Hilfe für Allergiker Die besten Mittel gegen Heuschnupfen

Das steckt hinter Ihren Heuschnupf-Symptomen
Wenn die Nase im Frühjahr läuft und ständig unangenehm kribbelt, ist häufig der einsetzende Pollenflug schuld  © Shutterstock / Marcinski

Sie leiden unter Niesattacken und ständig läuft die Nase? Wir verraten Ihnen, auf welche Wirkstoffe Allergiker setzen sollten und wie die einzelnen Mitteln helfen

Antihistaminika: Sie blockieren den Botenstoff Histamin, der bei einer allergischen Reaktion freigesetzt wird und Jucken, Rötungen, Fließschnupfen oder Niesen verursacht. Auch die modernen Antihistaminika (die kaum müde machen) sind inzwischen rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Bei leichten Beschwerden sind Augentropfen und Nasenspray oft ausreichend. Wenn das nicht hilft, nimmt man einmal täglich eine Pille.

Mastzellstabilisatoren: Wirken leicht antientzündlich, lindern schwächere Symptome und sind als Nasenspray und Augentropfen ebenfalls ohne Rezept zu haben. Sie heißen so, weil man lange davon ausging, dass sie nach und nach die Membran der Mastzellen fes­tigen und so die Ausschüttung des Histamins darin mindern. Des­wegen sollte man sie bereits Tage vor Beginn des Pollenflugs nehmen. Heute weiß man allerdings, dass das bei Menschen nicht der wesentliche Wirkmechanismus ist. Und daraus ergibt sich auch die neue Anwendung. "Es reicht aus, diese Präparate erst im Akutfall zu nehmen", sagt Allergieexperte Kleine-Tebbe.

Hyposensibilisierung: Ist die einzige Möglichkeit, Heuschnupfen ursächlich zu behandeln und nicht nur an den Symptomen herumzudoktern. Dabei erhält der Patient das Allergen zunächst in geringer und später in hoher Dosis als Spritze, Tablette oder Tropfen. Das Immunsystem kann sich auf diese Weise langsam daran gewöhnen, sodass es immer weniger darauf reagiert. Leider ist die Prozedur relativ zeitraubend. Sie dauert drei Jahre, egal, ob die Hyposensibilisierung das ganze Jahr über durchgeführt wird oder immer nur wenige Monate vor dem Pollenflug, was man als Kurzzeitbehandlung bezeichnet. Außerdem ist die Wirkweise bisher nicht für alle Präparate ausreichend belegt, zumindest was den langfristigen Erfolg angeht. "Das liegt ganz einfach daran, dass es Tabletten und Tropfen zur Hyposensibilisierung noch nicht sehr lange gibt", so Kleine-Tebbe. Als gesichert gilt aber bereits, dass Allergiespritzen bei Pollenallergie nicht nur die Beschwerden bessern, sondern auch den gefürchteten sogenannten Etagenwechsel verhindern. Unbehandelt kann aus einem einfachen Heuschnupfen nämlich allergisches Asthma werden.

Kortison: Der Wirkstoff unterbricht die Entzündungsreaktion. Lokal angewendetes Kortison gilt als bestes Mittel bei mittelschweren Beschwerden. Es ist hochwirksam und gelangt nicht in die Blutbahn – anders als das Kortison in den Spritzen ins Gesäß, die früher üblich waren. Das rezeptfreie Nasenspray sollte bei stärkeren Beschwerden mit Antihistaminika kombiniert werden.

Die besten Mittel gegen Heuschnupfen
Heuschnupfen betrifft Menschen immer heftiger und früher im Jahr © Shutterstock

Basisprogramm für zu Hause: Wenn Sie Ihre Nase jeden Tag mit Salzwasser duschen, spült das die Pollen von der Schleimhaut. Außerdem sollten Sie das Haare­waschen auf den Abend verlegen. Und lassen Sie Ihre Kleidung vor dem Schlafengehen im Bad liegen — und nicht auf einem Stuhl neben dem Bett.

Basisprogramm beim Arzt: Gehen Sie zum Doktor, und lassen Sie testen, worauf Sie allergisch reagieren. Er kann Ihnen gegebenenfalls auch eine Hyposensi­bilisierung verschreiben. Wenn Sie alternative Heilmethoden bevorzugen, können Sie es zum Beispiel mit Akupunktur probieren. Sie gilt vor allem dann als aussichtsreich, wenn geschwollene Schleimhäute (wie bei der verstopften Nase) das Problem sind.

08.02.2012| Diana Helfrich © womenshealth.de
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