Berlin Fashion Week 2014 Nachhaltige Mode – Visionen zweier Designer

01.08.2014 , Autor:Linda Babst
© WomensHealth.de

Opulent und verschwenderisch geht es in der Modebranche zu. Stimmt nur bedingt. 2 Jungdesigner erzählen, warum Mode und Nachhaltigkeit immer besser zusammenpassen

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Nachhaltige Mode: Nachhaltige Mode – Visionen zweier Designer
Upcycling lautet das Motto von Danny Reinkes Kollektion. Sprich: Aus Altem, wie abgetragenen Schwimmwesten, wird ein neuer Mantel und aus Fischernetzen ein Kleid © PR
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Business-Mode , Casual Mode , Designer Mode

Der Traum eines jeden Modedesigners? Die eigene Kollektion auf dem Laufsteg sehen. Was für Viele ein Traum bleibt, wurde jetzt für die beiden Jungdesigner Ramona Huppert (24) und Danny Reinke (22) Wirklichkeit. Mit gerade einmal Anfang 20 werden die 2 Absolventen der Akademie für Mode und Design in Hannover (der Fahmoda) ihre Kollektionen im Rahmen des lavera Showfloor auf der Berlin Fashion Week präsentieren. Wie die beiden zu der Ehre kamen? Zum einen, weil ihre Werke hohe Kunst darstellen, zum anderen, weil ihre Ideen, auf denen die Kollektionen fußen, absolut genial sind.

Eine Hommage an Papa
Wäre Danny Reinke der Tradition seiner Väter gefolgt, würde er heute in einem Fischerboot in Mecklenburg-Vorpommern sitzen, statt über Schnittmustern zu brüten. Für Danny, der schon ziemlich früh wusste, dass er sein Herz an die Mode verloren hatte, war der Schritt an die Fahmoda jedenfalls ein Volltreffer, der jetzt von der Stiftung der Deutschen Bekleidungsindustrie mit dem European Fashion Award "Fash 2014" belohnt wurde. Trotz allem Rummel, der derzeit um ihn passiert, hat er seine Wurzeln nicht vergessen. Gut so, denn genau das – sein Heimatdorf, die Fischerboote, die raue See – waren der Ausgansgspunkt seiner Kollektion. "M.Ö.N.1.0" hat er sie getauft – eine Anspielung auf die Registrierungsnummer des Fischerbootes seines Vaters.

Kein Abfall, nur Transformation
"Mein Vater hat seit jeher Wert auf nachhaltige Fischerei gelegt. Das hat mich früh geprägt und ich wollte diesen Gedanken in meiner Abschlussarbeit aufgreifen", sagt der Designer. Upcycling war sein Thema, sprich: Aus alten Materialien Neues schaffen und somit einen Kreislauf herstellen, in dem es schlichtweg keinen Abfall, sondern nur Transformation gibt. Alte Fischernetze werden zu Pullovern verarbeitet, Treibholz wird Teil eines Abendkleides und aus den alten Schwimmwesten seines Großvaters entsteht ein Mantel. Leder, Baumwolle, Strick, Seide, Tüll und Fischleder – Danny Reinke mixt gerne Dinge, die nur auf den ersten Blick nicht zusammen passen wollen und es dann umso besser tun. "Konzepte von Nachhaltigkeit werden seit ein paar Jahren mehr und mehr in der Modebranche zum Thema", sagt Reinke, "Der Trend gefällt mir und hat mich stark beeinflusst. Ich kaufe heute viel bewusster und trage meine Kleidung inzwischen oft so lange, bis sie kaputt geht.

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Nachhaltige Mode – Visionen zweier Designer

In Ramona Hupperts Kollektion "the urban mountain journey" wird aus Kleidung Inventar

© PR

Ein Stück Heimat für die Rastlosen
Ramona Huppert (24) hatte sich ganz und gar den Rastlosen dieser Welt verschrieben, als die ersten Ideen für ihre Kollektion "the urban mountain journey" entstanden. Mit den Rastlosen sind die Menschen gemeint, die aufgrund ihres Jobs oder schlichtweg ihrer Lebensumstände permanent auf Reisen sind. Journalisten, Fotografen, Geschäftsleute, die die meiste Zeit in Hotels schlafen, aus dem Koffer leben und sich häufig anderen Kulturen anpassen müssen. Was fehlt diesen Menschen? Ein Stück Heimat. Klar. Aber wie packt man Heimat in seinen Reisetrolley? "Kleidung ist für den Träger oft mehr, als bloß Stoff. Kleidung ist Geborgenheit, Vertrautheit. Also das, was den Menschen in der Fremde fehlt", erklärt die Jungdesignerin, die aus den Kleidungsstücken ihrer Abschlusskollektion wandelnde Möbelstücke gemacht hat und damit gleichzeitig das Konzept "Cradle to Cradle" bedient. Cradle to Cradle (übersetzt: "Von der Wiege zur Wiege") heißt, dass bei der Produktion eines Gegenstandes keine überflüssigen Ressourcen verschwendet werden und das Produkt keinen Abfall erzeugt, sondern in einer anderen Art und Weise genutzt werden kann. Heißt für die Kollektion der Designerin: Ein T-Shirt wird zum Tisch, ein Kleid zum Sitzsack. Ergo: Aus Kleidung wird Inventar, das über karge Hotelzimmer und Einsamkeit in der Fremde hinwegtrösten soll und gleichzeitig den Gedanken der Nachhaltigkeit unterstützt.

Kaufrausch vs. Bio-Baumwolle
Der Hintergedanke beider Kollektionen ist löblich. Fakt ist aber, dass die Realität in der Bekleidungsindustrie anders aussieht und Nachhaltigkeit noch kaum Beachtung findet. Wie denken junge Designer über Kaufrausch, Billigkaufhäuser und den Wunsch der Menschen, immer modisch gekleidet sein zu wollen – koste es, was es wolle? "Die Wegwerf-Mentalität der Menschen ist schrecklich und dagegen wollen wir ein Zeichen setzen.", sagt Ramona Huppert. Auch sie sieht eine Trendwende hin zu mehr Nachhaltigkeit in der Mode, macht aber auch auf ein großes Problem aufmerksam: Der Dschungel der Gütesiegel und Bio-Etiketten sei noch immer viel zu undurchsichtig. 'Saubere Kleidung' eindeutig anhand von bestimmten Deklarationen zu erkennen – schier unmöglich. "Schön und gut, wenn ein Kleidungsstück aus Bio-Baumwolle hergestellt wurde, aber das verrät mir noch lange nichts darüber, woher zum Beispiel der Reißverschluss kommt."

Kleine Unikate schaffen
Beide Designer haben ihre eigenen Methoden entwickelt, wie sie im Privaten mit dem Thema "Mode und Nachhaltigkeit" umgehen. Das Naheliegendste als Designer – ganz klar – selbst schneidern. Ein Rucksack aus den Verschnitten einer Sattlerei und einem alten Ledersessel hat Ramona Huppert bereits genäht oder aus dem alten Rock ihrer Mutter einen ganz neuen geschneidert. Wer nicht das Handwerkszeug dazu hat, kann seine Kleidung zum Beispiel einfärben. "Ich färbe gerne alte Stücke und finde es spannend, wie sich deren Look dadurch manchmal komplett verändert", sagt Danny Reinke. Und seine Kollegin ergänzt: "Selbst kreativ werden und kleine Unikate schaffen, das ist nicht nur sinnvoll, sondern macht auch wahnsinnig viel Spaß."

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