Depressionen Behandlung Depression: So erkennen und behandeln Sie die ersten Warnsignale

17.03.2017 , Autor:Melanie Khoshmashrab
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Frauen erkranken doppelt so oft wie Männer an einer Depression. Welche Ursachen das hat, an welchen Symptomen Sie die Negativ-Spirale erkennen und wie Sie ihr erfolgreich entkommen

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Depression Frauen: Depression: Wenn die Seele düster wird
Negative Gedankenspiralen gehören zu den häufigsten Symptomen einer Depression © Aleshyn_Andrei / Shutterstock.com
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Sie haben an nichts mehr Freude, auf nichts mehr Lust? Der Gedanke, sich im Schlafanzug alleine unter der Bettdecke zu verkriechen, das Handy abzuschalten, Serien in Endlosschleife zu gucken und heulend Schokolade in sich hineinstopfen, erscheint Ihnen verlockender als jeglicher Kontakt zur Außenwelt? Das können erste Warnsignale für eine drohende Depression sein, aber eben auch nur Anzeichen einer harmlosen melancholischen Episode, wie wir sie alle gut kennen.

Ist das nur Melancholie oder schon eine Depression?

Negative Grübeleien können das gesamte Leben auf den Kopf stellen. Zum Glück überfällt uns der Blues oft nur zeitweise und wir sonnen uns nach ein paar Tagen im Seelenregen schon wieder im Licht des Lebens. Wenn man ehrlich ist, tut es ja manchmal auch ganz gut sich in Selbstmitleid zu suhlen. Schließlich führt es meist dazu, dass wir anschließend noch klarer sehen, was uns gut tut und was nicht.

Problematisch wird es aber, wenn die Grübeleien und die permanente Unlust über einen Zeitraum von mindestens 2 Wochen anhalten und nicht auf ein traumatisches Erlebnis zurückzuführen sind.

Depression ist eine ernstzunehmende Krankheit

Mit dem Hang zum Schwermut hat Depression wenig zu tun. "Es ist eine ernsthafte, oft auch lebensbedrohliche Erkrankung, die in jedem Fall konsequent behandelt werden muss", erklärt Professor Dr. Ulrich Hegerl, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Leipzig. Allein in Deutschland leiden rund 5 Prozent der Bevölkerung an Depressionen, das sind rund 4 Millionen Menschen. Frauen bekommen doppelt so oft die Diagnose Depression wie Männer.

Laut Statistik der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stehen depressive Erkrankungen an erster Stelle der Ursachen für eine verminderte Lebensqualität. Obwohl die Krankheit so häufig auftritt, wird sie in der Öffentlichkeit zu wenig wahrgenommen oder oft missverstanden.

Übersicht der häufigsten Frauenkrankheiten

Die Definition der Depression

Was genau ist eine Depression? Sie gehört zu den so genannten affektiven Störungen. Das sind Erkrankungen, bei denen es zu Schwankungen der Stimmung und des Antriebs kommt. Die Depression wird von Betroffenen nicht als tiefe Traurigkeit beschrieben, viel eher als ein Zustand, in dem die Empfindung aller emotionen gemindert ist – quasi als Gefühlslosigkeit. Menschen, die depressiv erkrankt sind, fühlen sich häufig, als stecken sie in einer dicken Wolke fest.

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Depressionen erkennen und behandeln

Menschen, die an einer depressiven Störung leiden, fällt es oft schwer, über ihren Zustand zu sprechen. Sie fühlen sich "wie versteinert"

© Aleshyn_Andrei / Shutterstock.com

Typische Symptome einer Depression bei Frauen

Eine Depression kann entweder relativ plötzlich in einen bisher gut funktionierenden Alltag einbrechen oder sich allmählich einschleichen. Deswegen ist es wichtig, die Symptome früh zu erkennen, um einem Voranschreiten vorzubeugen. Die Signale unterscheiden sich in 2 Kategorien: in Hauptsymptome und weitere Zusatzsymptome. Wenn mindestens 2 Haupt- und 2 Zusatzsymptome für mehr als 2 Wochen vorliegen, könnte das ein Hinweis auf eine Depression sein.

