Mikrobiotika auf dem Vormarsch Der positive Nutzen von Darmbakterien

Darmbakterien beeinflussen den gesamten Organismus
Darmbakterien beeinflussen nicht nur unsere Darmgesundheit, sondern haben auch Einfluss auf viele andere Bereiche in unserem Körper © Shutterstock/T. L. Furrer

Billionen von verschiedenen Darmbakterien tummeln sich in unserem Verdauungstrakt. Dort spalten Sie nicht nur Nahrungsbestandteile, sondern stehen in Verdacht unsere Stimmung, Motivation und vieles mehr zu beeinflussen

Schon lange ist klar: Jeder von uns beherbergt rund 100 Billionen Bakterien im letzten Abschnitt seines Darms, das macht schlappe 2 Kilo Biomasse, die dort im ewigen Dunkel lebt und arbeitet. Wie bei vielen anderen Tieren auch erledigen diese Mikroben einen Teil der Verdauung, sie spalten mithilfe von Enzymen zum Beispiel Ballaststoffe wie zähe Pflanzenfasern, die die davor gelegenen Abschnitte des Organs nicht verwerten können. Wir profitieren also von diesen Bakterien, während sie uns gefährlich werden können, wenn sie auf Abwege geraten, also zum Beispiel in die Harnröhre (Achtung, Blasenentzündung!) oder in den ­Badesee (Achtung, Badeverbot!). Aber das Beherbergen potenzieller Feinde hat seinen Sinn: Die im Darm befindlichen Bakterien unterstützen unter anderem die Antikörperfabrik in der Darmschleimhaut. Jobs wie diese hielt man lange für die wesentlichen Aufgaben der Darmflora.

Doch seit einigen Jahren mehren sich Hinweise darauf, dass die sogenannte Mikrobiota auch Auswirkungen auf nie erahnte Bereiche hat: Sie verändert Motivation und Zuversicht, begünstigt oder verhindert Krankheiten wie Krebs, Diabetes, Allergien und Rheuma. Es deutet vieles darauf hin, dass die Darmflora der Taktgeber unserer ­Gesundheit sein könnte. Eine Über­zeugung übrigens, die viele Natur­heilkundler schon sehr lange haben, bisher ganz ohne Beweis.

11.02.2016| Diana Helfrich © womenshealth.de
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