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08.02.2012
, Autor:Gerlinde Felix
© WomensHealth.de
Langjährige Überlastung der Gelenke führt zu einer schleichenden Abnutzung des Knorpels. Doch wer rechtzeitig vorbeugt, kann dem entgegenwirken
Wenn die Stoßdämpfer eines Autos schlecht sind, spüren Sie jede Unebenheit der Straße. Ähnlich ist die Situation bei Ihren Kniegelenken. Stoppen Sie verstärkten Knorpelabrieb dahe besser frühzeitig!
Ihr persönlicher Knorpel-Stoßdämpfer auf den Gelenkoberflächen verliert mit zunehmendem Alter Wasser, er schrumpft, wird unelastischer und dünner und ist immer weniger belastbar. Das sind Vorgänge, die bei jedem Menschen stattfinden. Aber Sie können den Knorpelabrieb auch noch beschleunigen und zwar durch langjährige Überlastung der Gelenke. Das passiert z.B., wenn Sie übermäßigen Sport treiben oder Sport machen, der insbesondere das Knie belastet. Übergewicht setzt dem Knorpel ebenfalls ziemlich zu. Jeder Schritt belastet das Kniegelenk mit dem Dreifachen des Körpergewichtes. Ursache des Knorpelabriebs können aber auch eine erblich bedingte Veranlagung, starke körperliche Arbeit sowie angeborene und erworbene Haltungsfehler und frühere Sportverletzungen sein. Beim größten Anteil der Arthrosen, so der medizinische Fachbegriff, bleiben die genauen Ursachen jedoch im Dunkeln.
Bei Couchpotatoes verhungert der Knorpel
Ihr Auto können Sie mehr oder weniger problemlos wechseln. Bei Ihren Kniegelenken ist das nicht so einfach. Deshalb sollten Sie auf sie besonders Acht geben. Zunächst einmal gilt es, überflüssige Pfunde abzubauen und Fehl- und Überbelastungen zu vermeiden. Bewegen Sie sich außerdem möglichst viel und: knieschonend. Bewegung unterstützt nämlich den Stoffwechsel im Gelenk und verbessert damit die Nährstoffversorgung des Knorpels.
Körperliche Aktivität ist aber auch wichtig, um ein verschlissenes Gelenk zu stabilisieren. Moderates Radfahren z.B. stärkt die Muskelgruppen um das Knie, die dem Knie Halt geben. Auch Walking, Schwimmen, Gymnastik, Tanzen und Aquajogging sind gut für Ihr Knie. Aber Achtung: Laufen und Joggen sind dagegen schlecht, weil dabei die Knorpel übermäßig belastet werden. Wichtig ist zudem, dass Sie vor dem Sport ein gutes "Warm-up" machen. Das bringt die Muskeln auf Betriebstemperatur und versorgt den Knorpel mit Gelenkflüssigkeit. Stöße können dann besser abgefangen werden.
Wichtig ist übrigens auch richtiges Stretching, um Knorpelschäden zu vermeiden. Allerdings sollte für das Stretching die Beugung des Kniegelenks nicht extrem spitzwinklig werden. Oberhalb einer 90°-Kniebeugung steigt der Druck auf den Knorpel fast explosionsartig an. Deshalb stets unter dem rechten Winkel bleiben!
Beim nächsten Satz legen Sie vermutlich Ihre Stirn in Falten. Doch es stimmt: Wer seinem Knorpel etwas Gutes tun möchte, sollte sich Gewichte ans Bein binden oder die Skischuhe anschnallen, auf den Tisch sitzen und die Beine baumeln lassen. Der Knorpel kann sich nämlich so verstärkt mit Nährstoffen versorgen.
Entlasten Sie Ihre Kniegelenke so oft wie möglich
Erste Anzeichen einer Arthrose?
Eine Schwellung des Kniegelenks aufgrund vermehrt gebildeter Gelenkflüssigkeit, leichte Schmerzen insbesondere auch bei stoßartigen Belastungen des Gelenks und der so genannte Anlaufschmerz sind typisch für eine beginnende Arthrose. Nach einer längeren Ruhephase kommen Sie dann nur langsam wieder in Schwung. Wenn Sie zum Arzt gehen, wird er möglicherweise mit dem Endoskop in Ihr Kniegelenk schauen, um abzuklären, welches individuelle Problem vorliegt, ob eine Knorpelglättung und Gelenkspülung nötig bzw. ausreichend sind oder welche weitere Behandlung sinnvoll ist.
Wenn der Knorpelabrieb unverändert weitergeht, wird es unngenehm. Dann kann wird es womöglich langfristig erforderlich, sich ein künstliches Kniegelenk einsetzen lassen. Seit etwa 5 Jahren gibt es auch einen speziellen Gelenkersatz für Frauen. Er ist kleiner und hat eine etwas andere Form, die der weiblichen Anatomie besser angepasst ist – eine längst überfällige Entwicklung – liebe Herren Prof. Dr. med. Chefärzte!
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