Ernährungs-Experiment: Vegane Ernährung

Britt lebt vegan
Das landet an einem Beispieltag auf ihrem Teller: 100 g Müsli aus Vollkornhaferflocken, Sesam, Buchweizen, mit ½ Apfel und 250 ml Sojamilch. 2 Laugenstangen und 1 Soja­joghurt. 1 Apfel. 75 g Feldsalat mit ½ Gurke, 1 Tomate, 1 EL Kürbiskernen, 2 EL Balsamico­dressing und 4 Grünkernbratlingen © Himmel & Burwick

Britt, Junior Brandmanagerin und seit 14 Jahren Vegetarierin. Befasst sich ungern mit dem Thema Essen, schnell muss es gehen, soll aber auch gesund sein. Käse und weiße Schokolade sind ihre Gute-Laune-Garanten.

So ernährt sie sich jetzt: Neben Fleisch, Fisch und Eiern fallen alle Milchprodukte wie Quark, Käse und Joghurt weg, außerdem Honig und Gelatine.

Hilfsmittel: "Vegan for Fit" (Becker Joest Volk Verlag, um 30 Euro).

"Danke, für mich dann nichts"

Zu Beginn ist der größte Zeitfresser der Einkauf. Bei allen Lebensmitteln muss ich das Kleingedruckte studieren, ob sich nicht etwas Tierisches darin verbirgt. Das kostet Zeit – und Geld. Denn ich tausche den Supermarkt meines Vertrauens schnell gegen die vegane Ecke im Biomarkt. Das hat den großen Vorteil, dass hier die Packungsstudien entfallen. Aber leider auch den Nachteil, dass ich plötzlich fast das Doppelte für Lebensmittel ausgebe. An die Ernährungsumstellung muss ich mich erst gewöhnen und merke schnell: Bestenfalls weiß ich schon am Vorabend, worauf ich am nächsten Tag Hunger habe. Fehlender Weitblick beim Einkauf wird zum Beispiel nach dem Training bestraft. Komme ich mit knurrendem Magen heim, und es steht nichts zu essen parat, wird’s schwierig. Denn für die Zubereitung kreativer, veganer Speisen braucht man Zeit!

Spontaner Hunger ist problematisch

Das bedeutet ebenfalls: Auch der Alltag bereitet Probleme, denn schnell mal ein Käsebrötchen oder Milchreis kaufen ist nicht drin. Spontan hungrig werden sollte also vermieden werden. Natürlich findet man immer einen Obsthändler, aber eine zufriedenstellende, glücklich machende Sättigung bewirkt das bei mir nicht. Mit nahezu leerem Magen verlasse ich auch 3 mal ein Restaurant. Die bunte Sommerauswahl an Blattsalaten macht mich nicht satt. Auch wenn die Anzahl der Veganer steigt, die Gastronomie scheint sich zu wehren. Auf meine chronische Frage „Haben Sie auch vegane Speisen?“ folgen Standardsätze wie „Aber Sauce Hollandaise kann doch über den Spargel?“ oder „Etwas Butter ans Gemüse?“. Ich behaupte: Veganer sagen doppelt so oft Nein wie andere. Ich verneine ständig: beim Ausstand mit Schokokuchen, bei Omas selbst gebackenen Keksen und bei Freunden, die zum Käsefondue einladen. Apropos Käse, den vermochten weder Flocken noch Kerne über Aufläufen zu ersetzen. Auch nicht die veganen Brotaufstriche.


Fazit: Mein Körper beendet das Experiment zwar mit 3 Prozent weniger Körperfett, trotzdem bin ich froh, dass es vorbei ist. Überraschendste Erkenntnis: Schokolade und Kuchen kann man sich leicht abgewöhnen.

06.09.2013| © womenshealth.de
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