Hauptsymptome einer depressiven Störung

Die am häufigsten auftretenden Warnsignale einer Depression sind:

  • Verlust von Freude und Interesse
  • Depressive Verstimmung
  • Antriebslosigkeit

Weitere Symptome einer depressiven Störung

Der Verlauf einer Depression ist individuell, es gibt dennoch spezifische Hinweise auf die Erkrankung. Von einer erhöhten Depressions-Wahrscheinlichkeit sprechen Mediziner, wenn zu mindestens 2 der genannten häufigsten Symptome weitere 2 der folgenden oft auftretenden Warnsignale hinzukommen: 

  • Schlafstörungen
  • Verminderte Konzentration
  • Reduzierte Aufmerksamkeitspanne
  • Geringes Selbstwertgefühl und wenig Selbstvertrauen
  • Appetitlosigkeit
  • Schuldgefühle
  • Gefühle von Wertlosigkeit
  • Pessimistischer Blick in die Zukunft
  • Suizidgedanken

So verändert die Depression das Leben

Die psychische Erkrankung verändert die Welt der Betroffenen. Außer durch spezifische Symptome lässt sich eine Depression auch an der Beschreibung des Lebens und Alltags der Erkrankten erkennen.

Was Betroffene wahrnehmen und empfinden
Menschen, die an einer depressiven Störung leiden, fällt es oft schwer, über ihren Zustand zu sprechen. Sie fühlen sich "wie versteinert", grübeln ständig und zweifeln an sich selbst. Eine innere Leere, Schuld und Angst machen sich breit. Negative Denkmuster bestimmen den Alltag depressiver Patienten. Sie stehen den eigenen Fähigkeiten, dem eigenen Aussehen und der Zukunft pessimistisch gegenüber. Einige Erkrankte entwickeln auch Wahnvorstellungen, beispielsweise der Glaube, unheilbar krank zu sein. Viele haben wenig oder keine Hoffnung, dass ihre Krankheitsepisode durch Therapie gut behandelbar sei.

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Ursachen und Behandlung von Depressionen

Etwa jede 4. Frau und jeder 8. Mann ist im Laufe des Lebens von einer Depression betroffen

© Aleshyn_Andrei / Shutterstock.com

Wie Betroffene handeln
Menschen mit der psychischen Störung meiden soziale Kontakte und stellen Hobbys ein. Einige können sogar ihrem Beruf nicht mehr nachgehen, die soziale Isolation droht. Betroffene sprechen eher leise und monoton, sind insgesamt sehr zurückhaltend.

Was Betroffene körperlich spüren
Zu den häufig auftretenden Schlafstörungen kommt oft eine chronische bleierne Müdigkeit am Tag. Depressive haben kaum Lust auf Sex und wenig Appetit, ein Gewichtsverlust ist nicht selten. Auch Schmerzen, wie zum Beispiel Kopf- und Rückenschmerzen, treten oft auf.

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Die unterschiedlichen Arten von Depressionen

Die psychische Erkrankung verläuft häufig in Phasen, die über mehrere Monate oder Jahre andauern können. Die Psychologie unterscheidet zwischen der Unipolaren Depression, der Bipolaren affektiven Störung und der Dysthemie.

Unipolare Depression

Diese Form bezeichnet eine Depression, die in Episoden auftritt. Heißt: Die graue Wolke hängt für einige Wochen oder Monate über der Seele und verschwindet dann wieder bis zur nächsten Episode. Die Störung wird in eine leichte, mittlere oder schwere Form unterteilt.

