Sportbuddy Was den perfekten Trainingspartner ausmacht

25.06.2016 , Autor:Anna-Lena Koopmann
© Women's Health Mai

Sport mit Freunden, Arbeitskollegen oder doch lieber allein? Wir verraten, was Sie bei Ihrer Wahl beachten sollten

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Trainingspartner: Was den perfekten Traininspartner ausmacht
Rund die Hälfte aller Sportler brechen ihr Training nach weniger als 6 Monaten ab. Nicht selten spielt das Trainingsumfeld eine große Rolle © studio1901 / Shutterstock
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Geteiltes Leid ist halbes Leid! Das gilt für den frühen Morgenlauf mit der besten Freundin genauso wie für das regelmäßige Training mit den Kollegen in der Mittagspause im Studio um die Ecke. Kein Wunder, es fällt einem in Gemeinschaft ja auch viel leichter, sich aufzuraffen (Stichwort: Gruppenzwang). Und trotzdem ist ein solches Training nicht für jeden das Richtige. Denn was der eine am gemeinsamen Sporteln als Vorteil sieht, bringt den anderen auf die Palme – und kann ihm sogar den Spaß am Sport nehmen. Das hängt natürlich auch davon ab, ob Sie grundsätzlich eher ein extrovertierter oder introvertierter Typ sind: Sind Sie dankbar für etwas Ablenkung und einen kleinen Plausch beim Sport? Oder hat ein Workout eher etwas Meditatives für Sie, und genießen Sie es, dabei Ihre Ruhe zu haben und einfach mal abschalten zu können? Fakt ist: Etwa 50 Prozent aller Sportler brechen ihr Training nach weniger als 6 Monaten ab – weil es nicht zu Ihnen gepasst hat. Und das muss nicht nur an der Sportart selbst liegen, auch das Trainingsumfeld spielt eine Rolle. Wir erklären Ihnen, wann es sinnvoll ist, mit anderen zu schwitzen – und wann besser allein.

Training mit der besten Freundin oder dem Liebsten


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Was den perfekten Traininspartner ausmacht

Ackern und quatschen – die beste Kombination für viele, denen beim Einzeltraining der Spaß zu kurz kommt

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Es scheint für viele erst mal die angenehmste Variante von Teamsport zu sein: Man joggt abends mit seinem Schatz eine Runde, statt auf der Couch einen DVD-Serien-Marathon hinzulegen. Oder tratscht nach einer gemeinsamen Workout-Session mit der besten Freundin über den süßen Kerl, den man gerade auf Tinder kennengelernt hat. Ackern und quatschen – die beste Kombination für viele, denen beim Einzeltraining der Spaß zu kurz kommt. Der Austausch ist obendrein gut für die Seele: Weil die meisten Menschen Sport auch dafür nutzen, Ärger und Stress abzubauen, hilft selbst Small Talk, die eigenen Probleme für einen Moment zu vergessen. Trainiert man dagegen allein, grübelt man oft weiter über den schwierigen Chef und bemitleidet sich selbst, weil 30 Minuten Joggen vor einem liegen. Alles wirkt viel anstrengender, die Zeit zieht sich zäh wie Kaugummi.

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Beim gemeinsamen Training hingegen vergeht die Schufterei oft wie im Flug. "Außerdem kann man beim Partnertraining vom Erfahrungsschatz des anderen profitieren. Wenn ich etwa die richtige Liegestütztechnik nicht beherrsche, kann mich der andere korrigieren, wenn er mich beobachtet", sagt Frank Muller, Sportpsychologe und Dozent an der Humboldt-Universität zu Berlin. Klar, manchmal kann es frustrierend sein, wenn man derjenige mit dem geringeren Erfahrungsschatz ist. Aber seien Sie stattdessen lieber dankbar für die Tipps, die Sie gratis bekommen. "Wenn man jedoch einen Trainingspartner hat, der gern angibt und nur mit einem trainiert, weil er sich dadurch besser fühlt und das eigene Ego stärkt, wird das die eigene Motivation schnell negativ beeinflussen", warnt Muller. Ob der Sparringspartner die beste Freundin, ein Kollege oder der eigene Mann ist, ist nicht entscheidend – vielmehr kommt es darauf an, wie die Person tickt. So kann die Freundin, die schon mal einen Halbmarathon gelaufen ist, beim Training motivieren und pushen, während die andere einen ausbremst, weil sie ständig quatscht. Checken Sie also unbedingt die Ziele Ihrer Trainingsbuddys – sie müssen weitestgehend mit Ihren übereinstimmen.

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Besondere Vorsicht empfiehlt Experte Muller beim Training mit dem Liebsten. Da man ohnehin schon viel Zeit miteinander verbringt, kann gemeinsamer Sport eine Überdosis Nähe verursachen. Das Training sei dann keine Möglichkeit zum Stressabbau mehr, sondern eher eine zusätzliche psychische Belastung. Zudem gilt: Männer tendieren dazu, sich beim Sport als Experten zu betrachten und Frauen zu belehren. Das könnte zu hitzigen Diskussionen führen. Kennt man ja: Wenn der eigene Freund etwas erklärt, wird man schneller pampig, als wenn die Verbesserungsvorschläge von einer neutralen Person kommen.

