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10.12.2012
, Autor:Juliane Hemmerling
© Women´s Health 01/02
Steile Hänge bezwingen trotz Höhenangst? In sechs Wochen hat Carola (32) es bis auf den Gipfel geschafft
Ich will hoch hinaus und mühelos am Fels hängen. Ist der Wunsch stärker als meine Höhenangst?
Hoch hinaus
Ausdauernd und bodenständig bin ich, seit 4 Jahren laufe ich regelmäßig. Was ich jedoch nicht bin: muskulös und schwindelfrei. Brauche ich das nicht fürs Klettern? "Kraft ist nicht alles! Psyche, Kondition und Technik müssen zusammenspielen", sagt mein Kletter-Coach Alexander Utz (sanogym.de). Das Wichtigste zeigt er mir im DAV-Kletterzentrum Stuttgart gleich am Anfang: das Sichern mit dem richtigen Knoten. Nachdem ich diese Bodenübung gemeistert habe, geht's nach oben. In der Höhe soll ich Erfahrungen sammeln und das Gefühl für Griffe und Bewegungen bekommen. Der 16-Meter-Wand begegne ich mit Respekt, klettere dann aber mutig drauflos und bin überrascht: Im Nu habe ich 9 Meter geschafft, und das schon am ersten Tag!
Keine Panik
Beim nächsten Mal wird's schon kniffeliger: In der Höhe muss ich mich besser orientieren, weiter greifen, brauche mehr Kraft und Balance – und ahne, worum es wirklich geht. Im oberen Drittel werde ich unsicher und leicht panisch. Alex beruhigt mich und erklärt mir die SEKT-Regel: S = Stopp, E = Einatmen, K = Konzentrieren, T = Tun. Also nicht blockieren, sondern weitermachen, bevor die Muskeln müde werden. Das hilft. Ich sammle mich und erreiche die Spitze. Puh! Von hier oben hinunterzuschauen ist ein erhabener Moment.
Gipfelstürmer
2-mal pro Woche trainiere ich nun in der Halle, dazu kommen Tage, an denen ich durchhänge – an einer Klimmzugstange. Mich 2 Minuten zu halten ist das Ziel und schwerer als erwartet. Aber es macht mich stark für draußen, und da will ich ja hin. An "meinen" Fels, den 17 Meter hohen Ritterschlag am Wielandstein, traue ich mich nach 4 Wochen zum ersten Mal. Hier draußen gibt es keine bunten Griffe am Berg, die mir die Route vorgeben. Jeden Zug muss ich mir hart erarbeiten, mich mit aller Kraft hochziehen, auf kleinsten Tritten balancieren. 3 Versuche brauche ich, bis ich glücklich auf dem Gipfel stehe und mit einer tollen Aussicht belohnt werde. Ich bin so stolz auf mich! Die Felsroute hatte Schwierigkeitsgrad 3, in der Halle habe ich sogar Grad 6 geschafft, 10 gibt's insgesamt. Da fühle ich mich fast schon wie ein Kletterprofi.
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Geeignet für ... |
... jeden, der etwas ausprobieren will, Paare, Familien, Outdoor-Fans genauso wie Schönwetter-Sportler (Kletterhalle) |
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Was braucht's? |
Klettergurt, Kletterschuhe, Seil – Ausrüstung kann in jeder Kletterhalle ausgeliehen werden |
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Was bringt's? |
Stabilität für den Oberkörper, Kräftigung der Arme, Rumpfkräftigung – und zwar ohne langweiliges Workout, immer abwechslungsreich, man hat immer ein Ziel vor Augen |
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In Kauf nehmen |
Muskelkater, blaue Knie, Blasen an den Händen – gibt sich mit zunehmender Übung und besserer Koordination |
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Tipp |
Nagelfeile mitnehmen, wenn Sie hinterher noch Geschäftstermine oder ein Date haben – beim Klettern werden die Fingernägel regelmäßig schwarz. Nägel lieber kurz schneiden |
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