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11.01.2013
, Autor:Marleen Lohse
© WomensHealth.de
Wenn der Sauerstofftransport im Blut ins Stocken gerät, weil zu wenig Hämoglobin vorhanden ist, sprechen wir von Blutarmut. "Eine Anämie ist ein Krankheitszeichen und entsteht durch einen Mangel an roten Blutkörperchen", erklärt Prof. Dr. med. Bernhard Wörmann, Medizinischer Leiter der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO). Rote Blutkörperchen (Erythrozyten) werden im Knochenmark gebildet und transportieren den Sauerstoff durch die Blutbahn. Um zu reifen benötigen die Erythrozyten Botenstoffe und weitere Bausteine. Drei dieser Bausteine kann der Körper nicht selbst produzieren: Eisen, Folsäure und Vitamin B12. Sie müssen folglich über die Nahrung aufgenommen werden.
Schon bei einer Routineuntersuchung beim Arzt, bei der dem Patienten Blut abgenommen wird, kann eine Anämie festgestellt werden. Dafür reicht bereits ein kleines Blutbild, bei dem die entscheidenden Blutwerte Hämoglobin und Erythrozyten ausgwertet werden.
Prof. Dr. Wörmann erklärt: "Häufige Ursachen einer Anämie sind ein akuter oder chronischer Blutverlust, ein Mangel an Nährstoffen oder eine Störung der Bildung roter Blutkörperchen."
Junge Frauen sind durch die Regelblutung besonders betroffen. Erhöhtes Risiko besteht auch für Schwangere, da der Eisenbedarf während der Schwangerschaft zusätzlich steigt.
"Oft bemerkt zunächst das Umfeld, dass man häufiger blass und weniger belastbar ist", sagt Prof. Dr. med. Bernhard Wörmann. Wenn die Belastbarkeit deutlich abnimmt (beispielsweise beim einfachen Treppensteigen) und man unter Luftnot leidet, könnte eine Anämie dahinterstecken. Aber auch Schwindelgefühl, starkes Herzklopfen und Kopfschmerzen sind Symptome von Blutarmut.
Wer unter einem Nährstoffmangel leidet, sollte darauf achten, dass er sich ausgewogen ernährt. Auf den nächsten Bildern zeigen wir Ihnen, welche Lebensmittel Prof. Dr. med. Bernhard Wörmann bei einer Blutarmut empfiehlt, um die 3 wichtigen Bausteine Eisen, Folsäure und Vitamin B12 durch die Nahrung aufzunehmen.
Leber enthält besonders viel Eisen. Kalbsleber enthält 7,9mg pro 100g, Schweineleber sogar 22,1mg pro 100g.*
Die UGB (Vereine für Unabhängige Gesundheitsberatung in Europa) empfiehlt Frauen im Alter von 18 bis 50 Jahren 15 mg Eisen pro Tag zu sich zu nehmen. Schwangere sind mit 30 mg Eisen täglich gut versorgt und Stillende mit 20 mg.
100 g Kakaopulver enthalten 10 g Eisen.
Sojabohnen enthalten 8,6 g Eisen pro 100 g.
Übrigens: "Eisenmangel kann durch die Messung des Ferritin-Wertes im Blut nachgewiesen werden. Der Ferritin-Wert gibt einen sehr guten Überblick über die im Körper vorhandenen Eisenspeicher des Patienten", erläutert Prof. Wörmann.
100 g Sonnenblumenkerne enthalten 6,3 g Eisen.
Leberwurst enthält 5,3 g Eisen pro 100 g
1 Gramm (g) entspricht 1.000.000 Mikrogramm (µg).
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt täglich 400 µg Folsäure für Erwachsene und 600 µg Folsäure für Schwangere und Stillende.
Spinat enthält 4,1 g Eisen pro 100 g. Spinat enthält zusätzlich viel Folsäure: nämlich 145µg pro 100g.
100 g Rindfleisch enthalten 3,2 g Eisen.
100 g Schweinefleisch enthalten 3 g Eisen.
100 g Geflügelfleisch enthalten rund 2,6 g Eisen.
100 g Spargel enthalten 108 µg Folsäure pro 100 g.
100 g Bohnen enthalten 44µg Folsäure pro 100 g.
100 g Erbsen enthalten 151 µg Folsäure.
100 g Linsen enthalten 168 µg Folsäure.
Frühstücks-Müsli enthält Vitamin B12.
Wörmann: "Viele Frühstücksprodukte, wie zum Beispiel Müsli, sind oft mit Vitamin B12 angereichert."
Das hilft gegen Blutarmut