Angst vor Verletzungen Gefahren beim Mountainbiken

Gefahren beim Mountainbiken
Nadine Rieder: "Man sollte das Hindernis nie mit den Augen fixieren, sonst bleibt man daran hängen." © Gary Engel

Im Gelände ist es gefährlicher als auf dem Asphalt? Eigentlich nicht. Mountainbiken ist sicherer als Stadtradeln, wenn Sie diese Tipps beherzigen

Richtig bremsen – Mountainbike-Guide für Frauen 1:48 Min.

Dass Mountainbiken per se irre gefährlich ist, das kann man so nicht sagen, denn Gefahr ist immer relativ. "Jeder Mountainbiker ist nur für sich selbst ver­antwortlich. Darum lebt er sicherer als beispielsweise ein Skifahrer auf der Piste", erklärt Nadine, die seit ihrem 9. Lebensjahr an Rennen teilnimmt und sich nie ersthaft verletzt hat. Außerdem ist es unbestritten, dass Abseits-vom-Asphalt-Fahrer im Wald nicht von Autos überrascht werden, die für Stadtradler ja immer schnell gefährlich werden können. Auch die Angst vor Verletzungen, wenn's mal steil bergab geht, ist eigentlich unbegründet, denn es zwingt sie ja keiner: "Im Zweifel kann man jederzeit absteigen und schieben."

Erst einmal schieben
Gutes Stichwort – tatsächlich sollten Sie Ihr Rad vor der ersten Offroad-Tour erst einmal schieben. Denn nur, wenn Sie nicht im Affenzahn unterwegs sind, können Sie gefahrlos ausprobieren, wie die Bremsen rea­gieren. Dafür ziehen Sie am besten mit 2 Fingern an den Hebeln und schauen genau auf das, was passiert. "Ungefähr 70 Prozent der Bremskraft sollte von vorn und 20 bis 30 Prozent von hinten kommen", rät die Expertin. Warum das so wichtig ist? Ganz einfach: Wenn Sie vorn zu viel Zug draufhaben, blockiert das Vorderrad und das hintere Rad kommt hoch – die Chance, dass Sie sich dann auf die Nase packen, steigt in diesem Fall enorm.

Auch empfiehlt es sich, die Fahreigenschaften des Rades erst mal auf gerader Ebene zu testen: "Unterschiedliche Untergründe fühlen sich auch unterschiedlich an", sagt Nadine. "Zum Beispiel rutscht das Hinterrad auf Schotter nach. Das ist nicht weiter schlimm, aber am Anfang etwas unheimlich."

Hindernis nie mit den Augen fixieren
Und wenn Sie sich nicht völlig unvorbereitet sofort den steilsten Abgang runterwagen, sind auch Hindernis­fahrten kein Problem. Hier gilt: Jeder (der sich nicht verletzen will) fängt mal klein an. Und deshalb übt man anfangs besser, indem man einen Ast auf einen freien Platz legt und immer wieder drüberfährt, bis man sich sicher genug für größere Herausforderungen fühlt. Sowohl hier als auch später im Gelände gilt dann: "Man sollte das Hindernis nie mit den Augen fixieren, sonst bleibt man daran hängen", verrät sie und rät: "Schauen Sie nach vorn und suchen sich eine Linie aus, die dort endet, wo Sie hinmöchten." Wie viel Schwung letztendlich reicht, ist reine Gefühlssache. Eins können Sie sich aber merken: Zu wenig ist immer falsch.

06.06.2014| Martina Steinbach © womenshealth.de
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