Alkoholkonsum Sportlerinnen halten mehr aus? Von wegen!

Sport und Alkohol – passt das?
Jeder Tropfen Alkohol wird bei einer Frau weniger stark verdünnt als bei einem Mann, selbst wenn beide gleich schwer sind © Kaponia Aliaksei / Shutterstock.com

Viele Sportlerinnen glauben, gerade weil sie Sport machen, dürfen Sie sich auch in puncto Alkohol mehr erlauben. Ein gefährlicher Trugschluss

Seine Zeche muss jeder bezahlen

Wer nun jedoch glaubt, durch den Besuch im Fitness-Studio mehr Drinks frei zu haben, irrt gewaltig. "Alkoholbedingte Krankheiten wie Leberschäden, chronische Magen-Darm-Erkrankungen oder bestimmte Krebsarten lassen sich auch mit Sport nicht verhindern", sagt der Mediziner. Doch genau in diese Denkfalle tappen viele sportliche Menschen wie Katrin. "Natürlich hatte ich das Gefühl, dass mir Alkohol weniger anhaben kann. Deswegen habe ich mir auch keinen Kopf gemacht, wenn es mal mehr wurde, als ich eigentlich geplant hatte", sagt sie. Vielleicht hätte sie schon früher etwas geändert, wenn sie gewusst hätte, dass feuchtfröhliche Abende bei Frauen viel tiefere Spuren hinterlassen als bei Männern. Das liegt zunächst einmal daran, dass Frauen naturgemäß einen höheren Körperfettanteil haben. Fettgewebe wiederum ist relativ schlecht durchblutet und enthält kaum Wasser, was bedeutet: "Jeder Tropfen Alkohol wird bei einer Frau weniger stark verdünnt als bei einem Mann, selbst wenn beide gleich schwer sind", erklärt Expertin Bartsch. Darüber hinaus springt das weibliche Entgiftungsprogramm langsamer an. "Während Männer einen Teil des Alkohols bereits im Magen verstoffwechseln können, setzt dieser Prozess bei Frauen erst etwas später ein. Dadurch ist auch die Leber länger beschäftigt." Der Hormonhaushalt macht die Sache noch komplizierter, denn Östrogene hemmen den Alkoholabbau zusätzlich. Besonders hoch ist der Spiegel um den 14. Zyklustag herum.

Wie viel ist denn eigentlich zu viel?

Bleibt die Frage, wie viel Alkohol aus medizinischer Sicht okay ist. Unbestritten ist mittlerweile, dass mäßiges Trinken positive Effekte haben und sogar die Lebenserwartung steigern kann. Das liegt vor allem daran, dass Alkohol in geringen Mengen das Blut reibungsloser fließen lässt. Ab einer gewissen Dosis überwiegen jedoch die schädlichen Auswirkungen. "Die empfohlenen Grenzwerte der großen Gesundheitsorganisationen liegen bei Frauen zwischen 10 und 12 Gramm reinem Alkohol pro Tag", sagt Bartsch. Das entspricht etwa einem kleinen Glas Bier (0,25 l), einem Glas Sekt (o,1 l) oder einem Glas Wein (0,1 l). Darüber hinaus empfehlen Fachleute pro Woche mindestens 2 alkoholfreie Tage, um nicht in die Abhängigkeit zu rutschen. So wie aktuell fast 400 000 Frauen in Deutschland. Katrin hat sich nach ihrer unfreiwilligen Wasserlandung im letzten Spätsommer einen Trinkplan gemacht. Alkohol gibt es für sie nie mehr direkt nach dem Sport und auch nur an maximal 2 Tagen pro Woche. "Ich merke, dass mir diese Disziplin guttut. Auch wenn es gerade auf Partys schwer ist, Nein zu sagen." Doch dafür ist sie sich jetzt ganz sicher: Der Gedanke an Alkohol wird sie nie wieder zu Fall bringen.

31.07.2015| Andreas Stumpf © womenshealth.de
Sponsored Section
Aktuelles Heft
Personal_Trainer App