Kleiderschrank ausmisten 7 Kleidungsstücke, die Sie sofort aussortieren können

7 Kleidungsstücke, die Sie sofort aussortieren können
Wer sich im Leben aufs Wesentliche konzentrieren möchte, kann damit ziemlich einfach bei seinem Kleiderschrank anfangen © GaudiLab / Shutterstock.com

Wir tragen nur einen Bruchteil der Kleidung, die wir tatsächlich besitzen. Was aber passiert mit dem Rest? 7 Tipps, wie Sie sich erfolgreich vom Klamotten-Ballast trennen

Minimalismus vs. Kaufrausch

Es soll Menschen geben, die gerade einmal so viele Klamotten besitzen, dass sie alle Teile problemlos in einem kleinen Rucksack verstauen können, der selbst als Handgepäck bei einem Ryanair-Flug durchgehen würde; und ja, damit meinen wir inklusive Schuhen, Taschen, Mützen, Handschuhe usw. Vielleicht mag Ihnen das eine Spur zu krass erscheinen, aber sicherlich haben diese Menschen keine Probleme damit ihre Garderobe auszumisten und lediglich die Teile im Schrank hängen zu haben, die Ihnen wirklich gefallen, die sie gern und häufig anziehen und in denen sie sich richtig wohl fühlen. Irgendwie beneidenswert, oder?

Zu der Wortkombi "Kleiderschrank + Minimalismus" gibt es inzwischen etliche Videos bei Youtube, denn offenbar interessiert vor allem Frauen brennend, wie viele Hosen, Schuhe usw. andere Frauen besitzen und wie diese verstaut werden. Während wir uns noch vor wenigen Jahren neidisch Roomtouren durch begehbare Kleiderschränke mit fetter Sneakersammlung angeschaut haben, begeistern sich heute immer mehr für aufgeräumte Kleiderstangen, an denen maximal 33 Teile hängen. Wenige, dafür aber wirklich tolle und gute Dinge zu besitzen – danach streben immer mehr; eine schöne Trendwende in Zeiten von Primark-Haul und Kaufrausch-Orgie.

Kleiderschrank-Detox: Ausmisten für Anfänger

Wer zu denen gehört, die sich das große Kleiderschrank-Ausmisten immer wieder vornehmen, aber letztlich scheitern, weil sie sich von nichts so recht trennen mögen – bitte dringend weiterlesen! Wir haben eine Liste von Kleidungsstücken erstellt, von denen Sie sich getrost sofort trennen können. Damit Sie das Ausmisten diesmal auch wirklich ohne Herzschmerz und Gewissensbisse über die Bühne bringen, gibt's hier eine kleine Hilfestellung:

1. „Wenn ich mich nicht bücke, geht’s schon.“

Wie wohl fühlen Sie sich in einer Bluse, bei der Sie alle paar Minuten checken, ob der Ausschnitt noch korrekt sitzt und ob der Stoff schon wieder aus der Hose gerutscht ist, weil Sie sich kurz bücken mussten? Kleidungsstücke, die nur dann zu 100 Prozent sitzen und gut aussehen, wenn Sie wie im Katalog akkurat zurecht gezupft und drapiert wurden, sind im Alltag echte Nervtöter. In der Konferenz wollen Sie sich schließlich ganz auf den Inhalt Ihrer Präsentation konzentrieren und nicht daran denken, ob der Rock gerade wieder ein paar Zentimeter die Schenkel hochgekrabbelt ist. Ergo: Trennen Sie sich von Klamotten, die vielleicht hübsch aussehen, Ihnen aber beim Tragen tierisch auf den Geist gehen.

2. „Aber das war mal so verdammt teuer!“

Manchmal ist der einzige Grund, der uns vom Klamotten-Entsorgen abhält, der, dass wir mit Entsetzen an das viele Geld denken, dass wir einmal dafür hingeblättert haben. Ein Trost vorweg: Designerklamotten wird man ziemlich gut über die beiden Designer-Secondhand-Shops Vestiaire Collective und Rebelle los. Und letztlich sei gesagt: Das Geld ist sowieso futsch – ob das Teil nun ungetragen im Kleiderschrank vor sich hin gammelt oder ob Sie sich gleich von ihm trennen.

