Tabuthema Inkontinenz Geben Sie Ihrer Blase nicht nach

21.02.2012 , Autor:Gerlinde Felix
© WomensHealth.de

Schamgefühle verhindern den Gang zum Arzt oder die Hilfe zur Selbsthilfe? Blasenschwäche muss Ihnen nicht peinlich sein, denn sie ist bei Frauen keine Seltenheit

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Blasenschwäche Harndrang: Blasenschwäche ist auch bei jüngeren Frauen keine Seltenheit
Für Blasenschwäche müssen Sie sich nicht schämen – heutzutage gibt es gute Behandlungsmethoden und Maßnahmen zur Vorbeugung © Shutterstock
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Sie müssen niesen oder laut lachen und merken wie Sie ein paar Tröpfchen Urin verlieren? Dann haben Sie eine Blasenschwäche oder – wie der Mediziner sagt – eine Harninkontinenz. Egal wie es heißt, es ist Ihnen wahrscheinlich furchtbar peinlich. Da sind Sie aber nicht alleine. Leiden Sie nicht still vor sich hin. Gegen eine Blasenschwäche kann man sehr effektiv vorgehen.  

Zwar steigt das Risiko für eine Blasenschwäche mit zunehmendem Alter, aber es sind auch junge Frauen betroffen. Etwa 25 Prozent aller Frauen leiden zwischen 25 und 35 Jahren vorübergehend an Blasenschwäche als Folge von Entbindungen. Es handelt sich dabei um die häufigere Belastungsinkontinenz. Daneben gibt es noch die seltenere Dranginkontinenz. Und nicht selten liegen beide Formen der Blasenschwäche gleichzeitig vor.

Geschwächte Beckenbodenmuskulatur macht belastungsinkontinent
Wenn Sie bei körperlicher Anstrengung Urin verlieren, dann haben Sie wahrscheinlich eine Belastungsinkontinenz. Sie entsteht, weil die Beckenbodenmuskulatur geschwächt ist. Sie ist Teil des Beckenbodens, eines bindegewebig-muskulösen Bodens der Beckenhöhle.

Der Beckenboden soll den Organen im Bauchraum Halt geben. Die Schwächung Ihrer Beckenbodenmuskulatur kann vielfältige Ursachen haben: Geburten, Unterleibsoperationen, Übergewicht, möglicherweise auch eine genetische Veranlagung und körperliche Belastung. Wenn die Beckenbodenmuskulatur geschwächt ist, können sich Ihre Bauchorgane etwas absenken. Infolgedessen funktioniert auch der Verschlussmechanismus Ihrer Blase nicht mehr richtig. Wenn Sie eine Bindegewebsschwäche haben, ist der bindegewebige Anteil des Beckenbodens von vornherein geschwächt. Auch die während der Wechseljahre einsetzenden hormonellen Veränderungen wirken sich negativ aus.

Was Sie dagegen tun können

Slipeinlagen können Ihren persönlichen Gau verhindern. Aber Sie sollten es nicht dabei belassen. Beckenbodengymnastik kann sowohl vorbeugend helfen, als auch bei der Behandlung zu großen Verbesserungen führen. Die Übungen sollten Sie möglichst täglich 10 Minuten lang machen. Durchhaltevermögen ist allerdings gefragt: Der Erfolg stellt sich bei Beckenbodengymnastik erst nach 3 bis 6 Monaten ein. Wenn Sie Probleme haben, Ihre Beckenbodenmuskulatur zu spüren, können Ihnen Biofeedback und Elektrostimulation (reizt die Nerven, die die Blase steuern) helfen. Außerdem können Sie Hilfsmittel wie z.B. einen Vaginalkonen bzw. Vaginalkegel mit eingebauten Kugeln verwenden: Sie werden in die Scheide eingeführt und sollen beim Gehen über Vibrationen der Kugeln den Beckenboden stärken (hört sich erstmal nach Zweckentfremdung an, aber wenn's hilft ...). Sollten Sie wechseljahrbedingt einen Hormonmangel haben, können Sie Östrogenpräparate als Salbe und Vaginalzäpfchen verwenden.

Sie haben trotzdem noch immer Probleme?
Dann müssen Sie doch über eine Operation nachdenken. Sie kann das Bindegewebe des Beckenbodens straffen und die Blasenorgane anheben. Sehr wirkungsvoll ist die so genannte TVT-Operation (Tension-free Vaginal Tape). Dabei wird ein Kunststoffband unter lokaler Betäubung locker vor die Harnröhre gelegt. Bei Belastung gibt der Schließmechanismus dann nicht gleich nach. Allerdings wird dieser Eingriff nur bei Frauen ohne weiteren Kinderwunsch über 35 bis 40 Jahre vorgenommen, weil das Band bei der Geburt verrutschen könnte. Wer mit einer TVT behandelt wird, ist in 85 Prozent geheilt und zwar auch noch nach 5 Jahren. Bei weiteren 10 Prozent kommt es zumindest zu einer Besserung der Inkontinenz.

Wie Sie vorbeugen können

Mit Sport (gut sind Radfahren und Schwimmen, schlecht ist z.B. Joggen), Gewichtsreduktion, Beckenbodengymnastik und Bauchtanz. Probieren Sie es aus! Achten Sie im Alltag auf Ihren Beckenboden: Beim Heben immer in die Knie gehen und Gegenstände nahe am Körper halten. Beim Wasserlassen und Stuhlgang nicht zu stark pressen. Falls Sie viel rauchen, haben Sie ein deutlich erhöhtes Risiko für einen chronischen Husten. Der schwächt die Beckenbodenmuskulatur zusätzlich.

Wenn die Blase überempfindlich oder überaktiv ist

Dann leiden Sie an einer Dranginkontinenz. Mögliche Ursachen sind chronische Blasenentzündungen, Blasensteine, Nervenerkrankungen und Stoffwechselstörungen. Ist Ihre Blase überaktiv, zieht sich der Blasenmuskel nicht beeinflussbar zusammen, ist die Blase dagegen überempfindlich, gibt sie vor, übervoll zu sein.

Was tun? Sie können ein "Miktionstagebuch" führen (Miktion = Entleerung der Blase). Darin notieren Sie, wann und wie viel Sie getrunken haben, wann Harndrang auftrat und Sie zur Toilette gingen. Das Tagebuch kann falsche Trink- und Miktionsgewohnheiten offenlegen. Mit einem Toilettentraining (erst strikt alle 2 Stunden auf die Toilette, dann alle 3 etc.) erhalten Sie wieder mehr Kontrolle über die Blasenentleerung. Übrigens: Auch bei der Dranginkontinenz sollten Sie ein Beckenbodentraining machen. Zusätzlich können Sie Medikamente, so genannte Anticholinergika, einsetzen. Auch pflanzliche Mittel mit Kürbis, Goldrute oder Cranberry sind empfehlenswert. Sie können den Reizzustand Ihrer Blase lindern. Bei einer überaktiven Blase kann das muskellähmende Gift Botulinum Toxin A die Spannung im Blasenmuskel verringern.

Ganz wichtig: Trinken Sie trotz Ihrer Beschwerden genug, denn ansonsten bleibt der Beckenboden untrainiert und wird noch schwächer.

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