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10.12.2012
, Autor:Juliane Hemmerling
© Women´s Health 01/02
Jessicas Sportprogramm klingelte Sie schon morgens um 6 Uhr aus den Federn. Alles für einen strafferen Körper und eine schlanke Taille
Jeden Tag Sport? Das sollte zu schaffen sein – denke ich etwas naiv. Was mir nicht klar war: Der Plan, ein paar Zentimeter Bauchumfang zu verlieren, wird mein Leben auf den Kopf stellen
Viel Vollkorn, aber keinen Zucker
Er darf meinem Bauch an den Kragen: Adem Miroci ist Personal Trainer im Aspria Hamburg (aspria-uhlenhorst.de) und coacht mich durch meine Herausforderung. Bevor ich trainieren darf, checkt Adem erst meine körperliche Verfassung: Gewicht, Körperfett, Cholesterin- und Glukosewert, Blutdruck, Körperhaltung und Grundumsatz. Dieses Zahlengewirr ist Basis für meinen Trainings- und Ernährungsplan: Ich soll viel essen (klingt gut!), aber auf Zucker und Alkohol grundsätzlich verzichten (schade!). „Nimm bei Pasta und Brot die Vollkornvariante, iss mageres Fleisch und zusätzlich Eiweiß in Pulverform“, empfiehlt mir Adem.
Jessicas Alternative zum Hanteltraining: Ein Workout mit Kettlebells
© Frank KremsMotivationstief
Ab jetzt grüßt täglich das erbarmungslose Murmeltier – und es meldet sich früh: Um 6 Uhr morgens klingelt der Wecker, das Training will ich vor der Arbeit schaffen. Im Fitness-Studio erwartet mich ein hartes Workout: 15 Minuten aufwärmen mit Seilspringen und kurzen Intervall-Läufen, 30 Minuten Krafttraining nach Adems Vorgaben, und zum Abschluss gibt’s noch 10 Minuten mit Linienläufen, Sprints, lockerem Auslaufen und 5 Minuten Stretching. Am Ende bin auch ich total am Ende! Zur schnellen Erholung verordnet Adem mir Saunagänge: „Das sorgt dafür, dass Haut, Organe und Muskeln gut durchblutet werden, sodass du schneller regenerierst.“ Nett gemeint, aber trotzdem tun mir dank der ungewohnten Belastung regelmäßig alle Muskeln weh, erholt fühle ich mich selten, komme dafür regelmäßig völlig geplättet zur Arbeit. Mein Kopf ist motiviert, mein Körper jedoch auch nach 3 Wochen ständig müde. Oft bin ich schlecht gelaunt und liege um 21 Uhr im Bett. Der viele Sport zehrt an mir, meine Kraft reicht meist nicht mehr aus für Freunde, Familie und Hobbys – ein Stück Lebensqualität fehlt. Deshalb geht mir immer wieder eine Frage durch den Kopf: „Ist es das wert?“
Eine Handtasche als Belohnung
Ist es! Diese Einstellung verdanke ich Adem, der zuverlässige Retter im Motivationstief. Er baut mich auf, zeigt mir, wo er Veränderungen sieht, lobt meine Erfolge. Ich beiße mich also weiter durch – zelebriere Highlights dafür umso mehr. Mein obligatorischer Soja-Latte schmeckte noch nie so lecker wie in dieser Zeit, und nach einem Monat belohne ich mich selbst mit einer tollen neuen Handtasche – die hab ich mir mehr als verdient! Langsam spüre ich auch Veränderungen, die bei meinem Ziel gar nicht im Vordergrund standen: Die Haut ist besser, Migräne seltener, und ich fühle mich rundum wohler. Was auch an den hervorragenden Zahlen liegt: Ich habe schon 3 Zentimeter weniger am Bauch! "Du hast viel Fett in Muskeln umgewandelt", weiß Adem und erklärt: "Muskelmasse ist schwerer als Fett, deshalb siehst du den Unterschied nicht als Zahl auf der Waage."
In den 6 Wochen Training schrumpfte Jessicas Bauchumfang von 90 auf 86 cm
© Frank KremsGeschafft – 4 Zentimeter weniger
In Woche 6 kommt langsam Routine auf: Sich an die gesunde, ausgewogene Ernährung zu halten ist einfacher als gedacht. Und auch an das Training habe ich mich gewöhnt, schon allein weil ich sehe, wie effektiv es ist. Mein Bauchumfang ist um 4 Zentimeter geschmolzen, mein ganzer Körper ist straffer und ich bin insgesamt so fit geworden, dass ich beim Laufen sogar die Jungs abhänge.
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