Mamas Gene So befreien Sie sich aus Mamas (Gen-)Klauen

05.07.2016 , Autor:Lara Golombek
© Women's Health Juni

Mütter vererben ihren Töchtern viel Gutes. Aber leider können sie auch die Birnenfigur mit den ungeliebten breiten Hüften an den Nachwuchs weitergeben, genauso wie die unbändige Lust auf Süßes. Das können Sie dagegen tun

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Figur-Schicksal: Ergeben Sie sich nicht Ihrem Figur-Schicksal
Das gleiche Lächeln wie die Mutter geerbt? Top! Aber haben Sie sich vielleicht auch ihren Hang zu Crash-Diäten und Hungerkuren abgeschaut?  © michaeljung / Shutterstock.com
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Figur-Schicksal #1) Fettleibigkeits-Gen geerbt
Den meisten fiel es wahrscheinlich zum ersten Mal in der Pubertät auf: Beim Blick in den Spiegel entdeckte man die Miniversion der eigenen Mutter. Da war auf einmal dieselbe Birnenform mit kurzen Beinen und ziemlich strammen Waden. Oder derselbe runde Po in Kombination mit einem kleinen Bäuchlein. Aber nicht nur optisch gibt es bei Müttern und Töchtern oft diese Hanni-und-Nanni-Ähnlichkeit. Auch die ständige Lust auf Pasta mit Sahnesoße, Weißbrot und andere Figur-Ruinierer wird häufig vererbt. Da ist es dann trotz guter Vorsätze und regelmäßigen Workouts schwer, Gewicht und Figur im Griff zu behalten.

Das steckt dahinter: „Es gibt mehrere 100 Gene, die die Nahrungsaufnahme und -verwertung beein­flussen“, sagt Prof. Dr. ­Hannelore Daniel, Ernährungsphysiologin an der Techni­schen Universität München. Eins davon ist das sogenannte Fettleibigkeits-Gen FTO. Wer besonders träge Varianten dieses Gens geerbt hat, der hat auch einen stets erhöhten Pegel des Hungerhormons Ghrelin – und das verstärkt nachweislich das Verlangen nach hochkalo­rischem Essen. Es wird außerdem vermutet, dass das Fett­leibigkeitsgen ­einen Einfluss darauf hat, wie der Körper auf Workouts reagiert, wie konsequent wir unseren Trainingsplan verfolgen, und dank stimmungsregulierender Gehirnchemikalien kann es sogar mitverantwortlich dafür sein, dass sich Sport anstrengender anfühlt und einem einfach keinen Spaß bringen will.

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So entkommen Sie dem Figur-Schicksal: All das kommt Ihnen bekannt vor? Dann ist es gut möglich, dass Sie das träge Fettleibigkeitsgen geerbt haben. Aber keine Panik: Der Teufelskreis lässt sich durchbrechen, Studien zeigen, dass regelmäßiges Training die Effekte der Dickmacher-Gene um 30 Prozent minimieren kann! Das Zauberwort, sich zum Sport aufzuraffen, heißt Motivation: „Trägheit oder Unlust am Sport lassen sich leichter überwinden, wenn man sich mit einem Benefit dafür belohnt“, so Ernährungspsychologin Patricia van Dam aus Gais in der Schweiz. Am wichtigsten dabei: Die Belohnung darf nicht erst am Ende eines langfristigen Ziels kommen, sonst geht die Motivation schon früher flöten. Ein Anreiz am Anfang sind tolle Fitness-Klamotten, bei denen man sich schon beim Anziehen super (und unglaublich fit) fühlt. Sich nach dem harten Workout stets mit einer Folge seiner Lieblingsserie zu belohnen klappt auch zuverlässig. Hat man es geschafft, den Schweinehund über mehrere Wochen auf diese Weise auszutricksen, speichert das Gehirn Positives wie Stressabbau im Zusammenhang mit Bewegung ab – und nicht länger eine permanente Unlust. Auch der Blick über den Trainings-Tellerrand kann sich lohnen. Denn nicht jeder Mensch reagiert gleich auf dieselbe Anstrengung! Es kann durchaus sein, dass Ihr Körper prima auf Krafttraining reagiert und auf knackige HIIT-Einheiten, wohingegen langsame Ausdauerläufe Sie nicht weiterbringen. Tipp: Probieren Sie 4-8 Wochen den Sport aus, der Ihnen am meisten Spaß macht. Sehen Sie danach keinen Effekt, probieren Sie etwas anderes aus – so lange, bis Sie das passende Workout gefunden haben.

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Figur-Schicksal #1) Falsches Verhältnis zum Essen wird vorgelebt
Waren FdH, Low Carb oder Low Fat für Sie schon früh keine Fremdworte mehr? Dann sicherlich deswegen, weil Ihre Mutter gern regelmäßige Abnehm-Experimente probiert hat. So etwas bleibt hängen und beeinflusst die eigene Körperwahrnehmung im Erwachsenenalter. Ein falsches Verhältnis zum Essen kann auch entstanden sein, wenn Mama Ihnen immer versichert hat, dass nur sie es ist, die eine Diät braucht, aber Sie natürlich keine Kalorien zu zählen brauchen. In die gleiche Kategorie fällt übrigens auch das Frust- und Fröhlichkeitsfuttern. Gehört Ihre Mutter zu den sogenannten Gefühlsessern und belohnt sich für Erfolge mit Süßkram oder tröstet sich bei Misserfolgen mit Essen, kann so eine Gewohnheit abfärben.