Bipolare affektive Störung

Menschen, die an dieser Form der Depression leiden, kennen nicht nur depressive, sondern auch manische Episoden. In diesen Phasen sind sie von einem enormen Tatendrang getrieben, sind gut drauf, brauchen wenig Schlaf, sprudeln vor Ideen und Unternehmungslust und verfallen auch mal einem Kaufrausch.

Dysthemie

Die Dysthemie bezeichnet eine chronisch verlaufende Form der Depression. Sie ist meist leicht ausgeprägt und beginnt im frühen Erwachsenenalter.

Diagnose Depression: So werden Depressionen erkannt

Die Diagnose wird anhand der Krankheitszeichen erstellt. Die Krankheit lässt sich in der Regel gut von Melancholie oder Niedergeschlagenheit abgrenzen. Trotzdem fällt es Ärzten oft nicht leicht, sie als behandlungsbedürftig festzustellen, da Dauer und Intensität der Symptome stark variieren und gezieltes Nachfragen nötig ist. Hinzu kommt, dass die Betroffenen oft nicht über die psychischen Verstimmungen sprechen, sondern eher über körperliche Probleme wie zum Beispiel Kopf- und Rückenschmerzen klagen. Laut Angaben der Stiftung Deutsche Depressionshilfe bleibt mehr als die Hälfte aller Depressionen beim Arztbesuch unerkannt.

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Sind Frauen öfter von Depressionen betroffen?

Bei Frauen diagnostizieren Ärzte mehr als doppelt so häufig eine Depression wie bei Männern. "Das Risiko, als Erwachsener im Laufe des Lebens an einer Depression zu erkranken, liegt nach neueren Studien für Frauen bei 21 bis 23 und für Männer bei 11 bis 13 Prozent. Das heißt: Etwa jede 4. Frau und jeder 8. Mann ist im Laufe des Lebens von einer Depression betroffen", erklärt Depressions-Experte Hegerl.

Für den Geschlechterunterschied gibt es unterschiedliche biologische und psychosoziale Erklärungen, sagt er. "Bei Männern ist eine Depression manchmal schwieriger zu erkennen. Frauen sprechen eher über ihre Ängste und Stimmungsschwankungen, sodass die Diagnose häufiger gestellt wird", so Hegerl.

Die großen Häufigkeitsunterschiede erklärt das allerdings nicht. "Unterschiede in den Genen, den Hormonen und anderen biologischen Aspekten spielen eine Rolle. Spezialfälle wie das prämenstruelle Syndrom zeigen, dass Geschlechtshormone die Stimmung beeinflussen können", erklärt der Mediziner.

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Ursachen, Symptome und Behandlung von Depressionen

Wenn die Traurigkeit Saison hat: Depressive Verstimmungen treten nicht selten im Winter auf

© Aleshyn_Andrei / Shutterstock.com

Welche Ursachen hat eine Depression?

Die Frage wie eine Depression entsteht, stellen sich seit Jahren viele Mediziner und Psychologen. Einig ist man sich, dass die Erkrankung meist nicht einen einzigen Auslöser hat, sondern dass mehrere Faktoren zusammenspielen.

Neurobiologische Auslöser

Mit neurobiologischen Auslösern sind genetische Faktoren gemeint. Einflüsse der Gene sind bei Depressionen gut belegt. Daneben spielen auch körperliche Faktoren einer Rolle bei der Entstehung der Krankheit, beispielsweise die Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin im Gehirn oder Stresshormone. 

Psychosoziale Auslöser

Traumatische Lebenserfahrungen verstärken das Risiko depressiv zu werden (Vulnerabilität). Psychosoziale Ursachen einer depressiven Episode können zum Beispiel der Verlust einer Bezugsperson, Missbrauchs- und Gewalterfahrungen, der Verlust der Arbeitsstelle oder chronische Überlastungen sein. Erstaunlich: Auch scheinbar positive Ereignisse wie eine Beförderung können Ursache für eine Depression sein. Die Erkrankung ist nicht zwangsläufig stets eine Reaktion auf ein traumatisches Ereignis, sie kann viele andere Ursachen haben. Andersherum muss eine negative Erfahrung nicht zwingend eine Depression auslösen.

