Zu zweit im Bett Was der Partner mit unserem Schlaf zu tun hat

Zusammen schlafen hat seine Tücken
Frauen fühlen sich nachts schneller gestört als Männer © Shutterstock

Huch! Der Morgenmuffel an Ihrer Seite macht Ihnen auf einmal über den Frühstückstisch hinweg Komplimente? Sicher hat er gut geschlafen

Schläft ein Mann gut, streitet er am nächsten Tag weniger mit seiner Frau. Streitet sich eine Frau wiederum weniger mit ihrem Mann, schläft sie in der Folgenacht besser – und ihr Mann tut es auch. Die Ergebnisse einer US-Studie der Universität Pittsburgh zeigen, dass Beziehungen nicht
an der Bettkante enden. Erst recht nicht, wenn beide schlafen.

Während sich die Wissenschaft seit Jahrzehnten intensiv mit dem Schlaf des Einzelnen befasst, ist der so genannte Paarschlaf noch ein recht neues Thema. "Die Rolle des Partners wird von der Schlafmedizin noch nicht ausreichend gewürdigt", sagt die Münsteraner Psychologin und Autorin Dr. Beate Paterok ("Schlaf erfolgreich trainieren", Hogrefe, um 17 Euro).

Paterok betreut in ihrer Praxis Patienten mit Schlafstörungen. Viele davon sind Frauen. Denn Frauen haben häufiger Schlafprobleme, sie sind schneller genervt von der Nachttischlampe ihres Partners, vom Ticken des Weckers oder vom Verkehrslärm vor dem Fenster. Frauen ziehen auch häufiger nachts aufs Gästebett um und machen sich im Schnitt mehr Gedanken über ihren Schlaf.

Gute Gründe, etwas gegen Schlafprobleme zu unternehmen, gibt es also genug. Der Haken ist nur: Von den mehr als 300 deutschen Schlaflaboren sind die meisten auf die Behandlung der so genannten Schlafapnoe spezialisiert, auf die nächtlichen Atemaussetzer, unter denen insbesondere ältere Männer leiden. Außerdem kennen sich nur wenige Therapeuten und Ärzte bei der Behandlung von Schlafstörungen mit nichtmedikamentösen Techniken aus. Dabei ist es inzwischen umfangreich nachgewiesen, was hilft. Sich zu informieren ist der erste Schritt zur Besserung. Aus diesem Grund hat Schlaf-Expertin Paterok gemeinsam mit ihrem Ehemann Dr. Tilmann Müller, Leiter des Schlaflabors der Universität Münster, die Webseite www.schlafgestoert.de ins Leben gerufen. Allein zu wissen, dass es keineswegs unnormal ist, mehrere Male in der Nacht aufzuwachen oder beim Einschlafen mal länger zu brauchen, wirkt sehr entlastend.

In den nachfolgenden Artikeln unseres Schlafdossiers erfahren Sie, worauf Sie sonst noch achten sollten, wenn Sie mit Ihrem Partner die Federn teilen.

23.11.2011| Diana Helfrich © womenshealth.de
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