Go Greens!: Darum mixen wir jetzt Gemüsepulver unter unser Essen

Smoothie-Bowl zum Reinsetzen: Mit Greens, Obst und Kokosflocken
Ein echter Hingucker: Smoothie-Bowl mit Gemüsepulver, Himbeeren und Kokosflocken © HealthyLauraCom / Shutterstock.com

Obst und Gemüse bekommen jetzt pulverisierte Konkurrenz: "Greens" verpassen Ihrem Essen nicht nur einen neuen (grünen) Look, sondern auch ein Vitamin-Upgrade. Das schmeckt uns!

Was sind "Greens" eigentlich genau?

Greens ist im Grunde nur die wesentlich coolere Bezeichnung für "Gemüsepulver", also (entwässertes) Obst und Gemüse in Pulverform – oftmals angereichert mit Superfoods wie Acai, Chlorella & Co. Viele der Hersteller versprechen, dass Sie dadurch Ihre persönliche Mikronährstoff-Zufuhr optimieren. Vitamine und Mineralien fungieren als Co-Enzyme für viele Stoffwechselprozesse. Damit unser Körper richtig funktioniert, brauchen wir diese.

"Einige Marken produzieren die grünen Pulver ganz ohne Geschmack, andere versetzen ihr Produkt mit speziellen Aromen, um es schmackhafter zu machen", sagt unser Supplement-Spezialist Mic Weigl. Der Regensburger hat ein Geschäft für Sportnahrung, wo er mehr als 50 Marken vertreibt.

Wie verwendet man die gesunden Gemüsepulver in der Küche?

Zum einem können Sie das Pulver ganz einfach mit Wasser anrühren und den Greens-Drink pur trinken. Wem das zu langweilig ist (oder wem es in dieser Form nicht schmeckt) kann auch andere Gerichte mit dem Pulver aufpeppen.

Gemüsepulver (oder auch Greens) sind gerade mega angesagt in der Foodie-Szene
Greens sind leicht zu verwenden, zum Beispiel ganz easy als Drink mit Wasser vermischt © Magdalena Paluchowska / Shutterstock.com

Denn ein Löffelchen Greens lässt sich in viele Mahlzeiten schmuggeln und macht sie dadurch noch gesünder: Verpassen Sie beispielsweise Ihren Smoothies oder Smoothie-Bowls, selbstgemachter Nicecream (veganes Eis auf Bananen-Basis) oder sogar Ihrem Omelette einen neuen, grünen Anstrich. Das sieht nicht nur klasse aus, sondern erhöht so auch den Vitamingehalt des jeweiligen Gerichts.

Welche Vorteile haben Greens gegenüber frischem Obst und Gemüse?

Im modernen, oft stressigen Alltag stellt die optimale Ernährung für viele Sportler eine große Herausforderung dar. Wer zum Beispiel beruflich viel unterwegs ist, hat nicht immer die Möglichkeit, sein Obst und Gemüse frisch zuzubereiten. Für die Greens-Drinks hingegen benötigen Sie lediglich etwas Wasser.

Zudem können Sie das Getränk schneller trinken, als Sie eine gekochte Gemüse-Mahlzeit futtern können. "Mit einem einzigen Gemüsepulver-Drink pro Tag ist Ihr Bedarf an Mikronährstoffen zudem bereits großflächig abgedeckt", erklärt Fachmann Weigl. Klingt ziemlich praktisch, oder?

Obst essen oder Greens trinken?
Obst oder Greens? Warum nicht beides? © voloshin311 / Shutterstock.com

Braucht man jetzt gar kein Obst und Gemüse mehr zu essen?

Doch, natürlich! Allein wegen der Ballaststoffe und der natürlichen Vorgänge beim Essen fester Nahrung (kauen und verdauen) sollten Sie die täglich empfohlenen 5 Portionen Obst und Gemüse verzehren. Weigl: „Die Greens sind eine Art Versicherung, jederzeit genügend Mikronährstoffe in der Ernährung zu haben.“ Sehen Sie das Gemüsepulver Drinks also eher als Upgrade Ihrer ohnehin schon gesunden Ernährung. Ein kompletter Ersatz sind die Pulver jedoch nicht. Sie sollen sich schließlich nicht komplett wie ein Astronaut ernähren.

Wann esse oder trinke ich Gemüsepulver am besten?

Auf keinen Fall vor dem Training. Das kann zu Magen-Irritationen führen. Zudem deuten verschiedene Studien darauf hin, dass Sie Supplemente mit erhöhtem Gehalt an Vitaminen und Antioxidantien weder direkt vor noch direkt nach dem Training konsumieren sollten. Die Risiken: eine erhöhte Produktion freier Radikale, eine verringerte Insulin-Sensitivität und gehemmte Kraft-Zuwächse.

Stellen Sie also stets sicher, dass Sie sich die Greens entweder ein paar Stunden vor oder nach dem Training gönnen.

