Schwangerschaft Dauern Wehen immer länger?

Dauern Wehen immer länger?
Frauen sind heute schmerzempfindlicher und verlangen beim Geburtsvorgang schneller nach einer PDA © Shutterstock

Stimmt es wirklich, dass die Frauen früher viel kürzer in den Wehen lagen und die Geburt schneller vorbei war, als es heute der Fall ist?

Marina D., per E-Mail

Eine Studie des amerikanischen National Institute of Child Health and Human Development berichtet, dass der Geburtsvorgang heute länger dauert als vor 50 Jahren. Gerlinde Klein, Hebamme am Institut für Geburtshilfe und Pränatalmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf, erklärt die Hintergründe:

Ist es wirklich so, dass Frauen heute länger in den Wehen liegen?
Das ist eine subjektive Empfindung. Frauen gehen heutzutage früher in die Klinik, und daher erscheinen Ihnen die Wehen länger. Wir betreuen außerdem meist Erstgeburten, und die brauchen mehr Zeit als Zweit- oder Drittgeburten, von denen es früher deutlich mehr gab.

Also ist alles nur Einbildung?
Nein. Die Geburt wird tatsächlich durch die häufiger eingesetzte Periduralanästhesie verzögert, bei der ein lokales Betäubungsmittel in den Bereich der Lendenwirbelsäule gespritzt wird. Das unterbricht die Wehen, die danach wieder eingeleitet werden müssen.

Lassen sich Frauen heutzutage zu leichtfertig eine PDA geben?
Frauen sind schmerzempfindlicher geworden und verlangen schneller danach. Aber eine zu früh eingesetzte PDA kann gefährlich sein. Daher gilt: je später, desto besser.

Stimmt es, dass eine PDA für Frauen, die am Rücken tätowiert sind, gefährlicher ist?
Nein, eine Tätowierung birgt keine Risiken. Wenn eine Anästhesie nötig ist, wird sie durchgeführt.

29.07.2013| © womenshealth.de
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