Pumps vs. Turnschuhe: Frauenfolterwerkzeug High-Heels

05.04.2012 , Autor:Gerlinde Felix
© WomensHealth.de

High Heels können nicht hoch genug sein und für Ihren Traumschuh nehmen Sie Druckstellen, Blasen und Schwellungen in Kauf? Leider kann sexy Schuhwerk unschöne Folgen haben

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Schmerzen Fuß: Pumps oder Turnschuh?
High Heels sorgen für sofort einen sexy Gang und endlos lange Beine. Zahlen müssen Sie aber auch sofort: mit Schmerzen, Druckstellen und Blasen. Die teuerste Rechnung folgt dann ein paar Jahre später in Form einer Fehlstellung. Sorgen Sie also für Entlastung mit flachen Tretern © Shutterstock
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Wir mögen Lotusfüße, also chinesische Krüppelfüße, ins Reich der obskur-grausamen Schönheitsideale verbannen. Doch im hier und jetzt praktizieren wir etwas nicht minder quälerisches. Denn bei Frauen-Schuhwerk achten wir mehr auf Ästhetik und Sex-Appeal als auf die Frage, ob Schuhe den Füßen schaden. High-Heels müssen per se zu eng und zu spitz sein – sprich einfach schlecht für die Füße.

Für manche Fehlstellung wie den Hallux valgus gibt es wohl auch eine genetische Disposition. Sie allein ist jedoch nicht entscheidend. Es ist das Zusammenspiel mehrerer Faktoren, zu denen eben auch das falsche Schuhwerk – zu eng, kurz und hochhackig – gehört, was letztendlich schmerzhafte Fehlstellungen verursacht. Riskieren wir mal einen Blick auf wirklich hohe Absätze: Der Fuß rutscht im Schuh nach vorne. Die Zehen werden in den Schuh hineingedrückt wie in eine Zwangsjacke, die Beckenneigung verstärkt sich. Das führt zum Spreizfuß und hat Folgen für den gesamten Bewegungsapparat. Sind die Schuhe zu eng oder laufen spitz zu, haben die Zehen nicht genug Platz, so dass es zu Fehlstellungen und einer veränderten Zugrichtung der Sehnen kommt. Die Folge ist dann irgendwann der bereits erwähnte Hallux valgus, auch Schiefzehe genannt.

Haben Sie eine Tendenz, einen Hallux valgus zu entwickeln?
Sie haben dann vermutlich festgestellt, dass Ihr Großzehengelenk zunehmend zur Fußinnenseite ausweicht. Damit einhergeht, dass sich die Zugrichtung der Sehnen verändert, was die Verlagerung Ihrer Großzehe verstärkt. Gleichzeitig weicht Ihr erster Mittelfußknochen mit seinem Köpfchen nach innen (d.h. in Richtung Ihres zweiten Fußes) ab. Das herausgetretene Mittelfußköpfchen – der Ballen sozusagen – reibt dann am Schuh. Die Folgen lassen nicht lange auf sich warten: Schmerzhafte Druckstellen, Hautreizungen, Schwellungen und Entzündungen entstehen. Später können Sie sogar Gelenkknorpelschäden (Arthrose) im Großzehengrundgelenk bekommen. Soweit sollten Sie es nicht kommen lassen, zumal das Ganze vorher schon recht schmerzhaft ist und auch recht unschön aussieht.


Was können Sie tun? Punkt 1 – kaufen Sie sich andere Schuhe, solche, die den Füßen genug Freiraum lassen. Bei leichten Beschwerden können abendliche Fußbäder, ringförmige Schaumstoffpolster zwischen der ersten und zweiten Zehe sowie spezielle Einlagen, eine Nachtbandage und Fußgymnastik helfen. Verschwinden Ihre Schmerzen trotzdem nicht mehr bzw. verschlimmern sie sich, können Sie sich operativ behandeln lassen. Der Arzt wird genau analysieren, welche Fehlstellung im Detail bei Ihnen vorliegt. Dann kann er die optimale OP-Methode zur Umstellung Ihres Mittelfußknochens oder für eine Versteifung wählen mit dem Ziel, Ihre Großzehe geradezustellen.

Fersensporn – Haben Sie stechende Schmerzen in der Ferse?
Wenn Ihre Ferse beim Auftreten schmerzt, dann könnten Sie einen Knochenauswuchs an der Ferse haben. Wie dieser Fersensporn entsteht? Möglicherweise haben Sie einen Spreizfuß und Ihr Fußgewölbe ist abgeflacht, oder Sie haben die Ferse durch harte Schuhsohlen und Böden längere Zeit belastet. Es kann aber auch an der falschen Lauftechnik oder an erheblichem Übergewicht liegen – kurz gesagt Fehl- und Überbelastungen sind die Ursache. Dann kommt zu einer chronischen Reizung der Sehnenplatte im Bereich der Fußsohle (Plantarfaszie), die das Fußgewölbe aufspannt und am Fersenbein ansetzt. Infolge der Reizung lagert sich Knochenmaterial am Sehnenansatz an. Dieser entstehende Sporn ist aber nicht schuld an Ihren Schmerzen, sondern die Reizung und Entzündung in seiner Umgebung.

Unweigerlich stellt man sich die Frage "Wie werde ich diese Schmerzen wieder los?" Antwort: Durch eine Kombination mehrere "konservativer Maßnahmen", die Sie konsequent anwenden müssen. Zunächst einmal sollten Sie sich individuell angepasste Einlagen mit geeigneten Aussparungen oder Schaumgummi-Unterfütterung im Bereich der Ferse zulegen. Sie müssen unbedingt den Druck auf den entzündeten Bereich verringern. Die Einlagen sollten auch einem etwaigen Spreizfuß entgegenwirken. Machen Sie krankengymnastische Übungen, die die Sehnen an der Wade und Fußsohle kräftigen und dehnen. Der Arzt wird Ihnen wahrscheinlich auch entzündungshemmendes Kortison und ein lokal wirksames Schmerzmittel in die Ferse injizieren. Dazu sollten Sie wissen, dass die Injektion in den Fersenbereich sehr unangenehm ist. Aufgepasst: Bei zu häufigem Kortisoneinsatz (max. 2 bis 3mal innerhalb von ein paar Wochen!) kann sich die Sehne verdünnen und reißen.

Weiterhin gibt es die Stoßwellentherapie mit Ultraschall, wobei die Studienergebnisse zwischen kein Effekt und guter Effekt variieren. Bezahlen müssen Sie selbst. Die Schmerzbestrahlung mit niedrig dosierten Röntgenstrahlen soll ebenfalls schmerzlindernd wirken. Eine aktuelle kleine Studie hat entsprechende Effekte bestätigt. "Mit der Strahlentherapie steht uns ein wirksames Behandlungsverfahren für Fersensporn-Patienten zur Verfügung. Die Ansprechraten sind mit 70 bis 100 Prozent recht hoch ", so der Studieninitiator Privatdozent Oliver Micke vom Franziskus Hospital in Bielefeld.

Doch auch wenn die Strahlendosis gering ist, ist das Verfahren mit Strahlung verbunden. Aber die erreichte Schmerzlinderung von 60 bis 80 Prozent kann sich durchaus sehen lassen. Die gesetzliche Krankenkasse bezahlt dafür. Aber erst einmal sollten Sie eine konservative Behandlung probieren. Einer Operation sollten Sie nur im Notfall zustimmen, denn sie ist ziemlich komplikationsreich und der Fersensporn bleibt Ihnen trotzdem erhalten.

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