Gelbsucht Hepatitis - das ABC der anderen Art

08.03.2012 , Autor:Gerlinde Felix
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Was viele nicht wissen: Man muss nicht zu einer Risikogruppe gehören, um sich mit der tückischen Infektionskrankheit anzustecken. Umso wichtiger ist es deshalb, die Risiken zu kennen

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Hepatitis: Sex ist einer der Übertragungswege der tückischen Lebererkrankung
Sex ohne Kondom ist eine der häufigsten Übertragungswege von Hepatitis B und C © Shutterstock
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Hepatitis-Viren bilden eine Familie mit den wichtigsten Virustypen von A, B und C, die sich alle auf die Leberzellen ihres Opfers stürzen. Um sich zu vermehren, "versklaven" die Viren die Leberzellen für ihre Zwecke. Das Immunsystem bekämpft das Virus, indem es sich auf die infizierten Leberzellen stürzt. Eine Leberentzündung (Hepatitis) entsteht – mit drastischen Folgen.

Die Hepatitis-Viren sind sehr unterschiedlich. Nur in den Symptomen, die sie gegebenenfalls auch bei Ihnen verursachen, sind sie gleich: Bleierne Müdigkeit, Abgeschlagenheit und bei allem was Sie tun, sind Sie ziemlich schnell schachmatt. Die Bestimmung der Leberwerte (γGT, GOT und GPT) sowie der Nachweis von Virusbestandteilen und der Bildung von Antikörpern machen das Virus dingfest.

Hepatitis-Viren stellen für Sie kein Risiko dar? Das könnte ein folgenschwerer Irrtum sein, denn Sie müssen nicht unbedingt zu einer Risikogruppe gehören, um sich zu infizieren. Insgesamt leiden rund 1,2 Mio. Menschen in Deutschland an Hepatitis B oder C und viele wissen es noch nicht einmal. Deshalb haben wir für Sie nachfolgend alles Wichtige rund um die Hepatitis-Viren zusammengestellt.

Die Hepatitis A – Virusinfektion
So infizieren Sie sich: Bei Fernreisen in Hepatitis-A-Risikogebiete über ungewaschene Hände oder verunreinigtes Trinkwasser und Nahrung, z.B. rohe Muscheln und Schalentiere. Auch das Schwimmen in schmutzigen Gewässern kann riskant sein.

  • Verlauf der Infektion? Die Hepatitis-A-Infektion bricht etwa 15 bis 50 Tage nach dem Viruskontakt aus.
  • Mögliche Symptome? Magen-Darm-Beschwerden, Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Ekel vor fetten Speisen, Übelkeit, Durchfälle, Fieber und Gelbsucht (in ca. 50% der Fälle), Druckschmerz im Oberbauch (weil sich die Leber vergrößert). Aber aufgepasst: Mitunter treten gar keine Symptome auf
  • Therapie? Bestätigen Blut- und Stuhlanalysen den Verdacht auf eine Hepatitis-A-Infektion, sollten Sie auf alles, was die Leber belastet, verzichten, d.h. Vorsicht vor allen Medikamenten, keinen Alkohol trinken, fettarm essen und Schonung. Eine spezielle medikamentöse Therapie gibt es nicht. Bei starkem Anstieg der leberspezifischen Blutwerte ist ein Klinikaufenthalt nötig. Zumeist heilt die Infektion folgenlos aus.
  • Gibt es eine vorbeugende Impfung? Ja, nach der ersten Impfung erfolgt sechs Monate später eine zweite Impfung. Eine Hepatitis A-Impfung wird meist in Kombination mit einer Impfung gegen Hepatitis B verabreicht, was die Wirkung der beiden Impfstoffe offenbar verstärkt. Die Wirkung hält etwa zehn Jahre an. Danach ist eine Auffrischung nötig. 
  • Wie schützen Sie sich, wenn Sie ungeimpft sind? Bei Fernreisen sollten Sie besonders viel Wert auf Händewaschen und Nahrungshygiene legen. Grundsätzlich gilt: "Peel it, boil it, cook it or forget it!" ("Schälen, abkochen, stark erhitzen oder vergessen!"). Nur abgekochtes Wasser zum Trinken und Zähneputzen verwenden. Am besten Mineralwasser und fabrikmäßig hergestellte Softdrinks trinken.

