Brust-OP: Risiken der Brustvergrößerung

20.01.2012 , Autor:Martina Janning
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Bevor Sie sich unter's Messer legen - Stopp! Eine Brustvergrößerung will gut vorbereitet sein. Wir zeigen Ihnen, worauf es bei der Busen-OP ankommt

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Brustvergrößerung: Der alte Trick: Taschentücher in den BH stopfen kommt für viele Frauen mit kleinen Brüsten nicht mehr infrage
Wenn der ausgestopfte BH nicht reicht, entscheiden sich viele Frauen für eine Brustvergrößerung. Doch Achtung: Vor einer Brust-OP sollten Ihr Arzt Sie über sämtlich Details informieren! © Shutterstock
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Wie Sie einen kompetenten Arzt finden

In Deutschland darf sich jeder Arzt "Schönheitschirurg" nennen. Sie sollten daher sehr genau prüfen, wen Sie Hand an sich legen lassen. Welche Qualifikation besitzt der Arzt und wie oft hat er die gewünschte Brustoperation schon gemacht? "Fragen Sie, welche Implantate er verwendet, wie seine Erfahrungen damit sind und ob Sie einen Implantate-Pass bekommen?", rät Dr. Daniela Hubloher, Patientenberaterin bei der Verbraucherzentrale Hessen. Klären Sie auch, was bei Komplikationen oder einem Notfall passiert ? Ideal ist es, wenn Sie mit schon behandelten Patientinnen sprechen können. "Lassen Sie sich bei Ihrer Entscheidung nicht unter Zeitdruck setzen", sagt Hubloher. Die Adressen qualifizierter Ärzte finden Sie zum Beispiel bei den drei ärztlichen Fachgesellschaften: Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie Deutschland (GÄCD), Deutsche Gesellschaft der
Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC), Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC).

Vorsicht bei Billigangeboten aus dem Ausland

Made in Germany ist teurer als eine Brustvergrößerung im Ausland. "Hohe chirurgische Leistungen zu bezahlbaren Preisen" werben zum Beispiel polnische Kliniken und Vermittlungsagenturen. Aber hält das Angebot, was die Reklame verspricht? Die Stiftung Warentest hat es überprüft und kommt zu dem Schluss: Nein! Die medizinische Beratung und Aufklärung war im Test schlecht, auf Risiken und mögliche Komplikationen wiesen die Ärzte oft nicht hin. Sie schlugen auch zum Beispiel zu große und zu schwere Implantate vor, die nach der Operation vermutlich deutlich absacken würden. Hinzu kamen Sprachprobleme – meistens musste ein Dolmetscher die Erklärungen des Arztes übersetzen. Weitere Mankos: Die medizinische Nachsorge ist bei Operationen im Ausland nicht geregelt. Und bei Komplikationen und rechtlichen Auseinandersetzungen gelten andere Gesetze als in Deutschland, die Sie womöglich schlechter stellen.

Die Beratung lässt oft zu wünschen übrig
"Rasch beraten und verkaufen" scheint das Motto vieler deutscher Schönheitschirurgen zu sein. Über die Risiken bei einer Brustvergrößerung klären Ärzte oft nicht genügend auf, kritisiert die Verbraucherzentrale Hamburg. Sie hat die Qualität von Beratungsgesprächen bei elf Hamburger Schönheitschirurgen getestet. Das Ergebnis: Nur einer der Ärzte beriet gut, zehn Ärzte dagegen klärten eher schlecht bis sehr schlecht auf. Selten fragten die Schönheitschirurgen nach den Gründen für die gewünschte Brustoperation, meist kamen nicht alle mögliche Folgen und Risiken zur Sprache. Dass Nachoperationen nötig sein können, erwähnten nur vier der elf Ärzte. Verbraucherschützerin Hublohe empfiehlt deshalb: "Informieren Sie sich bei zwei bis drei Ärzten, damit Sie die Qualität der Beratung vergleichen können. Achten Sie darauf, wie genau der Arzt Ihre Fragen beantwortet und ob er mögliche Risiken wertfrei darstellt." Untenstehend finden Sie die Bereiche, die ein guter Chrirug nach Ansicht der Verbraucherzentrale vor einer Brust-OP abchecken sollte:

1. Begründung (Indikation): Ein guter Arzt ...

  • fragt nach dem Alter der Patientin,
  • klärt das Selbstbild und mögliche psychologische Störungen ab,
  • spricht die Motivation für eine Operation an und wägt sie gegenüber möglichen Folgen und Risiken ab,
  • erkundigt sich nach dem Kinderwunsch und rät gegebenenfalls zum Vertagen der Brustvergrößerung auf einen Zeitpunkt nach der Geburt.


2. Wirtschaftliche Aufklärung: Ein guter Arzt ...

  • gibt einen schriftlichen Kostenvoranschlag,
  • erklärt notwendige Kontrolluntersuchungen und deren Kosten,
  • weist auf mögliche Kosten für Folgeoperationen wegen begrenzter Haltbarkeit der Implantate hin,
  • sagt, ob die Brustoperation und mögliche Folgeoperationen Krankenleistungen sind.


3. Medizinische Aufklärung: Ein guter Arzt...

  • verwendet Standard-Aufklärungsbögen und gibt sie mit nach Hause,
  • fordert Patientinnen auf, sich für die Entscheidung Zeit zu nehmen,
  • erklärt ausführlich die verschiedenen Operationsmethoden und Materialen ebenso wie die  Risiken und begründet seine Präferenzen,
  • informiert über die vermutliche Dauer der Heilung, wichtige Einschränkungen nach der Operation sowie über Nachbetreuung und sinnvolles Verhalten,
  • klärt über mögliche Folgen und deren Wahrscheinlichkeiten auf: über die Tastbarkeit des Implantats, geminderte Berührungsempfindlichkeit, Beeinträchtigung der Stillfähigkeit, Schwierigkeiten bei einer Mammographie und die Kosten ersatzweiser Untersuchungen, Narbenbildung
  • bespricht mögliche Risiken und deren Wahrscheinlichkeiten: normale OP-Risiken (Wundheilstörung, Infektion, Schmerzen, Thrombose ...), Sensibilitätsstörungen, Kapselfibrose (Verhärtung, Verformung, Asymmetrie), Veränderung der Lage des Implantats, dauerhafte Armschmerzen, begrenzte Haltbarkeit (z.B. Reißen des Implantats, Auslaufen des Inhalts), Folgeoperationen bei Komplikationen.

Wir haben für Sie Informationen über die Risken von Brustvergrößerungen und Brustverkleinerungen recherchiert.

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