Früherkennung und Gesundheits-Check Das müssen Sie regelmäßig prüfen

Untersuchungen gibt es viele. Welche unbedingt zum regelmäßigen Gesundheits-Check-up dazu gehören sollten, erfahren Sie hier
Unschlüssig, wann Sie was beim Arzt checken sollten? Blutdruck und Schilddrüse sollten auf jeden Fall regelmäßig überprüft werden © Shutterstock

Klar, ständige Arztbesuche nerven. Gewisse Dinge sollten Sie aber regelmäßig durchchecken lassen. Schließlich lassen sich per Früherkennung ernste Erkrankungen vermeiden

Die Schilddrüse abtasten

Wurde Ihre Schilddrüse vom Hausarzt schon einmal abgetastet? Viele Kropfbildungen, im medizinischen Fachjargon Strumen genannt, könnten durch regelmäßiges Abtasten von Hals und Schilddrüse entdeckt werden lange bevor sie so groß sind, dass sie sichtbar werden oder sich Krankheitssymptome zeigen. Ein Kropf entsteht häufig bedingt durch Jodmangel. Wird ein Struma frühzeitig mit Medikamenten behandelt, kann es soweit verkleinert werden, dass eine operative Kropfentfernung zumeist unnötig wird.

Das vermeiden Sie dabei

Das Risiko einer Schädigung des Stimmbandnervs (Folge: heiser klingende Stimme), das abhängig von der Klinik zwischen 1 und 2 Prozent schwankt. Weiterhin können bei der OP die Nebenschilddrüsen durch das Skalpell oder operationsbedingte Durchblutungsstörungen geschädigt werden (Risiko 1-10 %). Die Betroffenen müssen dann Calzium in sehr hoher Konzentration einnehmen und mit allerlei unangenehmen Nebenwirkungen rechnen. Oft bilden sich kalte und heiße Knoten in einem Struma. Ein heißer Knoten produziert mehr Schilddrüsenhormone als gesundes Schilddrüsengewebe, ein kalter Knoten steht mehr für Nullproduktion. Durch das Abtasten werden 70 Prozent der kalten und heißen Knoten ab 2 Zentimeter Durchmesser entdeckt, bevor sich Symptome zeigen. Bei einem Knotendurchmesser unter 3 Zentimetern haben Sie die Chance auf eine "veträglichere" minimalinvasive OP.

Urinuntersuchung auf Mikroalbuminurie

Arbeiten Ihre Nieren völlig normal? Der Hausarzt überprüft dies beim zweijährlich erfolgenden Check-up ab 35 Jahre mit einem Streifentest, der kleine Eiweißmoleküle, Albumin, im Urin anzeigt

Das vermeiden Sie

Albumin im Urin ist möglicherweise ein Hinweis auf eine Nierenschädigung. Der Streifentest erfasst aber nur Albuminkonzentrationen von über 200 mg/Liter (Makroalbuminurie). Für eine Früherkennung ist das zu spät, weil dann zumeist bereits eine nicht mehr umkehrbare Nierenschädigung vorliegt. Dabei kann schon eine zehnfach niedrigere Albuminmenge (vorzugsweise im Morgenurin gemessen) auf einen beginnenden Nierenschaden hinweisen. Man spricht dann von Mikroalbuminurie (20 bis 200 mg/Liter Urin oder 30 bis 300 mg/Tag). Zu dem Zeitpunkt sind Veränderungen der Nieren noch umkehrbar. Deshalb sollten Sie – um Ihren Status zu bestimmen – beim nächsten Arztbesuch einen Test auf Mikroalbuminurie machen lassen – gegebenenfalls auf eigene Kosten.

Allerdings bedeutet das einmalige Auftreten von Eiweiß im Urin nicht gleich, dass ein Nierenschaden vorliegt. Auch aufgrund starker körperlicher Belastung, großer Körperlänge, oder in Folge von Harnweginfekten oder akuten fieberhaften Erkrankungen kann Eiweiß im Urin vorkommen. Der Albumin-Fund hat erst dann einen Krankheitswert, wenn innerhalb von drei bis sechs Monaten mindestens zwei von drei Testergebnissen positiv waren.

Blutdruckkontrolle

Sie haben einen Blutdruck von 120/80 mmHg? Ideal! Der erste Wert (120) gibt dabei den höchsten Druck an, der beim Zusammenziehen des Herzens erreicht wird. Der zweite Wert (80) beschreibt den geringsten Druck, der in den Schlagadern herrscht, während das Herz sich entspannt und mit Blut füllt. In Deutschland spricht man ab 130/85 mm Hg von "hoch normalen" Werten. Bei 140/90 mmHg liegt die festgelegte Grenze für Bluthochdruck (Hypertonie).

Das vermeiden Sie

Hirn- und Herzschäden! Es zeigt sich immer mehr, dass bereits von hoch normalen Werten eine Gefahr ausgeht: Die  Blutgefäße speziell in den Nieren, den Augen, dem Gehirn und Herzen werden dadurch leicht geschädigt. Und eine Studie hat ergeben, dass etwa zwei Drittel der Menschen mit hoch normalen Werten in den nächsten vier Jahren einen Bluthochdruck entwickeln.

Ein erhöhter Blutdruck ist äußerlich nicht erkennbar. Zunächst treten auch nur untypische Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Schwindelgefühle auf. Ein Check kann Ihnen dagegen deutlich machen: Hoppla, da muss ich etwas tun. Durch regelmäßige Checks haben Sie die Möglichkeit, frühzeitig durch Sport und Entspannungstraining Ihren – hoch normalen oder leicht erhöhten  Blutdruck – ausreichend abzusenken.

18.04.2012| Gerlinde Felix © womenshealth.de
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