Die Hepatitis B-Virusinfektion

  • Wie infizieren Sie sich? Das HB-Virus (HBV) ist ziemlich ansteckend. Der Übertragungsweg ist insbesondere der Geschlechtsverkehr und Kontakt mit Blut und Blutprodukten. Das Virus kann auch bei der Geburt von einer infizierten Mutter auf das Neugeborene übertragen werden. Schutzmaßnahmen für das Kind sind aber möglich. Nur etwa drei bis fünf Prozent aller an Hepatitis B erkrankten Personen sind Hochrisikogruppen (wie Drogenabhängige und medizinisches Personal) zuzuordnen.
  • Verlauf der Infektion? Zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung vergehen etwa ein bis sechs Monate. Bei Erwachsenen heilt die Erkrankung glücklicherweise in ca. 90 Prozent bis 95 Prozent der Fälle innerhalb von ca. zwölf Wochen von alleine aus. (Das genetische Material des Virus bleibt aber in den Zellen.) Infizierte Kinder haben leider eine viel schlechtere Quote: Etwa 50 Prozent entwickeln eine chronische Hepatitis-B-Erkrankung. Infiziert ein Kind sich bereits im Säuglingsalter, dann erkranken sogar 80 Prozent bis 90 Prozent chronisch.
  • Mögliche Symptome? Fieber, Abgeschlagenheit und Gelenkschmerzen, Müdigkeit, bei ca. 50% Gelbsucht.
  • Therapie? Bei akuter Hepatitis B-Infektion sind Bettruhe, körperliche Schonung, Alkoholverbot sowie Verzicht auf leberschädigende Medikamente angebracht. Im "symptomlosen" chronischen Fall reicht es erst einmal, regelmäßig die Leberwerte untersuchen zu lassen und möglichst Alkohol und leberschädigende Medikamente zu meiden. Bei der chronischen Infektion kann jedoch infolge der Hepatitis gutes Lebergewebe durch schlechtes Bindegewebe (Fibrose) ersetzt werden. Die Leber kann ihre Aufgaben immer weniger erfüllen. Eine so genannte Leberzirrhose droht. Bei dieser aktiven Form muss längere Zeit medikamentös mit Interferon alpha (bringt nur bei einem Drittel der Patienten Besserung) und Virushemmstoffen (senken die Virusmenge drastisch ab) behandelt werden.
  • Gibt es eine vorbeugende Impfung? Ja, die Dreifachimpfung bietet 90 Prozent bis 95 Prozent der Geimpften für rund zehn Jahre Schutz gegen HBV. Die zweite Impfung erfolgt etwa einen Monat nach der ersten Impfung, die dritte Impfung spätestens sechs Monate nach der ersten Impfung. Hat es bereits Viruskontakt gegeben, kann eine passive Impfung erfolgen – bis spätestens 48 Stunden nach erfolgtem Kontakt (Schutz max. 70 Prozent bis 80 Prozent für wenige Wochen).

  Hepatitis C-Virusinfektion

  • Wie infizieren Sie sich? HCV wird vor allem durch geringste Mengen Blut und beim Geschlechtsverkehr übertragen. Eine Infektion ist auch bei amateurmäßig durchgeführten Akupunktur- und Piercingbehandlungen oder beim Tatoo-stechen möglich.
  • Verlauf der Infektion? Zwei bis 26 Wochen nach der Ansteckung treten nur bei fünf Prozent der neu infizierten Menschen Symptome auf. Die Infektion verläuft in 50 bis 80% der Fälle chronisch.
  • Mögliche Symptome? Gelbsucht, Übelkeit, Bauch- und Gliederschmerzen, Müdigkeit und Konzentrationsmangel.
  • Therapie? Eine akute Hepatitis C ist – sofern sie erkannt wird - in vielen Fällen (83 Prozent bis 100 Prozent) heilbar, wenn frühzeitig eine mehrwöchige (24 Wochen) Interferon-Therapie eingeleitet wird. Die C–Viren  können im Gegensatz zu den B-Viren wieder vollständig aus dem Körper entfernt werden.
  • Gibt es eine vorbeugende Impfung? Nein, noch nicht.
  • Therapie? Bei chronischer Hepatitis C mit Entzündungsaktivität und beginnender Bindegewebsbildung in der Leber ist eine Therapie mit pegyliertem Interferon alpha und dem Virusstatikum Ribavirin für 24 bzw. 48 Wochen ratsam. Erfolgsrate: Etwa 40 bis 50 Prozent. In Kombination mit Proteasehemmern steigt sie auf etwa 60 Prozent bis 80 Prozent an.
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