Biologisch Das steckt hinter "Bio-Begriffen"

Begriffe aus dem Lebensmittelhandel
Wir erklären, was genau hinter den Begrifflichkeiten der Lebensmittelindustrie steckt © Shutterstock / Elena Elisseeva

Was steckt hinter Begriffen wie "biologisch-dynamisch" oder "biologisch-organisch"? Wir leisten Übersetzungshilfe bei den wichtigsten Begriffen der Lebensmittelindustrie

Biologisch bzw. ökologisch: Diese Begriffe sichern im Sinn der EU-Verordnung Mindeststandards. Demnach müssen Bioprodukte naturschonend (ohne Pflanzenschutzmittel, Mineraldünger, Wachstumsbeschleuniger) und ohne Gentechnik, künstliche Aromen, Farbstoffe und Geschmacksverstärker produziert werden.

Biologisch-dynamisch: Die Formulierung geht zurück auf landwirtschaftliche Grundsätzen, die Rudolf Steiner 1925 formuliert hat. Der Begründer der Anthroposophie sah im landwirtschaftlichen Betrieb einen Organismus, der sich selbst versorgt und alle Kraft des Ackerbodens nutzt. Hier gelten höhere Anforderungen als bei der EU-Verordnung.

Biologisch-organisch: Hier geht es um Naturschutz, um gesunde Ernährung und darum, die ländliche Lebensweise in der industrialisierten Welt zu retten. Grundlage des in den 1950ern entstandenen Begriffes waren wissenschaftliche Ansätze, die das Potenzial der Mikroorganismen im Boden für die Bebauung aufzeigten. Anforderung ähnlich wie bei biologisch-dynamisch.

Integrierter Landbau: Weniger streng als bio und öko. Diese Begrifflichkeit versucht ein Gleichgewicht herzustellen zwischen dem Umweltschutz und der Wirtschaftlichkeit, indem natürliche Düngung und Bewässerung in Produktionsabläufe integriert werden. Ist (anders als bio) rechtlich nicht geschützt. Keine gesetzlichen Mindeststandards. Pflanzenschutzmittel sind hier erlaubt.

Kontrollierte Qualität: Klingt vertrauenerweckend, ist jedoch Dampfplauderei ohne Wert. Diese Formulierung ist nicht gesetzlich geregelt, dient meist nur Marketing-Zwecken. Schließlich kann jeder Anbieter kontrollieren, was er will (oder eben nicht). Oft bleibt unklar, was überhaupt von wem wie oft geprüft wird. Die Beste ist also, Sie lesen Sie das Kleingedruckte – oder fragen nach.

11.03.2014| Rufus Rieder © womenshealth.de
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