Verhütung dank Kuperionen Die Spirale

Verhütungsmethoden im Vergleich: Die Spirale
Die Kupferionen, die bei der Spirale freigesetzt werden, lähmen die Spermien auf dem Weg in die Eileiter © JPC-PROD / Shutterstock.com

Die Spirale ist nur etwas für Frauen, die schon ein Baby bekommen haben? Diese Überzeugung hält sich noch immer hartnäckig in den Köpfen. Dabei ist sie längst veraltet

Früher setzte man die Spirale, auch Intra- terin-Pessar oder kurz IUP genannt, möglichst nur Müttern ein. Die Gründe waren zum einen die Angst vor Eileiterschwangerschaften und Entzündungen, die beide die spätere Fruchtbarkeit gefährden können – genau das wollte man natürlich gerade bei jungen Frauen vermeiden. Außerdem sollte bei ihnen das Risiko, die Spirale auszustoßen, besonders groß sein. Aber all das ist weitgehend überholt.

Man hatte in den ersten Studien Spiralenpatientinnen mit Frauen verglichen, die zum Beispiel mit Kondomen verhütet hatten und deshalb gut vor Erregern geschützt waren. Und auch die Sache mit den Eileiterschwangerschaften muss man klarstellen: Ja, sie sind häufiger als bei Frauen, die gar nicht verhüten – aber nur, wenn es überhaupt zu einer Befruchtung kommt. Und das ist extrem selten. Denn die Kupferionen, die bei der Spirale freigesetzt werden, lähmen die Spermien schon auf dem Weg in die Eileiter, sodass es eigentlich gar nicht zur Befruchtung kommen kann. Und sollte das doch einmal passieren, kann sich das befruchtete Ei gar nicht in die Gebärmutterschleimhaut einnisten, da das Kupfer deren monatlichen Aufbau stört. Deswegen gibt es heute Spiralen mit ihrer charakteristischen T-Form in vielen Größen, auch kürzer und schmaler für die kleine Gebärmutter einer Frau, die noch nicht schwanger war.

"Die Spirale liegt sehr im Trend", sagt die Gynäkologin Helga Seyler vom Familienplanungszentrum im Hamburg. Das liege unter anderem daran, dass die Bequemlichkeit bei der Verhütung für Frauen ein immer wichtigeres Thema sei. Vorteile der Spirale: Sie kommt ohne Hormone aus, also gibt es auch keine Thrombosegefahr oder sonstige hormonbedingte Nebeneffekte wie Brustspannen oder Migräne. Ihre Wirkung wird nicht durch Schusseligkeit, Zeitverschiebung, Arzneimittel oder Magen-Darm-Infekte beeinflusst, sodass sie sehr sicher ist: Nicht mal eine von 100 Frauen, die ein Jahr lang mit der Spirale verhüten, wird schwanger (je nach Studie 0,3 bis 0,8; man spricht hier vom sogenannten Pearl-Index).

Damit gehört die Spirale neben den hormonellen Verhütungsmitteln zu den sichersten Verhütungsmethoden. Und man hat rekordverdächtig lange Ruhe: Nach 3 bis 10 Jahren (je nach Produkt variiert die empfohlene Liegedauer) oder wann immer Sie es wollen, zieht der Arzt sie mithilfe eines Rückholfadens heraus, dazwischen sollte man lediglich alle 6 Monate den korrekten Sitz per Ultraschall überprüfen lassen. Die Nachteile: Das Einsetzen kann unangenehm sein, weil die Spirale durch den Muttermund muss. Vielen Frauen gefällt die Vorstellung nicht, einen Fremdkörper in ihrer Gebärmutter zu tragen. Außerdem kann die Regel stärker und schmerzhafter werden. Und natürlich sind Entzündungen & Co. trotzdem möglich, ebenso wie Verletzungen der Gebärmutter. Die sind allerdings sehr selten. Übrigens: Wie alle anderen hier beschriebenen Methoden schützt sie nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Kosten: einschließlich Einsetzen ab 150 Euro.

01.08.2015| Diana Helfrich © womenshealth.de
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