Burpee & Co. – Mit Freunden, Fremden oder Kollegen


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Viele tun sich schwer, sich selbst auf die Schulter zu klopfen und stolz die eigene Leistung anzuerkennen. Deshalb ist es hilfreich, wenn diese Rückmeldung und Bestätigung von den Trainingspartnern komm

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Viel? Hilft viel! Beim Training in einer größeren Runde, etwa einem Lauftreff, einer Crossfit-Combo oder Facebook-Truppe, ist nicht nur der fachliche Input noch größer, sondern auch der soziale Austausch. Die eigenen Fähigkeiten wachsen – genau wie womöglich die Freundschaft zu den Mitstreitern. "Leistungssportler aus Einzelsportarten trainieren oft in einer Gruppe, um sich gegenseitig zu pushen, dauerhaft am Ball zu bleiben und vom Erfahrungsschatz der anderen zu profitieren", erklärt Sportexperte Muller. In einer bunten Gruppe gibt es auf jedem Niveau jemanden, der einem helfen und die Angst vor neuen Übungen nehmen kann. Und weil niemand der Erste sein will, der aufgibt, reißt man sich zusammen – und läuft/ wirft/springt weiter, als man gedacht hätte. Ein weiterer Vorteil des Gruppentrainings: Man bekommt direktes Feedback. "Es ist häufig schwer, die eigenen Fortschritte zu erkennen, denn man ist selbst sein strengster Kritiker und nie 100-prozentig zufrieden", so der Dozent. "Viele tun sich schwer, sich selbst auf die Schulter zu klopfen und stolz die eigene Leistung anzuerkennen. Deshalb ist es hilfreich, wenn diese Rückmeldung und Bestätigung von den Trainingspartnern kommt." Natürlich gibt es auch Wettbewerb zwischen den Gruppenmitgliedern, doch der hat in erster Linie positive Auswirkungen, da man sich gegenseitig zu Höchstleistungen antreibt und sich durch den direkten Vergleich immer wieder neu motiviert. Gleichzeitig baut er allerdings auch einen gewissen Druck auf, besser, schneller oder dünner zu sein als die anderen. Da kann man seine eigene Leistungsfähigkeit auch schnell überschätzen.

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Wenn man mit Kollegen trainiert, kann zudem die Konkurrenz, die man unter Umständen im Job miteinander erlebt, auch beim Sport weitergehen. Und so kann das Training, das eigentlich für mehr Teamgeist und eine gute Arbeitsatmosphäre gedacht war, genau das Gegenteil bewirken. Auch auf falsche Vertrautheit zu den Kollegen sollte man achten: Klar, dass man auch noch mal über den Job spricht, wenn man die Bürotür zugemacht und die Sportschuhe geschnürt hat (obwohl das nicht dem Stressabbau dient!), doch wer abends im Endorphinrausch unbedacht etwas ausplaudert, könnte es bei der nächsten Konferenz nach einem blöden Spruch des Kollegen bitter bereuen. Also immer den gemeinsamen Zweck im Blick behalten: fit zu werden. Und nicht zu vertraut.

Oder doch: Alleine läuft's besser?


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Was den perfekten Traininspartner ausmacht

Alleine trainiert man am gezieltesten, da man das Workout zu 100 Prozent an die eigenen Bedürfnisse, Ressourcen und Ziele anpassen kann

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Der größte Vorteil des Einzeltrainings – und zugleich die größte Herausforderung – ist die Flexibilität. Man kann zwar zum Sport gehen, wann man will und machen, was man will. Aber wo sonst niemand ist, kann man sich auch von niemandem bei den Übungen anleiten lassen. Daher muss man alles viel konzentrierter und bewusster ausführen. "Alleine trainiert man aber auch am gezieltesten, da man das Workout zu 100 Prozent an die eigenen Bedürfnisse, Ressourcen und Ziele anpassen kann", so der Sportpsychologe. Dumm nur: Wenn man mal das dringende Bedürfnis hat, auf der Couch liegen zu bleiben, ist da leider auch niemand, der einen hochjagt. "Trainiert man allein, lässt man sich wesentlich leichter vom Schweinehund besiegen. Schließlich fehlt die soziale Verpflichtung dem Trainingspartner oder seiner Gruppe gegenüber, für den man die eigene Lustlosigkeit manches Mal überwinden würde, um ihn nicht zu enttäuschen. Außerdem ist die Willenskraft, ein Ziel in die Tat umzusetzen, beim Einzeltraining auch eher gering. Es erfordert daher weitaus mehr Selbstdisziplin", weiß der Experte. Für Sportanfänger jedoch eignet sich Einzeltraining besonders gut, weil sie ihren Körper und die eigenen Grenzen erst einmal ohne Druck von außen kennenlernen und eine Grund-Fitness aufbauen wollen, bevor sie mit anderen trainieren. "So kann man schließlich vermeiden, dass man sich bloßgestellt oder überfordert fühlt", so Muller.

Für die Wahl der richtigen Trainingskonstellation gilt – und da sind Sie wieder alleine gefragt: "Gehen Sie an diese Entscheidung völlig egoistisch heran. Hören Sie auf Ihren Körper, und fragen Sie sich: "Was ist für mich am besten? Welcher Sport macht mir am meisten Spaß?" Nur so werden Sie dauerhaft am Ball bleiben. Egal ob mit Partner, in der Gruppe oder allein.

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