Hormon-Chaos Diese 5 Hormone sabotieren heimlich Ihren Abnehm-Erfolg

So machen Sie sich Ihre Hormone beim Abnehmen zu Nutze
Auf der Waage herrscht Stillstand? Dann haben vielleicht diese 5 Hormone beim Abnehmen dazwischengefunkt © Alena Ozerova / Shutterstock.com

Sie treiben Sport wie eine Verrückte, verbieten sich Kuchen & Co., und trotzdem tut sich auf der Waage nichts (mehr)? Dann sind vielleicht Ihre Hormone schuld daran.

Hormone steuern unser Essverhalten

Wenn die Kilos nicht (mehr) purzeln, könnten Ihre Hormone dahinterstecken. Denn Hormone bestimmen unter anderem, wie groß Ihr Appetit ist, wie gut Ihre Fettverbrennung funktioniert und wann die nächste Heißhungerattacke kommt.

Grundsätzlich macht das auch Sinn, denn: "Der Körper steuert über Hormone einen sehr grundlegenden Regelkreis im Organismus. Sie sind gewissermaßen die Kommunikationsachse zwischen Bauch und Kopf", erklärt der Lübecker Ernährungsmediziner Prof. Sebastian Schmid. Konkret sieht das dann so aus: "Durch das Hunger-Hormon Ghrelin zum Beispiel kann der Magen dem Gehirn melden „Ich bin leer, bitte iss was" – und dann bekommen wir Hunger. Sein Gegenstück, das Leptin, ist dagegen dafür verantwortlich, dass wir mit dem Essen aufhören, sobald wir genug zu uns genommen haben."

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Heißhungerattacken durch Hormon-Chaos

Doch wir essen ja nicht immer nur, wenn wir Hunger haben. Es gibt Situationen, in denen wir automatisch mehr verschlingen: Zum Beispiel wenn wir unsere Tage bekommen oder wenn wir schlecht geschlafen haben. Dass wir dann Dauerkohldampf haben, verdanken wir ebenfalls den Hormonen: "Schon eine halbe durchwachte Nacht lässt den Ghrelin-Spiegel messbar ansteigen", weiß Schmid. "Schlafmangel macht also nicht nur mürrisch, sondern auch hungrig." Ähnlich wirkt sich Stress aus: Stehen wir unter Anspannung, beschert uns das Hormon Cortisol regelrechte Fressattacken.

So verhindern Hormone, dass Sie abnehmen
Sie nehmen trotz Sport nicht ab? Dann sind Sie vielleicht ein Opfer Ihrer Hormone © Alena Ozerova / Shutterstock.com

So machen Hormone uns fett

Wer sich also auf Dauer zu wenig Schlaf gönnt oder ständig gestresst ist, schafft damit die besten Voraussetzungen für Übergewicht. Das Problem: Das dadurch entstandene Übergewicht wirkt sich dann wiederum negativ auf den Hormonhaushalt aus und bringt ihn ordentlich durcheinander, was die ganze Sache nur noch schlimmer macht.

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"Statt dem Übergewicht entgegenzuwirken und das Körpergewicht so zu regulieren, regen die Hormone zu weiterer Zunahme an“, erklärt der Hormonexperte. Das heißt: "Wer einmal dick war, hat es viel schwerer, ein gesundes Gewicht auf Dauer zu halten, als jemand, der schon immer normalgewichtig war."

Damit es gar nicht erst so weit kommt, stellen wir Ihnen die schlimmsten Abnehm-Boykottierer unter den Hormonen vor:

1. Abnehm-Saboteur: Das Hormon "Leptin"

Leptin reguliert das Hunger- und Sättigungsgefühl und gibt dem Gehirn Bescheid, dass Sie aufhören können zu essen, wenn Sie voll sind. Ein cleverer Kreislauf, der im Normalfall auch gut funktiniert. Keinen Spaß versteht dieses Hormon aber, wenn Sie abnehmen und Fett abbauen, denn dann verliert es seine Lebensgrundlage (Leptin wird in den Körperfettzellen produziert) und macht sich rar. Heißt: Schmelzen die Fettdepots, sinkt auch der Leptinspiegel im Blut. Folge: Sie haben mehr Hunger. Der Jo-Jo-Effekt ist somit vorprogrammiert und das Abnehmen fällt noch schwerer.