Das steckt dahinter: „Das Essverhalten gründet auch auf einer Ess-Lern­geschichte, und da ist die Familie sehr prägend“, so Ernährungspsychologin van Dam. Das belegen auch Studien: Töchter von Müttern mit Diät-Faible haben eine doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit, selbst über eine Schlank-Kur nachzudenken, als Frauen, deren Mütter nie Diät halten. „Dadurch wird vermittelt, dass man dem eigenen Körpergefühl nicht trauen kann und es besser ist, die Ernährung mit dem Kopf zu bestimmen, statt dem ­Körper zu überlassen, was er wann in welcher Menge braucht“, so van Dam. Das wiederum hat schnell zur Folge, dass das Aussehen wichtiger wird als die ­Gesundheit und dass vor ­ungesunden Crash-Diäten mit heftigem Jo-Jo-Effekt nicht haltgemacht wird.

So entkommen Sie dem Figur-Schicksal: Es ist möglich, neu zu programmieren, was Ihre Mutter Ihnen unbeabsichtigt vermittelt hat. Versuchen Sie zunächst einmal, sich mit möglichst vielen Menschen zu umgeben, für die Gewicht und Aussehen nicht ganz oben auf der Prioritätenliste stehen. Das allein genügt aber meistens nicht. Wenn Sie merken, dass Sie viel strenger zu sich und Ihrem Körper sind als die meisten Freunde um Sie herum, sitzt das Problem vermutlich zu tief. „Bei falscher Selbstwahrnehmung kann es sich schlimmstenfalls um ein Trauma handeln, das auch mit einer Traumatherapie behandelt werden muss“, so die Expertin. „Der Verstand ahnt zwar, dass man eigentlich nicht viel zu dick ist. Aber nur durch intensive Arbeit am Problem lernt er, diese Information auch im limbischen System, dem Emotionenarchiv, abzuspeichern.“

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Figur-Schicksal #3) Essen als Druckmittel

Einige Mütter haben Essen als Druckmittel eingesetzt. Sie rationierten Mahlzeiten als Erziehungsmaßnahme („Wenn du dein Zimmer nicht aufräumst, gibt es kein Abendbrot!“) oder angeblich zum Schutz des Kindes („Es gibt keine Pizza für dich, sonst bist du bald die Dickste in der Klasse!“). Wer das in Kindertagen häufiger erlebt hat, bei dem kreisen die Gedanken sicher auch im Erwachsenenalter noch sehr oft ums Thema Essen.

Das steckt dahinter: Mütter, die ihre Kinder einschränken, egal ob absichtlich oder nicht (wie beispielsweise eine Mutter, die ihrer pummeligen Tochter Kohlenhydrate aus Sorge um ihre Gesundheit verbietet), verpassen dem Nachwuchs damit einen schweren Dämpfer. „Viele Kinder verinnerlichen irgendwann, dass Kohlenhydrate schlecht sind, und werden diese nie mehr ohne schlechtes Gewissen essen können. Andere verfallen in eine Trotzreaktion und essen sie erst recht“, so van Dam. Tatsächlich zeigen Studien, dass Kleinkinder, die schlechte Beziehungen zu ihren Müttern hatten, mehr als doppelt so häufig den Hang zum Übergewicht im Teenageralter hatten. Eine Theorie: Teile des Gehirns, die das Gewicht regeln, sind auch am Stress- und Emotions­management beteiligt.

So entkommen Sie dem Figur-Schicksal: Sie können die Vergangenheit nicht rückgängig machen, aber Sie können dem Teufelskreis der Verknüpfung von Essen und Verboten entkommen. „Die Hauptsache ist erst einmal die Rückbesinnung auf den Ernährungsinstinkt“, sagt Expertin van Dam. Dafür muss zunächst ein Bewusstsein dafür entstehen, dass man Essen als Pro­blemfaktor sieht, dann kann man es aktiv zu etwas Positivem werden lassen. Das klingt zwar leicht, ist jedoch aus eigener Kraft schwer zu stemmen. Aber es gibt Hilfsangebote von Ernährungsberatungstellen, die Kurse und Gesprächsrunden vermitteln (eine Übersicht finden Sie auf www.dge.de). Wird dadurch das tiefsitzende Problem noch nicht gelöst, können therapeutische Einzelgespräche oder Hypnosesitzungen beim Psychologen weiterhelfen. Das geht natürlich nicht von heute auf morgen: „Der Weg dauert in der Regel 2 Jahre“, so van Dam. Aber was sind schon 2 Jahre, wenn Sie danach für den Rest Ihres Lebens eine gesunde Einstellung zur Ernährung haben?

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Auch Väter haben Einfluss: Studien zeigen, dass Männer, die bei der Zeugung übergewichtig waren, Gewichtsprobleme an ihre Töchter übertragen können. Schlechte Ernährung verändert die molekulare Zusammensetzung des Spermas, die festlegen kann, ob das Kind später unter Fettleibigkeit oder Stoffwechselkrankheiten leidet.

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