Die Women's Health-Redaktion testet Food-Trends

Ernährungs-Experiment Vegane Rohkost im Selbstversuch

23.01.2016 ,
© Women's Health Oktober

Gabriele Giesler, Ernährungsredakteurin, seit 16 Jahren Vegetarierin, dazwischen gab es eine Phase, in der sie 3 Jahre lang gelegentlich Fleisch und Fisch gegessen hat.

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Vegane Rohkost: Gabriele und die vegane Rohkost
Das landet an einem Beispieltag auf ihrem Teller: Obstsalat aus 1 Banane, 1 Apfel, 1 Orange. 2 Teller Möhrensuppe mit Knoblauch, Cashewnüssen, Agavendicksaft, Curry, und 2 EL Kokosöl. ½ Bund Rucola mit 1 Tomate, ½ Zwiebel, ½ Rote Bete, ½ Avocado, 1 EL Kürbiskernen, 1 EL Sonnenblumenkernen, 1 EL Olivenöl und 1 EL Essig © Himmel & Burwick
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So ernährt sie sich jetzt: 42 Grad. Eine höhere Temperatur ist für den menschlichen Körper tödlich, denn die Proteine denaturieren, Enzyme sterben ab. Dasselbe passiert auch in Pflanzen, deshalb werde ich die nächsten 6 Wochen nichts essen, was über 42 Grad erhitzt wurde.

Hilfsmittel: Damit ich nicht nur Äpfel und Möhren knabbern muss, bekomme ich von der Firma Keimling ein bisschen Equipment zur Verfügung gestellt. Einen Vitamix Mixer sowie ein Excalibur Dörrgerät. Gleichzeitig rüste ich mich mit dem Buch „Rohvolution“ (Gräfe und Unzer, um 17 Euro) aus und wälze Foren und Blogs im Internet.

Futterneid in der kalten Küche


Meine größte Sorge: Hoffentlich habe ich nicht die ganze Zeit Hunger. Nach der Blutabnahme führt der erste Weg in den Supermarkt. Vollbepackt mit Obst, Gemüse und Nüssen trete ich den Weg in die Redaktion an. Da ich unvorbereitet bin, bleibt mir zu Beginn nichts anderes übrig, als das Ganze einfach pur zu essen. Hunger beseitigt, alles gut. In den ersten Tagen renne ich jedoch ständig vom Bio-Laden ins Reformhaus und wieder zum Supermarkt und habe innerhalb kürzester Zeit fast 100 Euro ausgegeben. Ein Grundstock an Lebensmitteln, die ich sonst nicht zu Hause habe, muss sich erst mal ansammeln.

Die ersten Tage sind die schwersten. Egal welches Rezept ich anschaue, mindestens 3 Lebensmittel davon habe ich nicht zur Hand und in 50 Prozent der Fälle, muss ich irgendwas erst mal über Nacht quellen lassen. Tapfer weiche ich Leinsamen über Nacht ein, bereite am nächsten Tag den „Brotteig“, befördere ihn in Schichten ins Dörrgerät, wende am nächsten Tag noch einmal und nehme dann, nach 3 Tagen, mein erstes selbstgedörrtes Brot in Empfang. Die Portion ist für den Zeitaufwand recht mickrig, die Zahl der Kollegen die nur mal ein klitzekleines Stück probieren wollen dafür riesig. Ich will nichts abgeben von meinen mühsam zubereiteten Rohkost-Schätzen, ich habe Futterneid!

Rohkost-Ehrgeiz
Am Ende der ersten Woche lädt mich Keimling für 2 Tage zum Rohkost-Fasten (www.roh-fasten.de) in die Lüneburger Heide ein. Ich fahre nach Undeloh und treffe Peter Dreverhoff der dort regelmäßig Gruppen coacht und ihnen die rohköstliche Ernährungsweise schmackhaft macht. Er selbst ernährt sich bereits seit über 30 Jahren zu 100 Prozent von Rohkost und zeigt dort Tricks und Kniffe im Umgang mit Obst, Gemüse, Sprossen und Saaten und beantwortet auch meine Fragen bis ins Detail.