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So regulieren Sie den Leptin-Spiegel: Finger weg von Radikal-Diäten, sonst macht sich Ihr Leptin in Nullkommanichts aus dem Staub und sorgt für ein Durcheinander Ihres Hunger-/Sattgefühls. Zudem sollten Sie auf eine ausreichende Zinkversorgung achten, denn ein Mangel an dem Spurenelement kann die zusätzlich Leptin-Produktion verringern. Super dafür: Sonnenblumen- und Kürbiskerne, Erdnüsse, Sesam oder Austern. Die 15 Top-Lebensmittel mit viel Zink, haben unsere Kollegen von Men's Health für Sie zusammengestellt.

2. Abnehm-Saboteur: Das Hormon "Ghrelin"

Das Hormon Ghrelin ist der beste Freund des Leptins, zusammen ergänzen sie sich und steuern Ihr Essverhalten. Ghrelin sitzt im Magen und schreit laut "HUNGEEER!", wenn dieser leer wird, also ungefähr alle 3 Stunden. Essen Sie weniger, zum Beispiel weil Sie abnehmen wollen, reagiert der Magen mit Panik und stellt vorsichtshalber noch mehr Ghrelin her. Schließlich weiß Ihr Körper nicht, dass es sich um eine freiwillige Diät und keine lebensbedrohliche Hungersnot handelt.

So bekommen Sie das Hormon Ghrelin in den Griff: Achten Sie auf einen gut gefüllten Magen, auch wenn Sie gerade abnehmen wollen. Greifen Sie dafür zu Nahrung mit niedriger Energiedichte und hohem Ballaststoffgehalt, wie Gemüse und klaren Suppen, die Sie lange satt halten. Zudem sollten Sie Schlafmangel vermeiden, um den Ghrelinspiegel nicht unnötig in die Höhe zu treiben.

3. Abnehm-Saboteur: Das Hormon "Östrogen"

Eigentlich für die Reifung der Eizellen verantwortlich, bringt Östrogen ein paar weniger schöne Nebenwirkungen in Bezug aufs Abnehmen mit sich. Steht der Östrogenspiegel nämlich kurz vor der Periode auf Ebbe, sind Heißhungerattacken ein typisches Signal. Kurz vor dem Eisprung hingegen, wenn das Östrogen seinen Höchststand erreicht, klagen viele Frauen über Appetitlosigkeit.

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Östrogen entschärfen – so klappt's: Ballaststoffe binden das Hormon Östrogen, sodass es für Sie ungefährlicher wird. Setzen Sie also regelmäßig Hülsenfrüchte, Trockenobst und Getreidekeime auf Ihren Speiseplan. Übrigens: Wer generell ordentlich Gemüse, Obst und Vollkornprodukte zu sich nimmt, hält nicht nur seine Östrogene im Zaum, sondern reduziert auch noch das Brustkrebsrisiko.

4. Abnehm-Saboteur: Das Hormon "Cortisol"

Manch einer kriegt bei Stress keinen Bissen runter, die meisten aber schlagen vor lauter Anspannung doppelt und dreifach zu: Schoki, Chips und Gummibärchen – hauptsache, schnell und möglichst viel davon. Schuld an den Fressattacken ist das Hormon Cortisol.

So verhindern Hormone, dass Sie abnehmen
Cortisol versetzt uns in Stress und führt zu Heißhungerattacken © Alena Ozerova / Shutterstock.com

Eigentlich ist es ganz nützlich, denn es setzt in bedrohlichen Situationen Energie frei. Bei einer Begegnung mit dem Säbelzahntiger gab das unseren Vorfahren den nötigen Push für Kampf oder Flucht. Das Problem ist nur: Moderne Stresssituationen unterscheiden sich von denen unserer Vorfahren. Ihre zeternde Chefin ist (bei aller Ähnlichkeit) kein Säbelzahntiger, der Kampf mit ihr zerrt eher an den Nerven, als dass er Kalorien verbraucht. Kaum ist der Stress vorbei, sorgt Cortisol trotzdem für eine Heißhungerattacke, damit die Energiedepots wieder aufgefüllt werden. Ergebnis: Mehr Kalorien rein als raus – und zack: ein Pläutzchen!

