Kaffee zubereiten: So gelingt der perfekte Kaffee

18.05.2012 , Autor:Christiane Kolb
© Women's Health

Egal ob Espresso, Latte macchiato oder Cappuccino – die Zubereitung ist eine Kunst für sich, in die wir Sie gerne einweihen

Vergrößerte Ansicht
Espresso: In 6 Schritten zum perfekten Espresso
Wer einmal die Bohnen von italienischen Traditions-Röstern gekostet hat, will danach nichts anderes mehr an seinen Gaumen lassen © Shutterstock
Seite drucken
Teilen
Kommentare

0 Kommentare

Kommentar schreiben

4. Perfekter Wasserdruck und richtige Temperatur = guter Espresso
Wer Informationen über den idealen Druck und die Temperatur sucht, der findet vor allem eins: unterschiedliche Angaben und somit auch große Verwirrung. Hier sind die wahren Werte: Die ideale Brühtemperatur beträgt 90 bis 96 Grad, die perfekte Durchlaufzeit liegt bei 25 Sekunden, und der aufgebaute Druck sollte rund 9 Bar haben. "Es ist ein Märchen, dass mehr Druck nötig ist. Viele Profimaschinen arbeiten nur mit 9 bis 10 Bar", erklärt Schulthes. Das heißt: "Wenn im Geschäft neben der 15-Bar-Maschine eine mit 18 Bar steht, bedeutet es nicht automatisch, dass die besser ist." Wichtig ist auch, ein Gerät zu wählen, das Druck und Temperatur über Jahre konstant aufbauen kann. Maschinen im unteren Preissegment mit Aluminium-Thermoblocks können das meistens nicht bieten, weil das durchlaufende Wasser mit der Zeit das Aluminium angreift. Bessere Modelle erkennen Sie an einem schweren Gehäuse aus Edelstahl sowie Kessel und Leitungen aus Kupfer. Semiprofessionelle Maschinen und gute Voll­automaten leisten wiederum durch ausgeklügelte Mechanismen eine sogenannte Präinfusion, bei der das Kaffeepulver kurz angebrüht wird und vorquillt – und beim eigentlichen Brühvorgang eine bessere Kaffee-Extraktion erreicht.

Aber von der grauen Theorie zurück zur Praxis: Ich spanne den Siebträger ein und lege den Schalter um. Jetzt arbeitet die Maschine. Es brummt, dann etwas intensiver. Erst tropft es fast schwarz, nach einigen Sekunden kommt die haselnussbraune Crema, ein Faden wie flüssiger Honig. In einem Schnapsglas sieht man besonders gut, wie zart die Crema schäumt, dann folgt die dunklere Kaffeeflüssigkeit. Ich bestaune das Schauspiel und bin entzückt: Da ist er, mein erster wirklich perfekter Espresso!


Vergrößerte Ansicht
So gelingt der perfekte Kaffee

Selbst das Einschenken von Kaffee ist eine hohe Kunst, in der sogar regelmäßig Barista-Wettbewerbe stattfinden

© Shutterstock

5. So werden Sie einer der besten Schaumschläger
Zugegeben, es klingt verrückt, aber man kann tatsächlich hören, ob der Milchschaum gut wird. Wenn Sie das nächste Mal das typische Grollen und Zischen vernehmen, lauschen Sie genau hin. Ist das Geräusch zu laut und klingt blechern, ist die Milch beim Aufschäumen zu heiß geworden. Mehr als 70 Grad sollte sie nicht haben, sonst ist das Aroma futsch, und es wird nichts mit dem perfekten Milchschaum. Den hinzukriegen ist nicht ganz einfach, und nicht jede Milch ist dafür geeignet. Fettarme etwa schäumt leichter, wird aber fester. Cremiger und geschmacklich besser macht den Cappuccino die Vollmilch. Eines gilt aber für alle: Kalt muss die Milch sein, am besten frisch aus dem Kühlschrank, denn je wärmer, desto schlechter lässt sie sich schäumen. Dafür braucht man ein Edelstahlkännchen, das nur bis zur Hälfte gefüllt wird, damit nichts überläuft. In der sogenannten Ziehphase wird der Schaum quasi hochgezogen, wobei sich das Volumen der Milch etwa verdoppelt. Dabei bleibt das Dampfrohr knapp unter der Milchoberfläche.

Nach rund 20 Sekunden folgt die Rollphase, in der Sie das Rohr tiefer in die Milch halten, um die Luftblasen weiter zu verwirbeln, was den Schaum noch feiner und cremiger macht. Aber Vorsicht: Taucht das Rohr zu tief ein, prallt der Dampf gegen den Boden des Kännchens, und das ist nicht nur laut, son­dern auch hinderlich auf dem Weg zum perfekten Milchschaum! Ein kleiner Tipp zum Schluss: Ein Thermometer benötigen Sie nicht, hören Sie einfach mit dem Schäumen auf, wenn das Kännchen zu heiß wird, um es anzufassen. Wird es im Anschluss geschwungen, bleibt die Milch schön schaumig. Durch Klopfen der Kanne auf die Tischplatte setzt sich der Schaum, größere Blasen verschwinden.

6. Nicht einfach draufschütten! Wie sich Milch und Espresso optimal miteinander verbinden
Rein in die Tasse und fertig? Wenn Sie ein echter Espresso-Liebhaber sind, stehen Ihnen schon bei dem Gedanken die Haare zu Berge. Schließlich ist das Einschenken eine hohe Kunst, in der sogar regelmäßig Barista-Wettbewerbe stattfinden. Herzen, Planeten und sogar Tiere werden bei der sogenannten Latte-Art durch die Einschenkbewegung in den Cappuccino gezeichnet. Wem das zu anstrengend ist, der sollte zumindest die Basics kennen. Beim Zusammengießen von Milch und Espresso kommt es auf die Reihenfolge an: Espresso macchiato bekommt ein Milchhäubchen mit dem Löffel, für Latte macchiato wird erst die Milch ins Glas geschüttet und dann der Espresso – so vorsichtig, dass er sich zwischen Schaum und Milch absetzt. Bei Cappuccino wiederum soll sich der feine Milchschaum mit der Crema des Kaffees zu einer Emulsion verbinden.

Wollen Sie noch das gut gehütete Cappuccino-Geheimnis wissen? Ich verrate es Ihnen: Vollmilch fein schäumen, dann zügig einschenken, mitten ins Herz des Espressos. Dabei taucht der Schaum unter – um nach ein paar Schrecksekunden wieder aufzutauchen und sich als krönende Haube auf den Kaffee zu setzen. Ein Schaumschläger zu sein war noch nie schöner!

Rezept des Tages
Huhn mit Rotwein-Champignons
Huhn mit Rotwein-Champignons
Das proteinreichste Pilzgericht der Welt wartet darauf von Ihnen verti ... mehr
Mitmachen
Gewinnspiele

Laufoutfit von NEW BALANCE gewinnen

 New Balance verlost ein Running-Outfit mit Shirt, Jacke und Hose

So starten Sie perfekt ausgestattet in den Laufherbst: New Balance verlost ein Running-Outfit mit Shirt, Jacke und Hose

JETZT MITMACHEN
alle Gewinnspiele
Community
Blogs