3. „Huch, fast geplatzt. Aber das passt bestimmt bald wieder.“

Keine Frage, es gibt Hosen, die wir so unglaublich gern haben, dass wir uns auch kurz vor der Detonation der Gesäßtaschen noch an ihnen festkrallen. Seien Sie einmal ganz ehrlich zu sich selbst und beantworten Sie folgende Frage: Ist es tatsächlich realistisch, dass Sie jemals wieder in die Röhrenjeans reinpassen, die vor 5 Jahren schon verdammt eng saß? Kleidungsstücke, die wir behalten, weil wir glauben, irgendwann wieder reinzupassen, bereiten uns jedesmal Unbehagen, wenn wir die Schranktür öffnen. Brauchen Sie diesen unnötigen Druck wirklich? Weg damit! Jede Wette, dass die Teile bei Kleiderkreisel, Mädchenflohmarkt oder Kleiderkorb neue, glückliche Besitzerinnen finden.

Diese Kleider können Sie sofort ausmisten
Wie viele Ihrer Kleidungsstücke bekommen von Ihnen den Stempel "passt perfekt, gefällt mir super und ist super bequem"? © sergey causelove / Shutterstock.com

4. "Alter Schwede, was hab ich mir denn dabei gedacht?"

Es gibt Modetrends, für die wir uns wenig später ganz arg schämen. Das ist völlig in Ordnung und gehört sicherlich zum Lernprozess dazu. Blöd nur, wenn Sie die Teile ohne Not bunkern und sich Ihr Kleiderschrank peu à peu zur "wardrobe of shame" verwandelt. Diese Teile nehmen unnötigen Platz weg und machen beim Anschauen bloß ein schlechtes Gewissen. Besser: Finden Sie Ihren eigenen Stil! Klingt vielleicht banal, hilft aber ungemein gegen Fehlkäufe. Wer weiß, welche Farben und Schnitte einem stehen und mit welchem Stil er sich identifizieren kann, hat nicht das Bedürfnis, jeden Trend mitmachen zu wollen. Wer nach diesem Prinzip shoppen geht, wird später feststellen, dass sich plötzlich nahezu alle Teile im Kleiderschrank wunderbar miteinander kombinieren lassen.

5. "Oh, das habe ich getragen, als ich vor 12 Jahren ..."

Wenn der einzige Grund, weswegen Sie an dem Kleidungsstück festhalten, ein nostalgischer ist – trennen Sie sich. Oder sieht Ihr Abiballkleid von damals so aus, als würden Sie sich darin tatsächlich noch einmal irgendwo blicken lassen wollen? Wenn Ihnen das Teil immer noch passt, supergut gefällt und Sie es definitiv noch tragen werden (Karneval? Silvester? Beerdigung?) – behalten Sie's natürlich. Hat es lediglich die Funktion, Sie an Erlebnis XY zu erinnern – verzichten Sie lieber drauf.

6. "Das kann man auf jeden Fall noch zum Putzen anziehen."

Wetten, dass Sie gar nicht so viel putzen können, wie Sie inzwischen Putz-Klamotten gehortet haben? Gleiches gilt für labberige T-Shirts, die zum Schlaf-Shirt werden und ausgebeulte Jogginghosen, die wir zur Chill-Hosen umfunktionieren. Tragen Sie die Teile wirklich zum Putzen, Anstreichen, Unkrautzupfen, Schlafen und Reifenwechseln oder sind das alles nur vorgeschobene Gründe, um sich letztlich nicht von dem Kleidungsstück trennen zu müssen? Falls Letzteres der Fall ist: weg damit!

7. "Juhu, heute trag ich endlich noch mal ... oh, hier fehlt ein Knopf."

Kleidungsstücke, bei denen lediglich ein Knopf fehlt oder bei denen sich eine Naht gelöst hat, fristen häufig ein ziemlich trauriges Dasein in unserem Kleiderschrank. Und das bloß, weil wir schlichtweg zu faul sind, sie endlich zum Schneider zu bringen oder selbst auszubessern. Suchen Sie genau diese Teile einmal zusammen und packen Sie's entweder an oder trennen Sie sich. So einfach ist das.

Magic Cleaning
Buchtipp für all jene, die nach mehr Ordnung in allen Lebensbereichen suchen

Zum Schluss noch ein Buchtipp für all jene, die jetzt richtig Lust aufs Ausmisten bekommen haben:

Die Japanerin Marie Kondo ist mit ihrem Aufräum-Ausmist-Konzept Magic Cleaning: Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert, rororo (2013), ca. 10 Euro, inzwischen berühmt geworden. Sie erklärt, wie wir uns von überflüssigen Dingen trennen und dauerhaft Ordnung in unsere 4 Wände bekommen; und das Ausmisten des Kleiderschranks ist laut der Autorin der erste Schritt. Ein großartiges Buch für all jene, die regelmäßig im Chaos versinken und das dringende Bedürfnis verspüren Ordnung und Klarheit in ihr Leben zu bringen.

19.06.2017| © womenshealth.de
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