Welche Gründe haben Depressionen bei Frauen?

"Hinsichtlich der Krankheitszeichen sind Depressionen bei Frauen und Männern recht ähnlich. Was unterschiedlich ist, sind eher die Themen: zum Beispiel Schuldgefühle, Sorge und Hoffnungslosigkeit. Diese Themen holt sich die Depression jeweils aus dem täglichen Leben und hier gibt es Geschlechtsunterschiede. Das heißt, sowohl Frauen als auch Männer sind voller Sorgen, jedoch wegen anderer Themen", so der Depressions-Experte.

Zu den bereits genannten Ursachen einer Depression, die bei beiden Geschlechtern – unabhängig von Alter und sozialer Herkunft – gleichermaßen auftreten, gibt es auch Auslöser, die speziell bei Frauen Depressionen auslösen können. Dazu gehören:

Stress und Überforderung

Viele Frauen klagen über chronischen Zeitmangel. Sie stehen unter dem permanenten Druck, alles perfekt machen zu wollen. Beruf, Freizeit, Familie – der Spagat im Alltag ist häufig sehr kräfteraubend und nervenzehrend.

Untersuchungen ergaben übrigens, dass Frauen, die aus dem Berufsalltag ausgestiegen sind, um sich den Kindern zu widmen, häufiger depressiv werden, als solche die weiterhin arbeiten. Die Abkehr von ihrem Ideal der karrierebewussten Frau löst scheinbar einen inneren Konflikt aus.

Insgesamt denken Frauen viel zu oft an das "Wir" statt an das "Wch", sie versuchen Harmonie herzustellen, obwohl ihnen manchmal gar nicht danach ist. Das kann zu einem schlechten Selbstwertgefühl und eben auch in eine Depression führen. 

Beziehungsprobleme

Befragungen von depressiven Frauen zeigten deutlich, dass sie mehr als Männer unter Problemen in der Partnerschaft leiden. Sie berichten beispielsweise davon, sich nicht geborgen zu fühlen oder unglücklich zu sein. Studien beweisen, dass verheiratete Frauen ein höheres Depressionsrisiko haben als Männer.

Die Ursache sehen Psychologen häufig darin, dass Frauen sich oft selbst die Schuld geben, wenn die Beziehung in Schieflage ist. Sie fühlen sich für eine funktionierende Partnerschaft verantwortlich. Grund ist häufig die kindliche Sozialisation, Mädchen werden dahingehend häufig anders erzogen als Jungen.

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Die Hormone

Während des prämentruellen Syndroms (PMS), der Menstruation, nach der Geburt oder in den Wechseljahren feiern die Hormone im weiblichen Körper eine Party. Starke Stimmungsschwankungen sind in diesen Zeiten völlig normal.

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Depressionen erkennen

Traumatische Lebenserfahrungen verstärken das Risiko depressiv zu werden

© Aleshyn_Andrei

Eine entscheidende Rolle für das Risiko eine depressive Störung zu entwickeln, spielt möglicherweise das Hormon Östrogen. Es erhöht die Konzentration des Glücks-Hormons Serotonin und weiteren Botenstoffen im Gehirn. Ein Mangel an Serotonin kann zu Depressionen führen. Es wäre möglich, dass der niedrigere Östrogenspiegel nach der Menopause Depressionen verursacht.

Doch auch genetische Prädespositionen und Stressreaktionen sind hierfür entscheidend. Ob die Hormone tatsächlich ein Hauptauslöser für Depressionen bei Frauen sind, ist wissenschaftlich noch nicht ausreichend geklärt.

