Haarausfall stoppen Das hilft gegen Haarausfall bei Frauen

Tipps gegen Haarausfall
Frauen, die plötzlich unter starkem Haarausfall leiden, sollten lieber gleich einen Hautarzt aufsuchen. Der kann anhand verschie­dener Testmethoden die Ursachen ermitteln © Dmitry A / Shutterstock.com

Beim Blick in die Bürste bekommen Sie Beklemmungen? Glücklicherweise hat die Forschung inzwischen neue Wirkstoffe gegen Haarausfall entdeckt. Ursachen, Symptome und was wirklich hilft ...

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W enn Ihnen beim Kämmen ein kalter Schauer über den Rücken läuft, weil erschreckend viele Haare in der Bürste hängen bleiben, sollten Sie nicht gleich auch noch die Nerven verlieren. Der Verlust von 100 Haaren pro Tag ist völlig normal und noch kein Symptom für Haarausfall, um den man sich sorgen sollte. Trotzdem fürchten vor allem Frauen Haarausfall. Schließlich steht schönes, volles Haar für Gesundheit und Attraktivität. Fakt ist: Haare wachsen nicht endlos; nach einer gewissen, genetisch festgelegten Zeit gehen sie automatisch verloren. Danach ruht sich die Haarwurzel kurz aus, bevor sie wieder ein neues Haar bildet.

Was sind die Ursachen von Haarausfall?

Von rund 100. 000 Haarwurzeln auf dem Kopf sind nur 80 Prozent gerade in einer Wachstumsphase, die restlichen 20 Prozent im Ruhe­stadium. Sinkt der Anteil aktiver Haare jedoch unter 80 Prozent, sprechen Dermatologen von vermehrtem oder krankhaftem Haarausfall. Dahinter kann vieles stecken: Mangelerschei­nungen, eine Schilddrüsenerkrankung oder ein Medikament, das gerade eingenommen wird. Und es kommt auch vor, dass Haare im Herbst oder Frühling saisonal bedingt ausfallen.

Warum haben Frauen nach den Wechseljahren vermehrt Haarausfall?

Unsere Hormone sind für zahlreiche Funktionen unseres Körpers verantwortlich – so auch für Haarwachstum und Haarausfall. Vor allem die verschiedenen Stadien wie Menstruationszyklus, Schwangerschaft oder aber die Wechseljahre, die Frauen durchlaufen, bringen den Hormonhaushalt immer wieder durcheinander und können tatsächlich zu hormonell bedingtem Haarausfall führen. Ein Beispiel: Das Hormon Östrogen regt in der Regel bei Frauen den Haarwuchs an. Verfügt sie über zu wenig Östrogen oder zu viele männliche Hormone, kann daraus Haarausfall resultieren.

Bevor Sie aber anfangen, an sich selbst herumzudoktern, sollten Sie wissen: In den meisten Fällen bringt das nichts. Gehen Sie daher lieber gleich zu einem Hautarzt. Er kann anhand verschie­dener Testmethoden eine genaue Diagnose stellen, Ihre Symptome einordnen, die Ursache für den Haarausfall herausfinden und Ihnen entsprechende Therapieansätze vorschlagen.

Wenn Frauen unter Haarausfall leiden
Von rund 100. 000 Haarwurzeln auf dem Kopf sind nur 80 Prozent gerade in einer Wachstumsphase © Dmitry A / Shutterstock.com

Wie lässt sich Haarausfall bei Frauen stoppen und wirkungsvoll bekämpfen?

Mit einer Blutuntersuchung kann der Hautarzt einen Mangel an Eisen, Zink, Selen oder Vitaminen feststellen, genauso wie Schilddrüsenerkrankungen oder Hormonschwankungen. Hier liegt häufig schon der Grund für den Haarausfall. "Die Haarwurzel ist eine hochenergetische Zelle, die pro Monat etwa einen Zentimeter Haar produziert", sagt die Hamburger Dermatologin Dr. Eva-Maria Meigel, die auch im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Präven­tion und Anti-Aging Medizin e. V. ist. Für das Wachstum Tausender Kopfhaare wird demzufolge sehr viel Energie benötigt. "Diese liefern Vitamine und Spurenelemente, die der Körper nicht selbst bilden kann. Zink und Vitamin B müssen über die Nahrung zugeführt werden."

Hat unserer Ernährung Auswirkungen auf Haarausfall?

Ungünstig also, wenn man gerade Diät hält, sich einseitig ernährt oder zu starken Blutungen neigt. "Frauen mit starken Mens­trua­tions­beschwer­den können durch einen Eisenmangel massiven Haarausfall bekommen", so Meigel. Die gute Nachricht – man kann dagegen anessen, indem man seine Ernährung anpasst: Bei Mineralien und Spurenelementen sind Fisch und Fleisch sehr gute Eisenlieferanten, Vitamin-C-reiches Essen hilft bei der Eisenaufnahme. Und Zink (steckt in Milch, Fisch und Rindfleisch) unterstützt das Immunsystem und wirkt entzündungshemmend.

Welche Hausmittel und Vitamine helfen bei Haarausfall?

