Minus 22 Kilo Kilos runter, Karriere rauf

Maren hat 22 Kilo abgenommen: vorher wog sie 79 Kilo und nachher 57 Kilo
Maren (33 Jahre; 1,62 m) hat 22 Kilo abgenommen: Vorher wog sie 79 Kilo und nachher 57 Kilo © privat; Jörg Scheibe

Ihre Karriere wurde Maren zur Dickmacher-Falle. Hier erzählt sie, wie sie Beruf und Abnehmen schließlich doch noch erfolgreich kombinierte und 22 Kilo abnahm

Es gibt Tage, die eignen sich hervorragend, um Bilanz zu ziehen. Der 30. Geburtstag zum Beispiel. Maren erinnert sich: "Ich arbeitete gefühlt rund um die Uhr und hatte beruflich viel erreicht. Doch ich spürte plötzlich, dass ich mich dabei selbst verloren hatte." Denn der Preis für dieses Leben war hoch. Gesunde Ernährung blieb auf der Strecke, und Zeit für Sport hatte sie so gut wie gar nicht. Es war also höchste Zeit, ihr Leben umzukrempeln. Und das hat gut geklappt – mit diesem 5-Punkte-Plan.

1. Übeltäter ausfindig machen

Der Vorsatz für den neuen Lebensabschnitt war klar: "Ich wollte nicht mehr auf der Strecke bleiben und trainierte mir als Erstes einen gesunden Egoismus an. Mein Wunsch war, das auch optisch umzusetzen. Ich fühlte mich nämlich schon lange nicht mehr wohl in meinem Körper."
Bei einer Größe von 1,62 Metern brachte sie 79 Kilogramm auf die Waage. Der Grund dafür war schnell gefunden: "Durch die mangelnde Zeit aß ich oft spät und unregelmäßig. Und oft war es was vom Bäcker oder Imbiss. Abends fiel ich dann völlig kaputt aufs Sofa und belohnte mich mit Chips und Schokolade für meinen anstrengenden Alltag." Sport machte Maren überhaupt nicht mehr.

2. Einschnitte machen

So klar Marens Ziel war, so konsequent setzte sie es um und schaufelte sich endlich Zeit dafür frei. "Ich hatte zuvor nie eine Diät gemacht und wollte meinen ersten Versuch professionell angehen. Die Gewichtsabnahme sollte schnell und effektiv sein." Für kurze Zeit schlug Maren einen krassen Weg ein: Sie schraubte ihre tägliche Energiezufuhr auf 500 Kalorien herunter – spürte aber schnell, wie ihr Körper unter der Tortur litt: Kopfschmerzen und Schwächegefühle waren ständige Begleiter. Das war abzusehen, denn bevor der Organismus an die Fettreserven geht, werden die Kohlenhydrat- und Eiweißspeicher geleert. Durch die Beschwerden signalisierte Marens Körper klar, dass er unter dem Energiemangel litt. "Ich brauchte das als Einstieg, um aufzubrechen. Und ich wusste, dass diese Phase nur kurz dauert."

3. Auf Natürlichkeit setzen

Morgens trank Maren einen Shake mit Algenextrakt, der den Stoffwechsel ankurbeln soll. Mittags und abends aß sie jeweils 120 Gramm Fleisch und 50 Gramm Gemüse. Zwischenmahlzeiten, Kohlenhydrate und Milchprodukte waren tabu. Da Maren zusätzlich jeden Tag eine Stunde auf dem Crosstrainer trainerte, baute sie schnell Fett ab und war gewichtsmäßig rasch am Ziel. Mittlerweile ernährte sie sich nach dem Clean-Eating-Prinzip. Auf dem Teller lagen nur frisch zubereitete Lebensmittel ohne künstliche Zusatzstoffe. Um industriell verarbeitete Produkte machte sie aus gutem Grund einen großen Bogen: Prozessierte Nahrungsmittel enthalten überdurchschnittlich viel Zucker, Salz, Fett und Transfettsäuren. Dieses Quartett ist nachweislich für Übergewicht, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verantwortlich. „Mir war am wichtigsten, das Gewicht dauerhaft halten zu können und meinen Körper zu formen. Nun war ich zwar nicht mehr moppelig, aber auch nicht muskulös“, erinnert sich Maren. Deshalb engagierte sie einen Personal Trainer und startete mit Bodybuilding.

4. Beim Training alles geben

Seitdem ist Maren 5-mal pro Woche für eine Stunde im Fitness-Studio. Dort macht sie 3-mal Volumentraining, um optimal Muskeln aufzubauen. Die beiden anderen Male steht Ausdauertraining auf dem Programm, um das Herz-Kreislauf-System fit zu halten und Körperfett weiter zu reduzieren. Weil sie so viel trainiert, sind auch Pommes und Burger hin und wieder mal drin. "Das ist natürlich die Ausnahme und nicht die Regel. Und ich weiß solche Schlemmertage richtig zu genießen, denn ansonsten tracke ich meine gesamte Ernährung und wiege alles ab."

5. Dauerhaft dranbleiben

Für die Zukunft wünscht sich Maren, motiviert zu bleiben und weiterhin ihren Körper aufbauen zu können. Dafür hat sie einiges in Kauf genommen: "Nicht nur meine Figur hat sich verändert, auch der Rest meines Lebens. Ich habe einen neuen Freundeskreis, der meine Leidenschaft für Sport und Ernährung teilt. Und es dreht sich fast alles um Training und Wettkämpfe. Das ist nichts für jedermann, aber ich bin glücklich damit."

28.01.2017| Stephanie Arndt © womenshealth.de
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