Körperhaarentfernung (Fast) schmerzfreie Enthaarung mit Sugaring

So funktioniert Sugaring
Nahezu schmerzfreie, langanhaltende Haarentfernung – Sugaring macht's möglich © vfedorchenko / Shutterstock.com

Die Haarentfernung mittels Sugaring gelingt nahezu schmerzfrei und das Ergebnis ist absolut genial. Hier kommen Anleitung, Tipps und ein Rezept zum Selbermachen der Sugaringpaste

Ob an den Beinen oder im Intimbereich – Körperhaar-Entfernung ist längst kein reines Sommer-Thema mehr. Enthaarung ist rund ums Jahr angesagt. Manche Frauen rasieren sich täglich, andere suchen sich eine dauerhafte Methode. Waxing galt bisher als dafür das Mittel der Wahl. Doch es gibt eine weniger schmerzhafte Variante, die so harmlos ist wie sie heißt: Sugaring.

Was ist Sugaring?

Sugaring – hinter dem süßen Begriff steckt eine Enthaarungsmethode mit Zuckerpaste. Diese Zuckerpaste enthält nur 2 Bestandteile: Zucker und Zitronensaft. Zusammen wird beides in etwas Wasser erhitzt und zu einer karamellartigen Masse verrührt. Noch warm wird sie mit den Händen geknetet und dann entgegen der Haarwuchsrichtung auf die Haut aufgetragen. Mit ruckartigen Bewegungen wird sie in Wuchsrichtung der Haare wieder abgezogen und an einer anderen Stelle gleich wieder verwendet.

So funktioniert Sugaring
So wird die Sugaringpaste aufgetragen © Tomiganka / Shutterstock.com

Welche Vorteile hat Sugaring?

Sugaring hat seinen süßen Namen verdient: Da das Haar in Wuchsrichtung herausgezogen wird, ist die Prozedur wesentlich weniger schmerzhaft als Waxing. Auch sind die Glukosemoleküle des Zuckers und die Fructosemoleküle der Zitrone so klein, dass sie in den Haarfollikel und die Oberfläche der Haare eindringen können. Das Haar lässt sich so leicht und gründlich entfernen, ohne abzubrechen. Lästige Körperhaare werden gründlich entfernt, ohne dabei allzu doll zu Ziepen. Zudem ist die süße Masse wesentlich angenehmer für die Haut. Denn während Wachs oft auf der Haut fest klebt und mit einem brutalen Ratsch abgezogen werden muss, löst sich die Zuckerpaste wesentlich leichter. Das tut nicht nur weniger weh, es reizt auch die Haut weniger. Mehr als ein sanfter Peelingeffekt ist nicht zu spüren. Ideal für Frauen, die Haare regelmäßig auch in empfindlichen Regionen wie der Bikinizone, den Augenbrauen und unter den Achseln entfernen.

Ein weiterer positiver Effekt der Haarentfernung mit der Zuckerpaste ist, dass die Haare dünner und weicher nachwachsen. Das wiederum führt dazu, dass die Entfernung immer weniger schmerzhaft wird.

Sugaring
Zuckerpaste entfernt Haare auch in empfindlichen Zonen wie unter den Achseln hautschonend © Olinchuk / Shutterstock

An welchen Körperpartienkann man Sugaring anwenden?

Da die Haarentfernung beim Sugaring erstens nicht so weh tut und zweitens auch einen peelenden Effekt hat, kann die Entfernung mit der Zuckerpaste von den Beinen bis hin zur Oberlippe angewendet werden. Aus diesem Grund bieten viele Studios die Haarentfernung im Intimbereich sogar nur noch mit Sugaring an.

Müssen die Haare vor der Anwendung eine bestimmte Länge haben?

Um die Haare optimal entfernen zu können, müssen sie gut sichtbar sein. Mit Haaren im die 0,5 cm Länge bekommen Sie ein sehr glattes Ergebnis hin, das bis zu 3 Wochen glatte Haut verspricht.

Gibt es eine bestimmte Sugaring-Technik?

Bevor es mit der Enthaarung losgeht, reinigen Sie die Haut mit einer Lotion, am besten mit einer, in der desinfizierender Alkohol enthalten ist. Massieren Sie dann die Paste entgegengesetzt zur Haarwuchsrichtung auf die Haut. Als nächstes drückt man ein Taschen- oder Küchentuch darauf und zieht es blitzschnell in Wuchsrichtung ab. Manche Frauen verzichten auf Tücher und ziehen die Paste mit einem in der Hand verbliebenen Kloß Sugaring-Paste wieder ab. Diesen Vorgang wiederholt man ein paar Mal – et voilá, fertig ist das aalglatte Ergebnis.
Nach dem Sugaring wird die haarfreie Zone mit Wasser abgewaschen. Wer will, streut zum Schluss noch etwas Babypuder darauf. Aber besser ist es, die Haut nicht einzucremen, um die Haut zu schonen.