Jetzt ist mein Ehrgeiz geweckt, ich will die Rohkost aus der Kaninchen-Abteilung holen und allen in der Redaktion beweisen, wie abwechslungsreich und lecker Rohkost ist. Doch jeden Morgen ernte ich in der Redaktionsküche nur mittleidige Blicke, wenn ich wieder Brot dörre oder mir einen Smoothie zubereite. Ein Croissant beim Bäcker ist tatsächlich schneller geholt, aber dafür geht es mir nach meinem Drink blendend. Das Croissant liegt schon mal wie ein Stein im Magen. Und mein Smoothie sättigt für Stunden.

Planung ist alles
Nach etwa 2 Wochen habe ich es raus. Ich überlege mir alle 2 -3 Tage was ich essen möchte, fahre 2 Mal pro Woche zum Markt und ergänze einzelne Lebensmittel aus Supermarkt, Bio-Laden und Reformhaus. Die frischen Lebensmittel geben meinem Körper so viele Nährstoffe und Energie, dass ich an vielen Tagen nur noch zwei große Mahlzeiten zu mir nehme und trotzdem die ganze Zeit richtig satt bin. Wenn ich Lust habe, knabbere ich nebenher ein paar Nüsse oder Trockenfrüchte, gefühlt esse ich die ganze Zeit, weil ich permanent satt und zufrieden bin.

Man will immer das, was man nicht haben kann. Ich verspüre jedoch bereits nach 2 Tagen keine Lust mehr auf Süßigkeiten. Meine Praktikantin bringt mir in der ersten Woche einen Riegel Rohkost Schokolade mit. Ich will sie für den Ernstfall aufbewahren, doch am Ende (Woche 5) esse ich sie auf einer Reise in Schottland nur, damit sie endlich aus dem Handgepäck verschwindet. (Lecker war sie trotzdem!)

Schlanker und energiegeladen
Es geht mir prächtig. Ich wache morgens bereits eine Stunde vor meinem Wecker topfit auf. Ich fühle mich leicht, habe so viel Energie wie ein Flummi im Weltall und selbst über das beliebte 14 – 16 Uhr tief am Arbeitsplatz kann ich nur noch schmunzeln. Ganz nebenbei haben sich 4 überflüssige Kilo von meinen Hüften verabschiedet, die Analyse wird später zeigen, dass 2 Kilo davon reines Fett waren. Meine Blutwerte sind genauso hervorragend wie vorher, auch Eisen und Vitamin B12 haben sich nicht verschlechtert. Auch in der Redaktion bleibt meine Veränderung nicht unbemerkt, ich ernte viele Komplimente und das Interesse an Rohkost steigt stetig.

Die letzte Herausforderung der ich mich stellen muss ist ein 10-tägiger Urlaub in Stuttgart und Schottland. Fleißig dörre ich mir Brot und Kekse vor und egal mit wie viel Gepäck ich reise, eine kleine Plastiktüte mit 1-2 reifen Avocados trage ich wie einen teuren Schatz ums Handgelenk gewickelt. Ich sorge immer vor und habe immer eine kleine Notration dabei, geht die zu Ende lande ich rasch im Futterneid-Modus. Hungern muss ich aber nie, erstaunlicherweise findet sich sogar in der schottischen Pampa immer etwas rohköstliches das satt und zufrieden macht. Und, ich habe trotz Rohkost die schottischen Highlands mit dem Mountain-Bike bezwungen. Auch das Keller-Workout mit den Kollegen war ich nicht anstrengender als sonst. Während alle anderen danach mit einem Eiweiß-Shake anstoßen, mische ich mit einem Kiwi-Gurken-Smoothie in die Runde.

Fazit: Nach den 6 Wochen, bleibe ich zwar nicht bei 100 Prozent Rohkost, versuche aber viel davon beizubehalten. Brot backe ich jetzt wieder, anstatt es zu dörren, aber Salat, Gemüsesticks und Co. haben einen festen Platz in meinen Speiseplan und ich ernähre mich weiterhin vegan.

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