Experten-Tipp: "Ich würde die Greens wie ein Getränk zu einer Mahlzeit konsumieren. Wer sie auf nüchternen Magen zu sich nimmt, kann durch die geballte Nährstoff-Menge ebenfalls Schwierigkeit bei der Verdauung bekommen." Testen Sie also am besten mal an einem freien Tag, wie gut Sie die Greens vertragen.

Smoothie-Bowl mit Greens – lecker!
Smoothie-Bowl mit Greens: das schmeckt uns! © YipunJJ / Shutterstock.com

Wie wird die "grüne Nahrungsergänzung" hergestellt?

Entweder kochen die Hersteller das Wasser aus dem Gemüsepulver heraus oder wenden das Verfahren der Gefriertrocknung an. Die gefriergetrockneten Extrakte sind qualitativ das Nonplusultra. Grund: Mikronährstoffe wie Vitamine sind hitzeempfindlich. Beim Herauskochen kann dieser wertvolle Inhalt also verloren gehen. Je weniger Hitze die Hersteller verwenden, desto hochwertiger ist schließlich ihr Produkt. Ein Blick auf die Nährwerttabelle, wo in den meisten Fällen auch wichtige Vitamine und Mineralstoffe mit aufgelistet sind, lohnt sich also.

Worauf sollte ich beim Kauf von Gemüsepulver achten?

  • Preis und Qualität: Je nach Hersteller unterscheiden sich auch die Inhaltsstoffe und natürlich der Preis der Gemüsepulver. Wobei auch die verwendeten Zutaten ausschlaggebend für den Preis sein können. So sind Algen (ein echtes Superfood übrigens) wie z.B. Spirulina oder Cholerella, für den Hersteller wesentlich teurer im Einkauf, im Vergleich zu Weizengraspulver. Daher werden Greens mit hohem Algenanteil beispielsweise generell teurer sein.
  • Inhaltsstoffe: Grün ist nicht gleich gesund. Denken Sie nur an grüne Gummibärchen. Studieren Sie also unbedingt die Zutatenliste der grünen Supplements. Ganz nach dem Clean Eating-Prinzip gilt hier: Je weniger künstliche Zusätze, desto besser! Denn darauf kann Ihr Körper gut verzichten.
  • Vitamine & Mineralstoffe: Gutes Gemüsepulver enthält nicht bloß Vitamine, sondern eine ganze Palette verschiedener Mikronährstoffe. Die Nährwert-Tabelle (Rückseite) gibt Auskunft.
  • Geschmack: Geschmäcker sind nun mal verschieden: Entweder das Produkt schmeckt dir – oder eben nicht. Wem der Greens-Drink pur zu intensiv ist, der mischt sich sein Löffelchen Gemüsepulver am Anfang am besten unter seinen Smoothie – auch in der Menge kann man sich ja steigern und so seinen Gaumen langsam an die Greens gewöhnen.
Greens-Drinks sind super gesund und schnell zuzubereiten

Gibt es zusätzliche Merkmale für qualitativ hochwertige Greens?

Keine offensichtlichen. Bei Produktions-Prozessen, welche die Anzahl der Mikronährstoffe reduzieren, fügen die Hersteller der Nahrungsergänzungs-Pulver, synthetische Vitamine und Mineralien hinzu. Typischerweise sind das Vitamin C, B6 oder B12, die in der Zutatenliste extra auftauchen müssen. Das Problem daran: „Auf die künstlichen Zusätze reagieren einige Menschen allergisch und bekommen zum Beispiel Hautunreinheiten“, erklärt Fachmann Weigl. Übrigens: Noch mehr Tipps von Mic zum Thema Nahrungsergänzungsmittel & Co., finden Sie auch auf Youtube unter www.micsbodyshop.de.

Unsere Empfehlung: Diese 10 Greens sind ihr Geld wert!

