Voraussetzungen sollte man mitbringen? "Leider glauben viele, sie müssten erst ihre Fitness trainieren, um Capoeira zu lernen", so Soldado. Dabei können auch Anfängerinnen, die noch keinerlei Erfahrung im Kampfsport haben, ohne Probleme mitmachen. Capoeira ist umfassendes Fitnesstraining, spaßiger Zeitvertreib und Stressabbau zugleich.

Warum ist Capoeira gut für Frauen? Capoeira wird ausschließlich in gemischten Gruppen trainiert. Sie gewöhnen sich daher schnell daran, sich gegen augenscheinlich Stärkere zu behaupten. "Kraft und Macht spielen überhaupt gar keine Rolle. Entscheidender ist, dass Sie die einzelnen Techniken fehlerlos beherrscht", erklärt der Experte. Das Besondere: Sie trainieren nicht Kondition und Balance. Es wird gleichzeitig auch eine Art Lebensphilosophie vermittelt, die sich durch die große Bedeutung der Gemeinschaft auszeichnet. Capoeira erfordert ein hohes Maß an Konzentration. Davon profitieren Sie wiederum im Alltag.

Fazit: Die eleganten, fließenden Bewegungsabläufe sind sehr viel anstrengender als sie aussehen. Capoeira eignet sich sehr gut als intensives Workout. Und: Sie schulen nicht nur Ihr Körper-, sondern auch Ihr Rhythmusgefühl.

Die Vorteile auf einen Blick:

Kondition+++
Kraft++
Verletzungsrisiko+
Selbstverteidigung++
Koordination+++
Konzentration+++

Weitere Informationen über Capoeira Aruanda in Deutschland: aruanda.de

20.09.2013| Maren Hänssler, Denise Bobe, Tina Zimmermann © womenshealth.de
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