Minus 41 Kilo: Schluss mit zu süßem und zu fettigem Essen

Jenny hat 41 Kilo abgenommen
Jenny (27 Jahre; 1,72m) wog vorher 105 Kilo und nachher 64 Kilo © privat; Frank Krems

Unsere Leserin Jenny war früher Expertin, was Diäten betrifft. Eine nach der anderen hat sie ausprobiert – und ist jedes Mal gescheitert. Aber dann fand sie einen Weg, der sie nicht nur schlank werden, sondern auch bleiben ließ

Einen Zukunftstraum zu beerdigen ist schmerzhaft. Jenny tat dieser Verlust nicht nur körperlich weh, ­sondern auch seelisch: Während eines Tanzturniers verletzte sie sich so schwer, dass sie lange nicht laufen konnte. „Ab da wurde Essen mein Trost“, sagt sie. Jenny nahm 25 Kilogramm zu und ging kurz danach als Au-pair in die USA. „Das hat mir figurtechnisch den Rest gegeben und bescherte mir weitere 20 Kilo. Denn meine Gastfamilie hatte wenig Zeit zu kochen. Wir gingen ­ständig essen, vor allem in Fast-Food-Restaurants. Zum Schluss wog ich bei einer Größe von 1,72 Metern 105 Kilogramm.“
Als ihre Eltern und Freunde sie ein Jahr später vom Flughafen abholten, war nicht nur die Freude groß, sondern auch der Schreck. „Ich sah ihnen an, dass sie geschockt über meine Gewichtszunahme waren. Und ich fühlte mich selbst schrecklich in meinem Körper, hasste meinen Bauch und mein rundes Gesicht, das immer weniger Konturen hatte. Als meine Mutter wenig später bei einem Unfall fast gestorben wäre, wusste ich: Das Leben kann schnell vorbei sein, ich will glücklich sein.“ Mit diesen Weisheiten klappte es:

Aus Fehlern wird man klug

Als Erstes setzte sich Jenny mit ihren Essgewohnheiten auseinander: „Zusammengefasst kann man sagen: Ich aß früher zu süß, zu fettig und zu viel. Mein Tag begann mit Schokomüsli oder Frühstücksflocken. Dazu trank ich ein großes Glas Kakao und belastete bereits morgens mein Kalorienkonto kräftig. Trotzdem war ich nach kurzer Zeit wieder hungrig“, erinnert sie sich. Bis sie las, dass zuckrige Lebensmittel den Blut­zuckerspiegel schnell ansteigen und wieder abfallen lassen und zu Heißhungerattacken führen.
Zu jedem Topf passt ein Deckel
Jenny überlegte, was ihr beim Abnehmen wichtig war: „Ich wollte nicht hungern oder mir alles ver­bieten.“ Weil der Arzt zu der Zeit auch noch eine Gluten­unverträglichkeit bei ihr feststellte, entschied sie sich gegen eine Diät und für eine gesunde, dauerhafte Ernährungsumstellung. Morgens stand nun eine Schale Joghurt mit Nüssen und Früchten auf dem Tisch, die durch den hohen Eiweiß­gehalt deutlich länger sättigte. „Und statt Pizza und Pasta aß ich mittags und abends mehr Gemüse, Fisch und mageres Fleisch. Ich gönnte mir zwar hin und wieder auch Schokolade, verzichtete aber auf Zwischenmahlzeiten.“
In der Ruhe liegt die Kraft
Als Jenny bewusst wurde, dass Essen weder Belohnung noch Aufmunterung oder Zeitvertreib sein sollte, veränderte sich ihre Ein­stellung: „Ich aß nur noch, wenn ich wirklich Hunger hatte. Und dann nahm ich mir Zeit, genoss die Mahlzeit und legte zwischendurch mal die Gabel beiseite.“ So hatte ihr Gehirn Zeit, Sättigungssignale auszusenden, was im Schnitt etwa 20 Minuten dauert. Außerdem trank Jenny deutlich mehr Wasser als früher und brachte so Stoffwechsel und Verdauung auf Trab. Den positiven Effekt von Wasser auf das Gewicht hat die Berliner Charité in einer aktuellen Studie nachgewiesen: Wer seinen Körper ausreichend damit versorgt, kann zusätzlich 100 Kalorien am Tag verbrennen – was aufs Jahr gerechnet eine Gewichtsabnahme von bis zu 5 Kilo bedeuten kann.
Sich regen bringt Segen
Jeden Tag trainierte Jenny 20 Minuten zu einer Fitness-DVD und meldete sich nach 4 Wochen im Sportverein an. Dort probierte sie Step-Aerobic, Spinning und Aqua-Gymnastik. „Hängen blieb ich aber bei Zumba und Kraftsport. Zu Anfang machte ich täglich bis zu 2 Stunden Sport.“ Ihr Ehrgeiz zeigte schnell Wirkung: Die Pfunde schmolzen wie Eis in der Sonne. „Und was auch toll war: Ich hatte keine Darm- und Hautprobleme mehr und fühlte mich psychisch viel stärker.“
Gemeinsam ist man stark
Natürlich erlebte Jenny auch Tiefpunkte: „Es gab während der 18 Monate auch Tage, an denen ich mich fragte: ,Was soll das Ganze eigentlich?‘ Vor allem, wenn sich auf der Waage lange nichts tat, war ich frus­triert.“ Um nicht wieder in alte Muster zu verfallen, griff Jenny tief in die Trickkiste: „Als Warnung hing eine meiner alten XXL-­Hosen im Schrank. Und in meinem Portemonnaie steckte ein Vorher-Bild, falls ich in der Süßigkeitenabteilung schwach zu ­werden drohte.“ Das hat gewirkt: Heute wiegt Jenny 64 Kilogramm – und ist happy wie nie zuvor.

Mein Lieblingsrezept: Thunfisch-Wrap mit körnigem Frischkäse
½ kleine Gurke
½ Kopf Eisbergsalat
1 Lauchzwiebel
1 Dose Thunfisch (in eigenem Saft)
1 EL Olivenöl
200 g körniger Frischkäse
1 Prise Salz
1 Prise Pfeffer
etwas Thymian
etwas Oregano
1 Vollkorn-Wrap
2 Gewürzgurken
Gurke würfeln, den Eisbergsalat waschen und klein schneiden.
Die Lauchzwiebel in dünne Ringe schneiden. Die Zutaten anschließend mit Thunfisch und Olivenöl vermengen und den körnigen Frischkäse unterrühren. Mit Salz, Pfeffer, Thymian und Oregano abschmecken. Die Masse in einen Wrap einrollen und Gewürz­gurken dazu essen.

25.10.2016| Stephanie Arndt © womenshealth.de
Themen-Special "So haben wir ab­ge­nom­men"
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