Surfen lernen vom Profi: Workouts mit Courtney Conlogue

Report So hält sich eine Profi-Surferin fit

01.06.2013 , Autor:Martina Steinbach
© Women's Health Juli/August

Ihre Berufung entdeckte Courtney Conlogue bereits als Kind: Im Sommer stand sie als kleines, braunhaariges Mädchen an der Küste von Mexiko auf einem Schwimmbrett und ahmte begeistert ihren surfenden Vater nach

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Courtney Conlogue: Courtney Conlogue: Fit wie eine Surferin
Courtney Conlogue ist gerade einmal 20 Jahre alt, reitet aber schon seit Jahren auf der Erfolgswelle © Andy Fox
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Heute, 16 Jahre später, sind Courtneys Haare platinblond. Nicht weil sie gefärbt sind, sondern weil sie täglich bis zu 6 Stunden lang Sonne und Salzwasser ausgesetzt sind. Und das lohnt sich, nicht nur wegen der gesparten Friseurkosten: Im letzten Jahr gewann die erblondete Kalifornierin so ziemlich jeden Wettkampf, der ihr unters Surfbrett kam, momentan gehört Courtney zu den besten Wellenreiterinnen der Welt. Doch daraus macht sie keine Riesenwelle. Nur ihre strahlenden Augen verraten, dass sie vor Stolz fast platzt – auch wenn sie im letzten halben Jahr gerade mal 10 Tage zu Hause war und die Highschool
parallel zur heißen Wettkampfphase beenden musste. Das in Kauf zu
nehmen ist für Courtney selbstverständlich: "Surfer müssen flexibel sein, in jeder Hinsicht. Der Ozean lässt sich ja auch nicht vorhersagen."

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Fit wie eine Surferin

"Früher war ich ein ziemliches Kraftpaket. Aber zu dicke Muskeln machen unbeweglich", sagt Courtney Conlogue

© Andy Fox

"Jeden Tag zu trainieren macht keinen Sinn"
Flexibel zeigt sich Courtney auch in Bezug auf ihre persönliche Leistungsgrenze. "Ich denke schon, dass ich mehr trainiere als die meisten anderen Tour-Teilnehmerinnen", sagt die Frau, die locker 50 Liegestütze am Stück schafft und das Gefühl von Muskel­kater liebt. Den Bikinivergleich mit den Kolleginnen gewinnt die 20-Jährige dank ihres Sixpacks, Knackpos und der straffen Oberarme um Wellen­längen. Kein Wunder, 3- bis 5-mal pro Woche ergänzt ein rund 90-minütiges Ganzkörper-Workout ihre Surfein­heiten. "Jeden Tag zu trainieren macht keinen Sinn. Kopf und Körper brauchen Zeit zur Regeneration", empfiehlt Courtney. Außerdem würden die Bewegungen sonst ziemlich schnell zu eintönig werden. Zu Hause steht ihr ein Personal Coach zur Seite, unterwegs hat sie stets einen aufblasbaren Gymnastikball dabei, damit ihrer Fitness nicht die Luft ausgeht. "Früher war ich ein ziemliches Kraftpaket. Aber zu dicke Muskeln machen unbeweglich. Diese Übungen halten mich drahtig und kräftig zugleich."

Hinzu kommen Krafteinheiten im Fitnes-Studio und Ausdauertrainings. "Die sind wichtig, weil ich beim Surfen nie genau weiß, wie lange ich mich zwischen den einzelnen Wellen erholen kann. Mehr als 20 Sekunden sind es selten." Dennoch geht sie höchstens mal eine halbe Stunde laufen, denn "das macht nur zu zweit Spaß". Seilspringen sei sowieso effektiver. Stretching gehört auch noch zum Programm, aber Tai Chi und Yoga? "Viel zu langweilig! Ich brauche Action. Paragliding zum Beispiel", sagt sie. Anstatt fernöstliche Bewegungen auszuführen, trainiert sie ihre innere Ruhe und Achtsamkeit beim Surfen selbst. "Ich muss im Wasser konzentriert und geduldig sein, um zu spüren, wo die nächste Welle entsteht."

