Gallige Bauchkrämpfe Gallensteine erkennen und behandeln

Krampfartige auftretende Schmerzen im Bauch können ein Zeichen für Gallensteine sein
Krämpfe, Bauschmerzen, Völlegefühl– typische Symptome für Gallensteine © Shutterstock

Von wegen Gift und Galle! Ein paar kleine Galleinsteine reichen aus, um Ihnen das Leben zur Qual zu machen. So werden Sie die Übeltäter wieder los

Stellen Sie sich eine überzuckerte Tasse Tee vor: Ab einer gewissen Menge löst sich Zucker darin nicht mehr auf. So ähnlich verhält es sich mit Gallenflüssigkeit, die mit Cholesterin übersättigt ist. Dann fallen winzige Cholesterinkristalle als Grieß aus, der sich nach und nach vergrößert.

Falsche Ernährung stört meistens das Gleichgewicht zwischen Gallensäuren und der restlichen "Suppe"
Ernährungstechnisch gibt es einige Wege, die zu einer "überzuckerten Tasse Tee" führen. Beispielsweise Übergewicht und kohlenhydratreiches Essen mit reichlich Cholesterinzufuhr? Oder ballaststoffarme Mahlzeiten, denn das führt zu einer langsameren Passage der Nahrung im Darm. Es kommt dann zu einer erhöhten Aufnahme von Fetten aus dem Blut, insbesondere von Cholesterin.

Bei Ihnen Fehlanzeige? Tja, Fastenkuren und Radikaldiäten fördern ebenfalls die Klunkerbildung. Wenn Sie sehr wenig essen, entleert sich die Gallenblase nicht regelmäßig, was zur langsamen Verdickung der Gallenflüssigkeit in der Gallenblase führt. Wenn auch dies auf Sie nicht zutrifft: Leiden Sie möglicherweise an Diabetes, einer Schilddrüsenunterfunktion oder einer Überfunktion der Nebenschilddrüsen? Eine weitere Ursache sind bisweile Hormone aus der Antibabypille, der Hormonersatztherapie oder nach einer Schwangerschaft, die zu Cholesterin abgebaut und über die Gallenblase ausgeschieden werden. Gefördert wird die Steinbildung bei manchen Menschen auch durch eine genetische Veranlagung.

Nicht alle Gallensteine machen Ärger
Die meisten Gallensteine verursachen übrigens keine oder lediglich geringe Beschwerden. Falls doch, beispielsweise Blähungen, Druck- und Völlegefühlstehen Betroffen bald vor der Entscheidung: unters Messer legen oder abwarten und Tee trinken. Der Expertenrat ist eindeutig: Ein zufälliger Fund von kleinen Gallensteinen oder Gallensteingrieß, ohne dass es bisher zu einer schmerzhaften Kolik in der Gallenblase gekommen ist, muss NICHT operativ behandelt werden.

Allerdings gibt es auch jenen Fall, in denen Steine den Gallenblasenausgang verstopfen und das tut weh. Als Erste-Hilfe-Maßnahme gegen eine Kolik machen Sie sich einen Wärmewickel, trinken Pfefferminztee aus frischen Blättern (krampflösend und schmerzlindernd) und führen ein Butylscopolamin-Zäpfchen ein. Es entkrampft die Muskulatur Ihres Verdauungstraktes. Und dann sollten Sie rasch zum Arzt gehen – nicht nur wegen der Schmerzen, sondern auch um etwaige Komplikationen zu vermeiden: Es droht z.B. eine Entzündung der Gallenblase oder eine Leberschädigung, weil sich die Gallenflüssigkeit in die Leber zurückstaut.

Tabula rasa in Sachen Galle
Wenn Sie bereits eine oder mehrere Gallenkoliken hatten, wird der Arzt die komplette Entfernung der Gallenblase anraten. Das geht zumeist ohne Bauchschnitt mittels "Schlüssellochchirurgie" (Cholezystektomie). Für Ihren Körper scheint es unproblematisch zu sein, wenn die Gallenblase fehlt.

Eine Alternative zur OP gibt es auch: Reine Cholesterinsteine unter fünf Millimeter Größe in der Gallenblase lassen sich medikamentös auflösen (Litholyse), aber nur in 4 von 10 Fällen. Und das dauert drei Monate bis zwei Jahre, ist also nur für Geduldige geeignet. Liegen zusätzlich noch Polypen vor, sind die Gallensteine bereits größer als drei Zentimeter oder hat sich eine so genannte Porzellangallenblase gebildet, die das Krebsrisiko erhöht, dann gibt es keine Alternative zur OP.

Aber wie werden Sie Steine los, die bereits in die Gallengänge ausgewandert sind und dort Koliken verursachen?
Es gibt drei in der Regel Optionen:

  • Sie werden mit einem Fangkorb eingesammelt.
  • Der Arzt erweitert den Mündungsbereich des Gallengangs in den Zwölffingerdarm, damit die Steine von alleine verduften
  • oder man zertrümmert sie mit Stoßwellen.

Dann ist der Steinreichtum erst einmal beseitigt. Für wie lange hängt von Ihnen (beziehungsweise Ihrer Ernährung) ab.

09.02.2012| Gerlinde Felix © womenshealth.de
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