Die Women's Health-Redaktion testet Food-Trends

Ernährungsumstellung Das sagt der Experte

06.09.2013 ,
© Women's Health Oktober

Während der Food-Challenge hatte Dr. Hermann Johenning immer ein Auge auf uns. Um Veränderungen messbar zu machen, wurden von allen Teilnehmerinnen die Blutwerte untersucht sowie Körpermaße und Fettgehalt bestimmt. Der Facharzt für Innere Medizin vom Diagnostik Zentrum Fleetinsel in Hamburg verrät, worauf es bei einer Ernährungsumstellung ankommt

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Ernährungsumstellung: Der Ernährungsexperte: Dr. Hermann Johenning
Der Ernährungsexperte: Dr. Hermann Johenning © Diagnostikzentrum Fleetinsel
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Welche Ernährungsform empfehlen Sie Ihren Patienten?
Zunächst einmal muss man erwähnen, dass natürlich jeder Mensch unterschiedlich ist und es kein universelles Patentrezept gibt. Dennoch kann man sagen, dass eine ausgewogene Mischkost, die keine Extreme verfolgt, die beste ist. Dazu gehört auch ein wenig tierisches Eiweiß, mindestens 5 Portionen Obst und Gemüse pro Tag und davon darf ruhig auch etwas gekocht oder gebraten sein. Wer auf Tierprodukte verzichtet, muss sehr genau auf die Versorgung mit Eiweiß, Eisen und Vitamin B12 achten und zum Beispiel Nüsse, grünes Blattgemüse und Algen essen. Viel Abwechslung ist immer
am besten, so wie zum Beispiel bei der Ernährung nach der Traditionellen Chinesischen Medizin, Makro­biotik oder dem Vegetarismus.

Für wen ist generell eine Ernährungsumstellung sinnvoll?
Menschen, die deutliches Übergewicht haben, können dies damit regulieren. Aber auch wer sich nicht wohlfühlt, sich schlecht konzentrieren kann oder schnell gereizt ist, kann es mit einer Ernährungsumstellung versuchen. Da jeder Mensch unterschiedlich auf die verschiedenen Lebensmittel reagiert, ist es wichtig, mehrere Ernährungs­formen auszuprobieren.

Muss man sich darauf vorbereiten, oder kann man einfach loslegen?
Der erste Schritt ist, sich mit der Ernährung auseinanderzusetzen und
sich bewusst zu machen, dass manche Lebensmittel gut sind und andere nicht. Hat man sich für eine Ernährungsform entschieden, die man ausprobieren möchte, muss man sich über diese informieren und kann dann direkt starten. Einzige Ausnahme sind schwangere Frauen: Die sollten aufgrund ihres erhöhten Nährstoffbedarfs keine Experimente wagen.

Wie lang sollte so eine Testphase sein?
Bis der Körper sich wirklich angepasst hat, vergehen rund 6 Wochen. In dieser Zeit stellt der Körper den Fettstoffwechsel und den Cholesterinhaushalt neu ein. Für Lebensmittel, die er bisher nicht bekam, muss er auch neue Verdauungsenzyme bilden. Außerdem passt sich die Bakterienkultur in den tieferen Darmpassagen an. Das heißt, manche Arten werden zurückgedrängt, andere vermehren sich stärker.

Sollte man dann dabei bleiben, oder ist es ratsam, immer wieder zu wechseln?
Wenn es einem gut geht, gibt es im Prinzip keinen Grund zu wechseln, denn der Körper sagt einem grundsätzlich, was er braucht und reagiert mit Heißhunger auf verschiedene Lebensmittel. Dennoch finde ich es empfehlenswert, alle paar Monate das Ess­verhalten zu ändern, denn
wer immer nur zwischen 5 Lieblings­gerichten wählt, ernährt sich sehr einseitig. Mal ein paar Monate kein Fleisch oder keine Kohlenhydrate
zu essen kann sehr gut sein.

Wie schnell kann sich bei falscher Ernährung ein Mangel einstellen?
Bei den getesteten Formen sind zunächst das Intermittierende Fasten und die 8-Stunden-Diät problematisch. Das Gehirn funktioniert quasi ausschließlich mit Glukose, also Traubenzucker. Der Körper kann aber nur geringe Mengen davon speichern und ist somit auf eine kontinuierliche Zufuhr angewiesen. Wird die Zufuhr unterbrochen, reagiert der Körper mit der Bildung von Ketonkörpern. Diese verschieben den pH-Wert des Blutes ins Saure, weshalb Kopfschmerzen entstehen. Zudem benötigt der Körper mehr Wasser, um die sauren Valenzen wieder auszuscheiden. Daher entsteht bei derart kurzfristigen Diäten auch in den ersten Tagen ein Gewichts­verlust von 2 bis 3 Kilo, die jedoch nur Wasser sind. Ein Eiweißmangel kann theoretisch schon nach 24 Stunden auftreten, praktisch eher nach 2 bis 4 Wochen. Kommt nicht genügend Eiweiß nach, zehrt das an den Muskeln, denn das ist die einzige Spei­cherform von Eiweiß im Körper.

Und wie steht es mit zu wenig Vitaminen und Mineralstoffen?
Das dauert in der Regel länger. Mit den von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlenen 5 Portionen Obst und Gemüse pro Tag ist man gut versorgt. Wichtig ist dabei die Abwechslung. Vegetarier und Veganer müssen noch mehr auf die Bioverfügbarkeit der einzelnen Sorten achten.

Wann ist eine Ergänzung durch Supplemente sinnvoll?
Für Menschen im mittleren Alter ist das absolut unnötig. Es gab dazu viele Studien, aber keine mit signifikanten Ergebnissen. Die Industrie bemüht sich sehr, aber wissenschaftlich belegbar ist das nicht wirklich. Mit einer ausgewogenen Mischkost, die kein Extrem verfolgt, ist man jedenfalls auf dem richtigen Weg.

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