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Behandlung von Depressionen – Therapie im Überblick

Was hilft bei Depressionen? Darauf lässt sich keine allgemeingültige Antwort geben. "Es gibt allerdings sehr gute Behandlungsmethoden", so Professor Hegerl. Frauen sollten sich professionelle Hilfe suchen, um aus der Negativ-Spirale herauszukommen und ihr Selbstwertgefühl wieder zu steigern. Die wichtigsten Säulen der professionellen Behandlung von Depressionen  sind:

  • die Behandlung mit Medikamenten (Pharmokotherapie)
  • Psychotherapie
  • zusätzliche therapeutische Maßnahmen (zum Beispiel Physiotherapie)

Die besten Erfolge werden erzielt, wenn der behandelnde Mediziner eine für den Patienten individuelle Kombination der Therapiemaßnahmen erstellt.

Wege der Selbsthilfe bei Depressionen

Bei leichten Verlaufsformen depressiver Episoden können je nach Typ Sport- und Bewegungstherapie, Entspannungsmethoden, regelmäßige Gespräche oder pflanzliche Heilmittel als Behandlung helfen. Wer häufig saisonal, zum Beispiel im Winter, unter depressiven Verstimmungen leidet, dem kann die Lichttherapie helfen. Dabei schaut der Betroffene längere Zeit in eine spezielle Lichtquelle. Das Licht aktiviert die Hormon-Ausschüttung im Hirn und soll die Stimmung positiv beeinflussen.

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Selbsthilfegruppen fördern das Selbstwertgefühl

Bei schwereren Verläufen können auch Selbsthilfegruppen beim Umgang mit der Erkrankung helfen. Der Austausch mit anderen Erkrankten tut den Betroffenen meist gut. Sie spüren, dass sie der Krankheit, die in der Gesellschaft häufig noch tabuisiert wird, nicht allein sind. Die Gruppe bietet auch die Chance, gemeinsam aktiv zu werden. Da Depressive oft unter Antriebslosigkeit leiden, kann ihnen die Unterstützung bei der Überwindung der depressiven Episode helfen. Der Gang sich selbst Hilfe zu suchen, setzt jedoch eine zumindest geringe Motivation voraus, an der Situation etwas ändern zu wollen – und den Mut, (gemeinsam mit anderen) über den eigenen dunklen Schatten zu springen.

Psychotherapie ohne Stigma in der Online-Ära

Trotzdem fällt es vielen Betroffenen trotz vieler Anlaufstellen immer noch nicht leicht, über ihre psychische Situation zu sprechen oder sich Hilfe zu holen. Es ist schon paradox: Obwohl wir uns öffentlich um unsere Fitness und gesunde Ernährung kümmern, bleibt die Pflege der Seele oft mit einem negativen Beigeschmack behaftet. Um der Psychotherapie das Stigma zu nehmen und Betroffenen eine Hoffnung auf schnelle Hilfe zu bieten, haben 3 junge Frauen das Startup "Selfapy" (selfapy.de) gegründet. Die Berlinerinnen Nora Blum, Kati Bermbach und Farina Schurzfeld entwickelten ein Online-Portal, das systematische Selbsthilfe und persönliche Gespräche mit Psychologen verbindet. "Psychische Gesundheit sollte weder vom Geldbeutel, der Versorgungssituation noch Scham und Stigma abhängen", sagt Bermbach. Die angemeldeten Nutzer durchlaufen bei Selfapy einen in 9 Wochen-Module gegliederten Selbsthilfekurs gegen Depressionen. Rund 20 Minuten täglich wenden sie für die Übungen auf. Bei Bedarf chatten die Kursteilnehmer einmal pro Woche rund 20 bis 45 Minuten mit einem Psychologen. "Für viele ist die Hemmschwelle, sich zu öffnen, dann niedriger", so Bermbach.

Wichtige Adressen bei Fragen zum Thema Depression

Informationen zu Gruppen und Hilfsangebote in Ihrer Nähe finden Sie auf der bundesweiten Selbsthilfeplattform Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen.

Eine kostenlose Emailberatung bekommen Betroffene und Angehörige bei der Deutschen Depressionsliga: Um Rat fragen.

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