Wer auf der Suche nach Hausmitteln gegen Haarausfall bei Frauen ist, sollte in erster Linie bei der Ernährung ansetzen. Für ein gesundes Haarwachstum braucht der Körper beispielsweise Vitamine: Biotin sorgt dafür, dass die Haare schön glänzen; es steckt in Haferflocken, Eigelb, Champignons, Ananas und – wer's mag – in Innereien. B-Vitamine aktivieren die Stoffwechselvorgänge in der Haarwurzel und kommen in Nüssen, Hefe und Fleisch vor. Außerdem wichtig ist Vitamin A; Möhren, Butter, gelbe Obstsorten und Leber enthalten es. Der Griff zur Pillenpackung ist zwar der einfachste Weg, aber nicht der beste: "Die meisten frei verkäuflichen Nahrungsergänzungsmittel sind niedrig dosiert, und oft stecken Dinge darin, die eigentlich nicht gebraucht werden", sagt die Dermatologin. "Es ist besser, nach der Blutuntersuchung gezielt zu substituieren und die Werte regelmäßig zu kontrollieren. Ist der Mangel behoben, wird das Mittel wieder abgesetzt."

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Zusätzlich zur Blutuntersuchung kann der Dermatologe einen zweiten Check durchführen: einen sogenannten TrichoScan, der 30 bis 70 Euro kostet. Hierbei werden 2 fingernagelgroße Flächen auf der Kopfhaut rasiert und 3 Tage später eingefärbt. Mit einem hochauf­lösenden Videoscanner lässt sich dann für jedes einzelne Haar bestimmen, wie dick es ist, wie schnell es wächst und ob es sich gerade in der Wachstums- oder Ruhephase befindet. Auf diese Weise kann der Dermatologe genau feststellen, wie viele Haare wirklich zuletzt verloren gingen und welche Therapie sinnvoll ist.

Krankhaftem Haarausfall entgegenwirken
Frauen mit starken Mens­trua­tions­beschwer­den können durch einen Eisenmangel massiven Haarausfall bekommen © Dmitry A / Shutterstock.com

Kann Haarwasser tatsächlich das Wachstum der Haare begünstigen?

Eine gut gereinigte Kopfhaut ist die Basis. Denn dort können sich Silikone, Haarlacke oder -sprays ablagern. "Ein Friseur sieht, ob die Kopfhaut gut durchblutet ist, frei atmen kann und weder Produkt­reste auf der Kopfhaut liegen noch Rötungen vorhanden sind", sagt Annemarie Graf, Fachtrainerin bei Paul Mitchell. Beim Haarewaschen können koffeinhaltige Shampoos die Durchblutung anregen. Sie sollten 2 Minuten lang einmassiert werden und unterstützen so alle weiteren Maßnahmen. Zum Beispiel den Einsatz von Haarwasser: Es enthält Vitamine, Zink oder Ceramide, aber auch Inhaltsstoffe wie Arginin. Was sonst dem Muskelaufbau von Sportlern dient, sorgt auf der Kopfhaut für eine bessere Nährstoffversorgung der Haarwurzel. Ebenfalls oft enthalten ist der Wirkstoff Aminexil, der dafür sorgen soll, dass die Haare besser in der Kopfhaut verankert bleiben.

In einer Studie für Hair­dreams hat das Zentrum für kli­nische Haarforschung an der Hautklinik der Universität Lübeck herausgefunden, dass sich die Menge der in der Wachstumsphase befindlichen Haare um bis zu 23 Prozent steigern lässt, was etwa 14 000 Haaren entspricht. Solch satte Ergebnisse bekommt aber nur, wer weder Kosten noch Mühen scheut, denn die Therapie ist aufwendig.

Ein Serum mit Phytohormonen und Kollagen wird kurz vor dem Auftragen mit Taurin aktiviert (diese Substanz steckt in Energiedrinks und kann offenbar auch Haare munter machen). 3 bis 6 Monate lang wird die Kopfhaut alle 14 Tage lang beim Friseur behandelt, dazu kommt die tägliche Eigenbehandlung mit dem Serum. "Damit wird die Blutzirkulation angekurbelt und die Nährstoffversorgung angeregt", sagt Viktoria Schwarzinger, Salonleiterin vom Hairdreamscenter Graz. "Die Therapie wird individuell an die Kundin angepasst, und wir bringen ihr auch die Massagemethode bei." Die monatlichen Kosten dafür liegen zwischen 100 und 300 Euro.

Weitere Mittel und Medikamente gegen Haarausfall

Frei verkäuflich in der Apotheke ist auch das Medikament Regaine, das äußerlich aufgetragen wird: "Mi­noxidil ist ein gut untersuchter Wirkstoff, der die Blutversorgung der Haarwurzel stimuliert", sagt Dr. Meigel. In ihrer Praxis hat die Dermatologin außerdem gute Erfahrungen mit einer neuen Form der Mesotherapie gemacht.

"Die Pla­telet-Rich-Plasma-Methode ist eine Art Eigenblutbehandlung", sagt sie. Dafür wird Blut zentrifugiert, um die Blutplättchen mit Wachstumsfaktoren herauszufiltern. Diese werden anschließend mit einer speziellen Mesopistole in die Kopfhaut injiziert (Kosten pro Sitzung: rund 265 Euro). Für Härtefälle haben Hautärzte noch ein weiteres Ass im Ärmel: Der Dioden- oder Fractional-Laser. Hierbei wird Laserlicht aus dem infraroten Wellenlängenbereich direkt in die Kopfhaut eingestrahlt, was die Nährstoffver­sorgung (und das Haarwachstum) verbessert. Allerdings ist diese Methode kostspielig: Die Sitzungen dauern mehrere Wochen und kosten mindestens 1500 Euro.

10.03.2017| Bettina Koch © womenshealth.de
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