COPD Leben ohne Atemnot

Wenn Sie Ihre Sucht aufgeben, verringern Sie auch das Risiko, an COPD zu erkranken
Verabschieden Sie sich von Ihren Zigaretten – Ihre Lunge wird es Ihnen danken, schließlich sind 90 Prozent der behandlungsbedürftigen COPD-Patienten (ehemalige) langjährige Raucher © Shutterstock

Jetzt einmal tief durchatmen: Falls Sie Hustenanfälle und Atemnot plagen, könnte sich eine COPD ankündigen, eine chronische Lungenerkrankung

Rauchen Sie? Und haben Sie schon länger als drei Wochen Husten oder Auswurf? Leiden Sie bei Belastung unter Atemnot? Dann sollten Sie unbedingt zum Arzt gehen, um einen Lungenfunktionstest machen zu lassen. "Raucherhusten ist keine normale Begleiterscheinung des Rauchens, sondern Ausdruck davon, dass die Lunge leidet und krank ist", warnt der Lungenexperte Prof. Tobias Welte von der Medizinischen Hochschule Hannover. Wird frühzeitig etwas dagegen unternommen, können Sie größere Lungenschäden verhindern. Ansonsten kann sich bei Ihnen im Laufe der Jahre eine chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD = chronic obstructive pulmonary disease) entwickeln.

Nur wenig bekannt ist, dass COPD weltweit die vierthäufigste Todesursache ist. Deshalb wird die Erkrankung oft unterschätzt – machen Sie nicht auch diesen Fehler. Grundsätzlich rät Tobias Welte jedem Raucher, auch wenn er keinen Raucherhusten hat, zu einem baldigen Lungenfunktionstest.

Rauchen als Hauptrisikofaktor
Etwa 20 bis 25 Jahre dauert es vom Rauchbeginn an bis eine behandlungsbedürftige COPD entsteht. Etwa 90 Prozent der gut vier Millionen COPD-Patienten in Deutschland sind (ehemalige) Raucher. Umgekehrt heißt es, dass jeder vierte bis fünfte Raucher eine COPD bekommt. Dann sehen Sie Ihr Risiko als klein an? So dürfen Sie das als Frau nicht sehen, denn Raucherinnen haben ein vier- bis fünfmal so hohes Risiko wie rauchende Männer. Natürlich ist auch bei COPD von einer genetischen Anfälligkeit auszugehen. Doch das Rauchen ist schon der Hauptrisikofaktor. Jedes Mal, wenn Sie einen Zug nehmen, wird Ihre Lunge mit den Verbrennungsprodukten Ihrer Zigarette überflutet.

Hinzu kommen die Feinstäube aus der Umwelt sowie Industrie- und Autoabgase. Das kann eine chronische Entzündung in Ihren unteren Atemwegen verursachen. Ihre Schleimhaut schwillt an und die Atemwege verengen sich. Außerdem bilden Sie vermehrt zähen Schleim, der sich in den Bronchien ansammelt. Möglicherweise werden auch die Trennwände der für den Gasaustausch zuständigen Lungenbläschen durch Enzyme zerstört. Die Lungenbläschen sitzen am äußersten Ende der Bronchiolen, die kleine Verzweigungen der Bronchien sind. Werden die Trennwände zwischen den Lungenbläschen aufgelöst, bildet sich eine einzige große Blase. Obgleich Ihre Lunge voller Luft ist, leiden Sie dann an Sauerstoffmangel und Atemnot – letzteres erst nur unter Belastung, später dann auch in Ruhe. Man spricht dann vom Lungenemphysem.

Der Erkrankung frühzeitig entgegenwirken
COPD ist als ein Sammelbegriff für die chronisch-obstruktive Bronchitis mit Atemnot, einem Lungenemphysem mit Abbau von Lungengewebe sowie für viele Mischformen zu sehen. COPD lässt sich derzeit noch nicht heilen und es ist nicht absehbar, ob bzw. wann dies möglich sein könnte. Es gibt zwar Medikamente, die die Entzündung in den Bronchien eindämmen und die Bronchien erweitern. Aber zerstörte Trennwände zwischen den Lungenbläschen lassen sich damit nicht wieder aufbauen. Und jeder Infekt kann Ihren Zustand verschlechtern.

Das ist alles andere als reizvoll. Zumal es mittlerweile Hinweise gibt, dass es sich bei COPD um mehr nur als reine Erkrankung der Lunge handelt. Die Krankheit ist als chronisches, den ganzen Körper betreffendes entzündliches Syndrom zu sehen. COPD tritt nämlich auffallend oft zusammen mit anderen Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Rheuma, Osteoporose, Herzinsuffizienz und auch Krebs auf.

Was können Sie für sich tun, um eine Verschlechterung Ihrer Lungenfunktion zu verhindern?

Als erstes sollten Sie künftig Schadstoffen wie Tabakrauch und anderen Luftschadstoffen, z.B. am Arbeitsplatz, aus dem Weg gehen. D.h. einerseits baldmöglichst (am besten: sofort!) mit dem Rauchen aufhören; Und andererseits, wenn Sie passiv mitrauchen, Regelungen finden, wie sich diese Situation ändern lässt. (Weitere Infos unter lungeninformationsdienst.de)

23.02.2012| Gerlinde Felix © womenshealth.de
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