Pannenhilfe: So unterstützen Sie Ihren Partner

Vorzeitiger Samenerguss: So unterstützen Sie Ihren Partner
Eine große Portion Feingefühl und gegenseitiges Vertrauen sind Grundvoraussetzung, wenn Sie Ihrem Partner helfen wollen, den Sex länger zu genießen © Shutterstock / Lisa S.

Männer reden nicht gerne über ihr bestes Stück. Schon gar nicht, wenn es mal nicht so will, wie sie wollen. Warum Sie trotzdem das Gespräch suchen sollten und welche Lösungen es gibt, wenn er zu früh kommt, erfahren Sie hier

Wenn der unfreiwillige Quicki zur Regel und der Sex zum Kampf um jede Sekunde wird, leidet auf Dauer die Partnerschaft. Kein Grund zur Verzweiflung, denn das einfachste Mittel – nämlich Reden – ist häufig schon die Lösung, sagt Dr. Jörg Signerski-Krieger, Leiter der Ambulanz für Sexualmedizin und Sexualtherapie der Universitätsmedizin in Göttingen.

Dass Offenheit und Ehrlichkeit in einer Partnerschaft das A und O sind, ist nichts Neues und klingt erst einmal logisch. Dass diese Offenheit häufig vor dem Thema Sexualität Halt macht, ist allerdings keine Seltenheit. "Dabei ist das Gespräch mit dem Partner häufig schon des Rätsels Lösung", sagt der Mediziner. Aber wie genau spricht man das Thema an, wenn man merkt, es läuft nicht im Bett, aber der Partner bleibt stumm? "Das Wichtigste ist, dass man Anschuldigungen und Druck vermeidet", sagt Signerski-Krieger, "Wenn die Frau beispielsweise erkennt, dass etwas nicht stimmt, kann sie ihren Partner ein- oder zweimal den Rat geben, zum Urologen zu gehen. Reagiert er darauf nicht, hat es keinen Zweck zu drängeln." Männer würden aus Erfahrung nur weiter "dicht machen", wenn man sie unter Druck setzt.

Aus der täglichen Praxis kennt Dr. Jörg Signerski-Krieger eine Vielzahl von Fällen, in denen die falsche Hilfe das Problem nur noch verstärkt hat. Sätze wie "Entweder Du lässt Dich behandeln, oder ich gehe fremd" seien definitiv der falsche Ansatz. "Es geht nicht darum, wer die Schuld an der Situation trägt. Liegt keine organische Ursache vor, ist es ohnehin meist die Partnerschaft selbst, die an irgendeiner Stelle nicht mehr 'rund läuft'." Wo genau es hakt, kann ein guter Psychotherapeut durch Gespräche herausfinden.

Dr. Jörg Signerski-Krieger geht bei seinen Patienten nach dem sogenannten Hamburger Modell vor. Heißt konkret: Der Mann kann sowohl allein, als auch gemeinsam mit seiner Partnerin zu den Sitzungen kommen, in denen über Wünsche und Vorstellungen gesprochen wird. "Ich erkläre den Paaren Methoden wie beispielsweise die Start-Stopp-Technik, die sie daheim anwenden können, konzentriere mich aber hauptsächlich auf die psychologische Seite des Problems." Hausaufgaben gibt der Mediziner seinen Patienten auch auf. Die können so aussehen, dass sich die Paare einfach nur gegenseitig streicheln, ohne Sex zu haben. "Das nimmt zum einen den Druck aus der Situation und verbessert die Körperwahrnehmung", so Signerski-Krieger.

Was aber, wenn der Partner sich alledem gegenüber verschließt und partout keine ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mag? "Dann sollten die Partner miteinander sprechen, ganz ohne Anleitung.", sagt der Mediziner, "Was wird von wem erwartet und was setzt den einen gegebenenfalls unter Druck?" Es sei keine Seltenheit, dass sich viele Probleme beim Sex tatsächlich in Luft auflösen würden, sobald sie die Betroffenen erst einmal ausgesprochen hätten. "Es gibt keine Individuallösung, die für alle Männer gilt und das Problem ein für alle Mal aus der Welt schaffen könnte", sagt der Mediziner, "Sex ist nun mal kein Kochbuch mit Anleitung."

07.08.2014| Linda Babst © womenshealth.de
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