Verhütung Liebe ja, Schwangerschaft nein

Verhütung geht Frau und Mann an
37 Prozent aller deutschen Paare wählen Kondome als Verhütungsmethode © Shutterstock

Nie war die Auswahl an Verhütungsmitteln so groß wie heute. Diese Facts helfen Ihnen, die für Sie besten Methode zu finden

Pille, Pflaster, Stäbchen, Vaginalring, Creme oder Zäpfchen? Nie war die Auswahl an Verhütungsmitteln so groß wie heute. Bei dieser Bandbreite fällt es nicht leicht, sich für eine Methode zu entscheiden. Wir haben alle Facts zu den wichtigsten Verhütungsmethoden und extra Infos zur Pille.

  • Pille und Kondome sind die beliebtesten Verhüterlis
    Laut einer repräsentativen Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung setzen die meisten Frauen in Deutschland bei der Verhütung auf Anti-Baby-Pille (53 %) oder Kondome (37 %). Die Pille wird wegen ihrer Zuverlässigkeit und bequemen Anwendung bevorzugt. Für das Kondom sprechen insbesondere die gute Verträglichkeit und der gleichzeitige Schutz vor HIV, Hepatitis und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten. Bei unter 25-Jährigen ist daher die Kombination aus Pille und Kondom weit verbreitet.
    An dritter und vierter Stelle wählen die Deutschen Spirale und Sterilisation (jeweils 10 %), die Spirale am häufigsten bei den 30- bis 39-Jährigen, eine Sterilisation bei fast jedem Vierten aus der Altersgruppe der 40 bis 49-Jährigen. Andere Verhütungsmittel wie Vaginalring, Hormonpflaster, Hormonstäbchen oder Dreimonatsspritze werden bisher nur von wenigen Frauen angewandt (1-3 %).
    Möglicherweise sind Wissenslücken der Grund, weshalb Alternativen zu Pille und Kondom so wenig Verbreitung finden, obwohl 6 von 10 Frauen (59 %) über  Probleme mit der pünktlichen Einnahme der Pille berichteten und mehr als ein Drittel der Befragten (37 %) über Anwendungsprobleme beim Einsatz eines Kondoms klagten.
  • Zukunftsvision: Die „Pille für den Mann“
    Überraschend sind die Ergebnisse zur „Pille für den Mann". Bei den Befragten gibt es kaum Vorbehalte: Eine deutliche Mehrheit der Männer (68 %) kann sich vorstellen, ein hormonelles Präparat zur Empfängnisverhütung einzunehmen. 3 von 4 Frauen (76 %) fänden es gut, wenn ihr Partner die "Pille für den Mann" einnehmen würde. Allerdings wird es ein solches Präparat bis auf weiteres nicht geben.
    Vorerst stehen dem Mann nur drei sichere Verhütungsmethoden zur Verfügung: das Kondom, die Sterilisation oder der Verzicht auf Sex. Alle anderen Männer-Methoden sind untauglich: Der Coitus interruptus, das Herausziehen des Penis kurz vor der Ejakulation, ist nicht nur eine unschöne Unterbrechung des Liebesspiel, der „Rückzieher“ ist darüber hinaus mit einem Pearl-Index von 4-18 eine ausgesprochen unsichere Verhütungsmethode.
  • Schutz gerissen oder vergessen? Für Notfälle, bei denen im Rausch der Gefühle das Verhütungsmittel vergessen wurde oder geplatzt ist, gibt es die „Pille danach“. Elf Prozent der Frauen haben sie bereits einmal, zwei Prozent sogar mehrfach eingenommen. Die Altersgruppe 25–29 Jahre hat am meisten Erfahrung mit der Notfallpille. Was viele nicht wissen: Neben der „Pille danach“ gibt es auch noch die „Spirale danach“.
  • Wissenslücken in punkto Verhütung
    Die meisten Frauen halten sich für gut informiert, was hormonelle Verhütung angeht – doch fragt man genauer nach, stellt sich heraus: Das stimmt nur bedingt. Bei einer Umfrage des Instituts MKM unter 500 hormonell verhütenden Frauen zwischen 15 und 45 Jahren konnte ein Drittel der befragten Frauen (32 %) nicht genau sagen, wie ihre eigene Verhütungsmethode funktioniert. Knapp die Hälfte (48 %) wusste zumindest, dass der Hormonhaushalt verändert wird. Nach Ansicht von vier von zehn Teilnehmerinnen (38,5 %) verhindern Antibabypillen den Eisprung. Damit kennen sie zumindest den Hauptmechanismus vieler, aber längst nicht aller Präparate. Mehr als drei Viertel der Frauen (76 %) wussten nicht, welche Hormone ihr eigenes Verhütungsmittel enthält.

10.01.2011| Uta König © womenshealth.de
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