Die Women's Health-Redaktion testet Food-Trends

Ernährungs-Experiment Vegetarisch leben

06.09.2013 ,
© Women's Health Oktober

Melanie Khoshmashrab (Scoop-Redakteurin) ist groß geworden in einer fleischessenden Familie. Eine besonders gute Erinnerung hat sie an die Wurstverkäuferin mit der Scheibe Mortadella. Sie isst wenig Schwein, viel Geflügel, mageres Rind und gern Sushi.

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Vegetarische Ernährung: Melanie wird zum Vegetarier
Das landet an einem Beispieltag auf ihrem Teller: 50 g Müsli mit 150 ml Milch und 1 Tasse Milchkaffee, 1 Apfel und grüner Tee. 500 ml Karotten-Ingwer-Kokos-Suppe, 1 Kürbiskernbrötchen und 4 Cherrytomaten. 1 Handvoll Studentenfutter, 1 Möhre, 1 Eiweißriegel, 1 Cappuccino. Tomate-Mozzarella, 1 Teller Spinat-Pasta mit Parmesan und Ziegenkäse © Himmel & Burwick
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So ernährt sie sich jetzt: Es gibt fast nichts von dem, was sie sonst gegessen hat. Fleisch, Fisch und auch Gelatine sind verboten.

Hilfsmittel:
"Lecker vegetarisch" (Cocon Verlag, um 15 Euro),
Vegetarierforen und viele Rezept-Blogs.

Gummibärchen sind auch Tiere


"Weihnachten ohne Gans? Das geht doch nicht!" Ich bin in einer fleischessenden Familie groß geworden, die nette Fleischverkäuferin im Supermarkt, die stets lächelnd die Mortadella über die Theke reichte, ist Bestandteil meiner Kindheit. Mit dieser Scheibe Wurst hat sie sich für immer unvergessen gemacht. Doch nun will ich ihr für 6 Wochen abschwören und auf Fleisch, Fisch und Gelatine verzichten.

Von gesundem Fleischkonsum zum Vegetarismus

Ich zähle mich zu der Spezies "moderner Fleisch- und Fischesser", das heißt, ich esse wenig Schwein, dafür Puten- oder Hähnchenbrust, mageres Rindfleisch und rohen Fisch in Sushi. Ich esse ausgewogen und auch die Werte meiner Blutuntersuchung vor dem Experiment sprechen diese Sprache: Eisen, Folsäure, B-Vitamine  und Blutfettwerte – alles im grünen Bereich. Die beste Voraussetzung, mit dem Fleischverzicht zu beginnen! Um mich für meinen Selbstversuch zu motivieren, lese ich fortan im Netz in Vegetarierforen, sehe mir Videos von Tiertransporten an und wälzte Statistiken. So erfahre ich zum Beispiel, dass jeder Deutsche im Leben im Durchschnitt 1094 Tiere isst: 4 Kühe, 4 Schafe, 12 Gänse, 37 Enten, 46 Truthähne, 46 Schweine und 945 Hühner. Laut Statistik futtere ich selbst im Jahr rund 60 Kilo. Igitt! Ich esse also zirka mein eigenes Körpergewicht? Dieses Bild legt einen Schalter in meinem Hirn um. Ich will diese 6 Wochen unbedingt durchziehen, schon allein, um dem einen oder anderen Huhn das Leben zu retten. Kann doch nicht so schwer sein, einfach das Fleisch wegzulassen, zumal es ja auch in jedem Restaurant immer etwas für Vegetarier gibt.

Auch Gummibärchen sind verboten

In den ersten 2 Wochen merke ich, dass in mehr Produkten als ich ahnte, Tier verarbeitet ist. Erschreckt stelle ich fest, dass in Gummibärchen Knochen stecken – auch in Mousse au Chocolat und Frischkäse. Dabei dachte ich vorher, die heiß geliebten Milchprodukte sind stets unbedenklich. Daher beginne ich, beim Einkaufen akribisch die Etiketten zu studieren.

Nach Woche 3 kommt die nächste Hürde beim der Besuch bei den Schwiegereltern: "Oh, Du isst kein Fleisch mehr? Aber Aufschnitt schon noch, oder?" Ich nehme es der Mutter meines Freundes nicht übel, denn in ihrer Generation ist Fleisch nun mal das Gemüse. Auf ihre Frage, was ich denn dann noch essen kann, antworte ich: mehr Pasta, viel Käse und noch mehr Gemüse. Ich lerne, dass man Karotten auf ganz unterschiedliche Weise köstlich zubereiten kann: blanchiert, gegrillt, als Suppe oder Püree. Fleischersatzprodukte wie Seitan oder Milchschnitzel lasse ich zunächst bewusst weg. Wenn ich schon kein Fleisch mehr esse, dann auch kein Soja in Form eines Hähnchenschenkels! Ab Woche 5 esse ich Tofu – nicht als Ersatz, sondern als neues Lebensmittel. Wer probiert, kann nur gewinnen!

Zu diesem Zeitpunkt ekele ich mich bereits vor dem Fleisch in den Plastikverpackungen im Supermarkt und ehrlicherweise auch vor den Leuten, die es einkaufen. Den Drang zu missionieren habe ich aber nie.

Problem: Eisenmangel

Nach 6 Wochen bin ich sehr stolz auf mich, denn ich brauche kein Fleisch, keinen Fisch und keine Gummibärchen mehr. Leider wird meine Freude dann aber doch leicht getrübt, als meine Hausärztin sagt, dass die eingerissenen Mundwinkel und die blasse Gesichtshaut von einem Eisenmangel rühren. Ohje, dabei war der Wert doch noch vor 6 Wochen überdurchschnittlich hoch! Das kann doch so schnell nicht so drastisch sinken!? Doch, sagt meine Ärztin, die Bioverfügbarkeit von Mineralstoffen sei in keinem anderen Lebensmittel höher als in Fleisch. Auch Zink, Selen und Kalium, sowie Vitamin B12, dass für die Bildung der roten Blutkörperchen zuständig ist, steckt hochdosiert darin. Das Ergebnis der Blutwerte: Eisen ist im Keller.

Egal, ich esse weitere 4 Wochen aus Überzeugung kein Fleisch und setze zusätzlich Hülsenfrüchte und ein Eisenpräparat auf den Speiseplan, um meinen Wert wieder zu normalisieren.

Fazit: Durch Gummibärchen bin ich wieder zum Fleischesser geworden. Dennoch habe ich meinen Fleischkonsum drastisch reduziert: ich esse keinen Aufschnitt mehr und auch kein Huhn aus Plastikverpackungen, denn das schmeckt nur mit viel Ketchup. Ein gutes (wenn auch teures) Rindersteak weiß ich aber wieder zu schätzen und die Weihnachtsgans am Festtag ist und bleibt erlaubt, schließlich sind Feiertage ja kein Alltag.

Mein Ziel: jedes Jahr ein paar fleischlose Monate einlegen.

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