Unsere Heldinnen der Waage

Minus 24 Kilo Aufs richtige Pferd gesetzt

07.04.2016 , Autor:Stephanie Arndt
© Women's Health April

Als ihr Hausarzt Nathalie nach ihrem Gewicht fragte, verschätzte sie sich gewaltig: 20 Kilo mehr als angenommen brachte sie auf die Waage! Nach dem Schock änderte sie ihre Ernährung und auch ihr Sportprogramm – und nahm 24 Kilo ab

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schnell abnehmen: Nathalie hat abgenommen, vorher wog sie 102 Kilo, nachher 78 Kilo
Nathalie (29 Jahre; 1,81 m) wog vorher 102 Kilo und nachher 78 Kilo © privat; Susanne Wegner
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Abnehmen

Diesen Arztbesuch wird Nathalie nie vergessen. Denn er war schockierend, heilsam – und vor allem der Beginn eines neuen Lebens. Es waren die Ergebnisse der Blutunter­suchung, die das erschreckende Ausmaß von Nathalies Zustand ans Licht brachten: Ihre Cholesterinwerte waren viel zu hoch. Kein Wunder, denn bei einer Größe von 1,81 Metern wog die kaufmännische Angestellte 102 Kilogramm! „Natürlich wusste ich, dass ich ein paar Pfunde zu viel auf den Hüften hatte. Aber so dick fühlte ich mich gar nicht“, erinnert sich Nathalie. „Doch durch die bedrohlichen Werte schrillten bei mir endlich die Alarmglocken. Ich bekam Angst, dass ich aufgrund meiner schlechten Lebensgewohnheiten ernsthaft krank werden könnte.“

Besagte Gewohnheiten bestanden vor allem aus ungesundem Essen und zu wenig Bewegung. Zwar ritt Nathalie regelmäßig. Ihren Körper forderte die immer gleichbleibende Bewegung jedoch schon lange nicht mehr heraus. „Silvester 2013 nahm ich mir fest vor, abzunehmen.“ Mit diesen 5 Vorsätzen hat sie es geschafft, insgesamt 4 Kleidergrößen zu verlieren.

1. Vorsatz: Nichts mehr aufschieben
Nathalie meldete sich ­sofort online bei Weight Watchers an. „Nur so funktionierte es bei mir, sonst hätte ich meinen Plan ­immer wieder verschoben.“ Sie kontrollierte penibel ihr Essen und entdeckte schnell ihren schlimmsten Ernährungsfehler. „Das Hauptproblem war: Ich aß ständig irgendetwas. Hier einen Keks, da ein Stück Kuchen. Und alles war viel zu zuckrig.“ Also verbannte Nathalie Nutella und Kakao vom Frühstückstisch und aß stattdessen Vollkornbrot mit magerem Geflügelaufschnitt und trank dazu eine Tasse Tee. Mittags lagen nun statt Pizza, Pasta und Burger viel Obst und Gemüse auf ihrem Teller. Und zwischen den Mahlzeiten aß sie mindestens 4 Stunden lang nichts.

2. Vorsatz: Runter vom Sofa
Parallel zum Reiten begann Nathalie mit Zumba, wechselte dann zum Laufen, um flexibler zu sein. 3-mal pro Woche schnürte sie vor dem Frühstück ihre Schuhe und knackte nach einigen Wochen die 10-Kilometer-Marke. Jeden Tag fühlte sie sich besser, und auch der Erfolg auf der Waage ließ nicht lange auf sich warten: Innerhalb von 9 Monaten verschwanden 12 Kilo.

3. Vorsatz: Nur nicht Aufgeben
Doch dann kam der Punkt, an dem gar nichts mehr ging. Trotz aller Konsequenz zeigte die Waage nur Stillstand an. „Das Diätplateau war frus­trierend. Ich reduzierte aus Verzweiflung stärker mein Essen, damit es wieder ­weiterging.“ Zum Frühstück gab es nur eine Reiswaffel mit Honig, mittags etwas Frischkäse und am Abend ein paar Stückchen Zucchini in Gemüsebrühe. Doch dass das der falsche Weg war, merkte nicht nur Nathalie: „Der dauernde Hunger machte mich übellaunig und richtig aggressiv. Ich verlor den Spaß am Essen und grenzte mich unbewusst aus. Denn gemeinsam mit anderen zu essen ist auch ein kommunikativer und sozialer Akt.“ Das Schlimmste aber war: Na­thalie nahm trotzdem kaum ab. Und dann holte sie sich professionelle Hilfe.

4. Vorsatz: Hilfe annehmen
Nathalie sprach mit einem befreundeten Physiotherapeuten über ihr Problem. Der erklärte ihr, wie der Körper auf eine gefühlte Hungersnot reagiert: Er fährt den Stoffwechsel auf Sparflamme, um die vorhandenen (Fett-)Reserven für die schlechten Zeiten zu sichern. Der Physiotherapeut riet Nathalie, sich eiweißreicher zu ernähren und weniger Kohlen­­hydrate zu essen. Parallel begeisterte sie ein Artikel über Clean Eating: „Der ­Gedanke, nur noch frische ­Lebensmittel zu essen und auf Konservierungs- und Aromastoffe zu verzichten, gefiel mir und ließ sich gut mit meiner Low-Carb-­Ernährung verbinden.“ Sie kaufte nun direkt beim Biobauern, kochte selbst und fand wieder Freude am ­Essen – und am Abnehmen. Denn die Pfunde schmolzen.

5. Vorsatz: Nicht übertreiben
Um ihr Programm durchzuhalten, setzte Nathalie auf Cheat-Days, an denen sie sündigen durfte. „Dann gönnte ich mir ein Stück Kuchen oder Pommes“, so Nathalie. Und wenn sie eine Heißhungerattacke überkam? Dann gab’s ein paar Löffel vom süßen Wackelpudding. Die Strategie ging auf: Heute wiegt Nathalie 78 Kilogramm und braucht sich dank ihres gesunden Lebenswandels keine Sorgen mehr um ihre Blutwerte zu machen.

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