Tattoo-Hype Risiken und Entfernung von Tätowierungen

Risiken und Entfernung von Tätowierung
Bei Tätowierungen: Vorher auch mal an später denken © Shutterstock

Der Tattoo-Hype ist größer denn je – immer mehr Frauen tragen Tätowierungen. Wir sagen Ihnen, welche Risiken der Körperschmuck mit sich bringt

Scarlett Johansson trägt eine Armkettchen-Tätowierung, Mena Suvari einen Löwenkopf im Nacken und Cara Delevingne ihre Initialen auf der rechten Hand. Viele Stars haben eine Vorliebe für den populären Körperschmuck. Doch nicht nur die Promis legen sich unter die Nadel – Tattoos sind längst im Mainstream angekommen. Laut Schätzungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) ist inzwischen jeder zehnte Deutsche tätowiert. In den USA sogar jeder Vierte. Über mögliche Risiken oder die Frage, was passiert, wenn die bunte Jugendsünde nicht mehr gefällt, machen sich die wenigsten Menschen Gedanken.

Vorsicht vor unseriösen Tätowierern
„Eine Tätowierung ist ein invasiver Eingriff, eine Verletzung der Haut“, sagt Professor Wolfgang Bäumler, Physiker und Tattoo-Forscher an der Klinik und Poliklinik für Dermatologie der Universität Regensburg. „Wer sich ein Tattoo stechen lassen möchten, sollte sich gut informieren.“  Vor allem vor unseriösen Tattoo-Studios sollten Sie sich in Acht nehmen. Auf Professionalität und hygienisch einwandfreie Zustände sollten Sie ebenso viel Wert legen wie auf die Fertigkeiten des Tätowierers.  Neben etwa 6000 registrierten Studios, schätzt der Verband der „Deutschen Organisierten Tätowierer“ die Zahl der illegalen Tätowierer auf rund  20.000.

Oft werden hier verbotene und gefährliche Stoffe in den Farben verwendet, die zu allergischen Reaktion oder Entzündungen führen können. „Fragen Sie Ihren Tätowierer, woher die Substanzen kommen“, rät Professor Bäumler. Doch auch erlaubte Stoffe können ungewollte Reaktionen des Körpers auslösen. Zum Teil kommt es zu Blutungen, Verkrustungen und Schwellungen. „Sie sollten die betroffenen Hautstellen genau beobachten“, empfiehlt Bäumler. „Bei bleibenden Knötchen oder Hautveränderungen sollten Sie unbedingt einen Dermatologen aufsuchen.“

Die Behauptung, Tattoos seien krebserregend lies sich bis jetzt allerdings nicht nachweisen. „Tätowierungen gibt es noch nicht sehr lange und Krebs braucht Jahre, um sich zu zeigen“, sagt Bäumler. „Ein Zusammenhang konnte bisher wissenschaftlich nicht belegt werden.".

Tattoo-Pflege
Für eine frisch gestochene Tätowierung ist die richtige Pflege ist das Wichtigste. Falsche oder fehlende Nachbehandlung kann zu einer schlechten Abheilung führen. In diesem Fall leidet neben der Qualität des Motivs auch die Gesundheit der Haut. „Ein frisch gestochenes Tattoo lässt sich mit einer Schürfwunde vergleichen“, so Bäumler. Nach dem Stechen sollte der Tätowierer sofort eine Wundsalbe auf die empfindliche Haut auftragen und das Tattoo zum Schutz mit einer Folie abdecken. Sorgen Sie außerdem dafür, dass die tätowierte Stelle in den ersten Tagen nicht austrocket oder spröde wird.

Für eine optimale Pflege cremen Sie die Haut mindestens fünfmal täglich mit Wundsalbe oder Vaseline ein. Generell gilt hier: An der frischen Luft heilt die Haut am besten. Lassen Sie also ordentlich Luft an die Stelle. Aber aufgepasst bei Sonnenlicht und Solarium – Sonneneinstrahlung sollten Sie 4 Wochen nach dem Stechen des Tattoos vermeiden. Auch nach dieser Zeit ist es ratsam, die tätowierte Haut vor UV-Strahlung zu schützen, um die Farbe lange zu erhalten. Spezielle Schablonen oder Sonnencremes mit hohem Lichtschutzfaktor bieten hier Schutz.

Jugend-Sünden und Mode-Fauxpas
Erst kürzlich ließ sich Jessica Alba ihr Blümchen-Tattoo im Nacken entfernen. Nicole Richie beklagt, dass sie ihr Steißbein-Tattoo nicht mehr leiden kann und ob Michelle Hunziger ihr Oberarm-Tribal noch gefällt, ist fraglich. So wie diesen Promis geht es vielen. Wer sich ein Tattoo stechen lässt, kann sich oft nicht vorstellen, dass es ihm irgendwann nicht mehr gefällt. So steigt mit der Zahl der Tätowierten auch die Zahl derjenigen, die ihren Körperschmuck wieder loswerden wollen.

Das einst trendige Steißbein-Tattoo gilt heute nur noch als Modefauxpas „Arschgeweih“ und der Delphin am Fußgelenk als peinliche Jugendsünde. „Die Entfernung einer Tätowierung ist kostspielig und eine schwierige Prozedur“, weiß Bäumler.

Die gängigste Entfernungs-Methode ist das Laserverfahren. Hierbei werden durch hochenergetische Laserimpulse die Farbpigmente regelrecht zertrümmert. Oft werden die Tätowierungen dabei nur heller und lassen sich nicht vollständig entfernen. Nicht selten kommt es zum Pigmentverlust und narbiger Haut. Neben Lasern können Tattoos auch abgeschliffen oder aus der Haut herausgeschnitten werden. Um die Risiken bei einer Entfernung so gering wie möglich zu halten, sollten Sie in jedem Fall einen Mediziner aufsuchen. „Es ist dringend davon abzuraten, Tätowierungen von Kosmetikern oder Tattoostudio-Betreibern entfernen zu lassen“, warnt Bäumler. Fachkundige Dermatologen finden Sie bei der Deutschen Dermatologischen Lasergesellschaft (DDL) und der Deutschen Gesellschaft für Lasermedizin (DGML). Um den Strapazen einer Entfernung zu entgehen, sollten Sie sich vor dem Stechen gründlich überlegen, wo die geeignetste Stelle für Ihr Tattoo ist und welches Motiv Sie wählen.

26.08.2013| Maja Seimer © womenshealth.de
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