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Courtney Conlogue: Fit wie eine Surferin

Das wichtigste in Courtneys Job? Eine große Portion Gelassenheit

© Andy Fox

"Miese Bedingungen gibt es für mich nicht"
Grenzenloser Optimismus gehört so fest zu Courtney wie die vielen Sommersprossen zu ihrem Gesicht. "Miese Bedingungen gibt es für mich nicht. Ich tue immer so, als wären sie optimal. Auch wenn die Wellen gerade mal kniehoch an den Strand laufen." Diese Einstellung macht sich bezahlt: Selten verlässt sie einen Contest ohne exzellente Bewertungen. Nie hingegen fehlt ein Lächeln. "Du siehst länger jung aus, wenn du lachst", sagt sie. Unter Freunden als Entertainer bekannt, ist Courtney auch sich selbst ein guter Coach. Steht ein wichtiger Tag bevor, hilft tiefes Atmen bis in den Bauch beim Einschlafen. Wird sie jedoch zum falschen Zeitpunkt müde, hilft künstliches Gähnen – das bringt mehr Sauerstoff und somit neue Energie. Das Wichtigste bei ihrem Job ist aber die Gelassenheit. "Ich mag es nicht, wenn Angst die Situation beherrscht. Ich lasse sie erst gar nicht zu. Mein Fokus liegt auf meinen Füßen, der Welle und dem Board."

Courtney steckt ihren Kopf zwar oft in den Ozean, jedoch nie in den Sand. Hält sie zum Beispiel eine Welle längere Zeit unter Wasser, schwimmt sie eben schneller, statt in Panik zu geraten. "Ich will doch zügig wieder atmen", lautet ihre pragmatische Erklärung. Wirklich etwas passiert ist Courtney noch nie. Dabei hätte ihre einzige Begegnung mit einem Hai auch anders ausgehen können. "Ich lag flach auf dem Board und zog Arme und Füße ein. Der Hai stupste einige Male gegen das Brett. Für mich kein Grund zur Sorge, der mag doch keine Menschen." Sie klingt, als spräche sie über einen Goldfisch. Seit dieser Begegnung im Jahr 2008 hat sie nicht einmal gezögert, wieder ins Wasser zu gehen. "Ich überlege nie, ob Haie da sind oder nicht. Es ist wie mit der Höhenangst. Die holt dich dann ein, wenn du nach unten schaust, aber nicht, wenn du nur nach vorn siehst."

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Courtney Conlogue: Fit wie eine Surferin

Selbst nach einer Begegnung mit einem Hai 2008 sagt die Surferin: "Ich überlege nie, ob Haie da sind oder nicht"

© Andy Fox

"Meine Mum ist mein Coach für alle Lebenslagen"
Ihre Selbst­sicherheit verdankt Courtney vor allem ihrer Familie. "Meine Mum ist gleichzeitig mein Coach für alle Lebenslagen. Sie hilft mir mein Ziel, die Nummer eins zu werden, zu erreichen. Ohne sie habe ich noch an keinem Contest teilgenommen." Auf Reisen ist meistens auch ihre ältere Schwester Charleen dabei. Falls weder die noch ihre Mutter greifbar ist, lässt Courtney Frust an ihrem Tagebuch aus. "Schreiben hilft, die Gedanken zu ordnen. Danach kann ich wieder lachen. Manchmal reicht es schon, ein Stück Papier zusammenzuknüllen und gegen die Wand zu werfen."

Den Wunsch, die weltbeste Surferin zu werden, hat Courtney immer vor Augen. "Ich gehe erst auf die Surfer-Partys, wenn der Wettkampf vorbei ist", sagt sie. Alkohol mag sie eh nicht, und der Schlaf, der ihr nach einer durchfeierten Nacht entgeht, würde ihr fehlen. Sie tut eben nichts, was ihre Fitness beeinträchtigt. Darum isst sie viel Eiweiß und kümmert sich am liebsten selbst um die Zubereitung. "Baguettes oder Croissants werden bei mir trocken. Ich frühstücke am liebsten Eier, Bohnen und selbst gemachte Salsasoße", sagt sie. Nach dem Morning-Surf sind 1 bis 2 Brote mit Erdnussbutter und Bananen dran. So vernünftig die Wellenreiterin auch lebt, eine Schwäche hat sie aber doch: "Meine Surffreundin Sally und ich treffen uns bei jedem Wiedersehen auf ein großes Eis", sagt Courtney, die für die Sorten 'Kaffee' und 'Boysenbeere' sterben würde.Trotz dieser kleinen Kaloriensünde werden auch ihre Vorfahren zugeben müssen: Auf ihrer Erfolgswelle fährt die Sportlerin mit indianischen Weisheiten ziemlich gut. Bis zur Weltspitze. Und wenn es sein muss, auch darüber hinaus.

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