Cortisolspiegel nicht zusätzlich hochtreiben: "Überfüttern" Sie Cortisol nicht zusätzlich mit Kaffee! Wer seinen Koffeinkonsum einschränkt, muss sich weniger mit dem kleinen Stressmacher herumschlagen. Was außerdem gut hilft, das Cortisol in Schach zu halten: Lachen Sie sich schlapp! Ob Sie zum Lachyoga gehen oder sich das neueste Fail-Video auf Youtube an-gucken – Lachflashs reduzieren den Cortisolgehalt im Blut um fast 40 Prozent! Das haben Wissenschaftler der Loma Linda University in Kalifornien herausgefunden.

5. Abnehm-Saboteur: Das Hormon "Testosteron"

Obwohl sich das Wort Testosteron vom Lateinischen "testis" für Hoden ableitet und eigentlich immer nur mit Männern in Verbindung gebracht wird, kommt das Hormon auch bei Frauen vor. Und das ist auch gut so, denn es hilft uns, Muskeln aufzubauen, und versorgt uns mit Energie und einem ordentlichen Sexualtrieb.

Blöd nur, dass sich Testosteron langsam aus dem Staub macht, sobald wir die 20 überschritten haben oder bestimmte hormonelle Verhütungsmethoden wie die Antibabypille nutzen. Das führt zu Muskelabbau, einem langsameren Stoffwechsel und dadurch – wohl oder übel – zu einer stetigen Gewichtszunahme.

Testosteronspiegel mit Sport erhöhen: Mit Sport können Sie der Testosteronflucht entgegenwirken. Wenn Sie mindestens 3-mal pro Woche eine halbe Stunde Kraft- oder – noch besser – HIIT-Training machen, regt das Ihre Testosteronproduktion an. Gut zu wissen: Wenn Sie erst mal überschüssige Pfunde losgeworden sind, steigt auch der Testosteron-spiegel – und das hilft Ihnen, Ihr Wunschgewicht zu halten.

EXTRA: Hormonspritzen gegen Übergewicht?

Spritze rein, Gewicht runter: Schon seit 2009 wird das Hormon Liraglutid in der Diabetesbehandlung eingesetzt. Liraglutid ist eine langlebigere Abwandlung des natürlichen Hormons GLP-1, das die Magenentleerung verlangsamt und das Sättigungsgefühl fördert, im Körper aber innerhalb weniger Minuten zerfällt. Die abgeänderte Form hält länger und hat sich während der Verwendung auch als guter Abnehmhelfer erwiesen.

10 Kilo abnehmen – so schaffen Sie es

Als Präparat Saxenda ist es in Deutschland seit April 2016 auch für diesen Zweck zugelassen, muss allerdings vom Arzt verschrieben und selbst bezahlt werden. Für Kandidatinnen, die ein paar Kilo abnehmen wollen, sind die Hormonspritzen allerdings nicht gedacht. Es wird nur Menschen verordnet, die unter Adipositas (Fettleibigkeit) leiden.

Fazit: So kriegen Sie Ihre Hormone in den Griff

Hormone haben vielfältige Aufgaben im Körper, ohne die die "Maschine Mensch" gar nicht lebensfähig wäre. Dass die kleinen Botenstoffe aber unsere Abnehm-Ziele durchkreuzen, gehört ganz gewiss nicht dazu. Dank uns, kennen Sie die "Nebenwirkungen" bestimmter Hormone nun aber ganz genau, und können sich gezielt gegen die Abnehm-Saboteure wehren. Jetzt können die Pfunde wieder ungestört purzeln!

08.05.2017| © womenshealth.de
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