Egal, ob Sie für die Entfernung ins Studio gehen oder ob Sie die Sugaring-Methode selbst anwenden wollen, etwas Zeit dafür sollten Sie schon einplanen. Die Enthaarung der kompletten Beine dauert mit ungefähr 35 Minuten, etwas länger als das Waxing. Tipp: Es gibt Studios, die Speed-Sugaring anbieten. Bei dieser Methode arbeiten zwei Kosmetikerinnen gleichzeitig.

Für wen ist Sugaring geeignet?

Wer unter besonders empfindlicher Haut leidet und deshalb oft mit Rötungen zu kämpfen hat, sollte diese Form der Haarentfernung in Betracht ziehen. Allergiker haben beim Sugaring keine Probleme aufgrund der natürlichen Inhaltsstoffe in der Paste.

So funktioniert Sugaring
Die karamellfarbene Sugaring-Paste besteht aus Zucker, Zitronensaft und Wasser © Victoria Shapiro / Shutterstock.com

Rezept: Zuckerpaste selber machen

Was Sie brauchen:

  • 200 g Zucker
  • 10 ml Wasser
  • 30 ml Zitronensaft (am besten frisch gepressten)

So funktioniert es: Alle Rezept-Zutaten in eine beschichtete Pfanne oder einen beschichteten Topf geben, vermischen und langsam erhitzen. Die Masse langsam köcheln lassen und immer wieder umrühren. Statt einem Löffel aus Metall sollten Sie lieber einen Holzlöffel nehmen, um sich nicht zu verbrennen. Und immer schön dabei bleiben, die Zuckermasse erhitzt schnell. Sobald sich Bläschen im Topf bilden, den Topf kurz von der Herdplatte nehmen und darauf achten, dass die Masse nicht überläuft. Es kann sein, dass Sie diesen Vorgang ein paar Mal wiederholen müssen. Einfach immer wieder den Topf mit der kochenden Zuckermasse vom Herd nehmen und wieder neu erhitzen – so lange, bis eine feste, gelbe Paste entstanden ist. Zu Beginn ist die Masse noch durchsichtig, während des Kochprozesses wird sie dann immer gelber.

So funktioniert Sugaring
Sugaring ist ideal für Frauen, die neben der Enthaarung auch einen sanften Peelingeffekt erzielen wollen © vfedorchenko / Shutterstock.com

Wichtig: Vor der Verwendung sollten sie bedingt die Zuckerpaste ausreichend abkühlen lassen, um Verbrennungen zu vermeiden.

Unter dem Namen 'Halawa', wie die Sugaring-Paste in ihrer orientalischen Heimat genannt wird, kann man auch fertige Mischungen kaufen, die nur noch erwärmt werden müssen.

Welche Nachteile hat Sugaring?

Auch Sugaring ist nicht ganz schmerzfrei. Und wer Körperhaare an bestimmten Stellen für immer los werden will, z.B. an den Beinen, ist mit der IPL-Methode besser bedient. Dabei werden die Haare bis in die Wurzeln in regelmäßigen Abständen mit gepulsten Lichtblitzen bestrahlt, bis die Wurzel ihre Haarproduktion komplett einstellt.
In der Haarlänge liegt der Vorteil, den Waxing vor dem Sugaring hat: Heißes Wachs hält besser als die Zuckerpaste an den Haaren, deshalb kann man sie mit Wachs in einem früheren Stadium rausreißen. Beim Sugaring muss das Haar bereits eine Stoppel-Länge von etwa 0,5 cm haben.

Sugaring beim Profi

Die Zubereitung der zähen, klebrigen Masse ist anfangs nichts für schwache Nerven und das Säubern des Topfes, nachdem man die Zuckerpaste angerührt hat, kostet Zeit. Für Frauen, die nicht selbst mit der Zuckerpaste experimentieren wollen, gibt es natürlich auch Studios, die Sugaring anbieten. Im Spa '4th floor' in Hamburg oder bundesweit in 'Senzera' -Studios werden ein Großteil aller Enthaarungen mit Sugaring vorgenommen. Das 'SugarEpil' in München bietet die Entfernung mit der Zuckerpaste sogar ausschließlich an. Die Kosten liegen bei zirka 12 € für die Augenbrauen, 20 € für die Bikinizone und unter den Achseln, zirka 25 € für die Beine.

Wer jetzt zum ersten Mal von Sugaring gehört hat und denkt, dass das eine ganz neue Methode ist, hat weit gefehlt. Bereits seit Jahrhunderten nutzen Frauen im Orient die zuckersüße Paste zur Haarentfernung. Wer es ihnen gleich tun möchte, weiß ja jetzt wie es funktioniert. Ansosnten:

18.03.2017| Nathalie Muggesser © womenshealth.de
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