  1. Greens von BioTech
    Spannender Geschmacks-Mix, aus dem vor allem die Tomate hervorsticht. Zudem überzeugen die Greens mit einer Kombi aus grünem, weißem und schwarzem Tee.
    Preis 13,26 Euro/100 g
  2. Superfood Cocktail von Athletic Greens
    Leckere Vanille- und Ananas-­Aromen dominieren hier. Top: Das Pulver aus insgesamt 75 Inhaltsstoffen enthält nur gefriergetrocknetes Obst und Gemüse.
    Preis 30,27 Euro/100 g
  3. Greens & Juice von FA Nutrition: Lemon
    Der frische Zitronengeschmack peppt die Mikronährstoff-Mischung auf. Außerdem enthalten: die zwei beliebten Superfoods Goji- und Acai-Beeren – mmh!
    Preis 4,98 Euro/100 g
  4. Supergreens von Biotona (über Body Attack)
    Das biologische Superfood-Pulver enthält die entgiftende Super-­Alge Chlorella. Geschmacks-­Tipp: am besten in einem Smoothie mit Banane trinken.
    Preis 13,00 Euro/100 g
  5. Greens Freak von Pharmafreak (über Gigas)
    Der Sweet-Apple-Geschmack kommt angenehm und unaufdringlich daher. Hawaiianisches Spirulina-Pulver und 12 weitere Immun-Booster runden’s ab.
    Preis 9,44 Euro/100 g
  6. Grünzeug von Pro Fuel: Wild Berry
    Geschmacklich verbinden sich fruchtig-beerige Noten mit der natürlichen Süße von Stevia. Dazu gesellt sich eine gefriergetrocknete Nähstoff-Mixtur.
    Preis 14,54 Euro/100 g
  7. Greens von Zec+ Nutrition: neutraler Geschmack
    Hier treffen Klassiker wie Gerstengras auf Exoten wie sibirischen Ginseng. Für echte Greens-Fans sogar pur eine Option, für Gemüse-Muffel optimal im Smoothie.
    Preis 9,97 Euro/100 g
  8. Superfood Greens von Peak: Watermelon
    Greens-Mix, der Ihre Verdauung mit Enzymen und probiotischen Bakterien unterstützt. Der Wassermelonen-Geschmack hält, was er verspricht.
    Preis 7,12 Euro/100 g
  9. Complete Greens von Bulk Powders: Pfirsich Melba
    Enthält eine vielfältige Superfood-Auswahl, von Grünkohl bis Oregano. Das sommerliche Aroma vom Pfirsich kommt da gerade recht.
    Preis 8,25 Euro/100 g
  10. Vita Greens & Fruits von Scitec: Pear Lemon Grass
    Das geht direkt in die Birne. Spaß beiseite: fruchtiger Birnen-Geschmack aus vielen Bio-Zutaten. Der enthaltene Reishi-Pilz stimuliert Ihr Immunsystem zusätzlich.
    Preis 4,98 Euro/100 g

Die 4 besten Rezepte mit Gemüsepulver

Rezept für "Grüne Nicecream" mit Greens
2 sehr reife, gefrorene Bananen, 1 Handvoll frischen Spinat, 1 EL Greens-Mix, 50 ml Kokoswasser, 1 TL Honig im Mixer auf mittlerer Stufe vermengen und in eine Schüssel geben. Die Mischung nun ins Eisfach stellen und mindestens anfrieren lassen. Servieren Sie das Ganze mit Toppings nach Ihrem persönlichen Geschmack. Die Favoriten unseres Insta-Girls: frische Himbeeren, Haselnuss-Stückchen und Chia-Samen.

Rezept für das grüne "Shrek-Omelette"
Verquirlen Sie 4 Eier, ein bisschen Salz und Pfeffer mit 2 TL Greens-Mix in einer Schüssel mit dem Schneebesen. Anschließend etwas Kokosöl in die Pfanne geben und erhitzen. Dann das Omelette darin von beiden Seiten kurz anbraten, so dass es nicht mehr roh und trotzdem noch saftig ist. Anschließend einfach zusammenrollen und gegebenenfalls mit einem Zahnstocher fixieren. Perfekt als proteinreiches Dinner!

Rezept für "Cookie mit Greens-Creme"
200 g Haferflocken mit 150 ml Milch in einem Kochtopf leicht erhitzen und zu einem Brei anrühren. 1 zerdrückte Banane unter den Haferflocken-Teig heben, die Cookies auf einem Backblech formen und für 10 Minuten im Ofen knusprig backen. Für die grüne Creme vermengen Sie 1 EL Greens-Mix, 1 Avocado und 1 TL Honig in einer Schüssel. Die entstandene Masse auf dem Cookie verteilen.

Rezept für "Grüner Chia-Pudding mit Beeren"
6 EL Chia-Samen, 150 ml Mandelmilch, 1 Banane, 1 Handvoll Spinat und 1 EL Greens-Mix. Das Ganze können Sie natürlich auch mit dem Pürierstab mixen. Den Mix nun 1 Stunde in den Kühlschrank stellen, damit die Chia-Samen andicken. Anschließend in 3 Portionen aufteilen. Für die Frucht-Schicht 2 Handvoll Blaubeeren bereithalten. Nun den grünen Pudding und die Beeren in einem Glas schichten. Et voila!

Fazit: Gemüsepulver sind praktisch, aber kein Ersatz für echtes Gemüse

Je schlechter es allgemein um Ihre Ernährung bestellt ist, desto mehr profitiert Ihr Körper von der grünen Supplemente. Doch wie der Name "Nahrungsergänzung" schon sagt: Die Greens stellen lediglich eine sinnvolle Ergänzung zum normalen, gesunden Essen dar. Frisches Obst und Gemüse sind daher trotzdem jeden Tag Pflicht. Wer ohnehin schon gesund isst, für den ist das Pulver aber dennoch ein sinnvolles "Back-up", falls es mal sehr stressig ist und Sie einen extra Vitaminschub brauchen.

09.03.2017| Maxime Ott © womenshealth.de
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