Killer-Tumoren: Schreckgespenst Brustkrebs

07.02.2012 , Autor:Gerlinde Felix
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Wenn sich Frauen, vor allem jüngere, vor einer Krankheit fürchten, dann zumeist vor Brustkrebs. Doch bei allem berechtigten Schrecken hat die Medizin auch Fortschritte vorzuweisen

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Brustkrebs: Frauenschreck Brustkrebs
Brustkrebs: Heilungschancen heute viel größer als vor zehn Jahren © Shutterstock
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Fast jede 9. Frau erkrankt in Deutschland im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Ab 40 Jahren nimmt die Häufigkeit von  Brustkrebserkrankungen deutlich zu. Aber, wie prominente Beispiele in der Vergangenheit gezeigt haben, sind auch jüngere Frauen nicht davor gefeit. Doch es gibt es Fortschritte, die hoffnungsvoll stimmen.

Die Heilungschancen sind heute viel größer als noch vor zehn Jahren. Mittlerweile können nämlich etwa 70% der Brustkrebspatientinnen geheilt werden. Ganz wichtig hierfür ist es, dass bösartige Veränderungen in der Brust frühzeitig erkannt werden. Deshalb sollten Sie Ihre Brust  sowie die Brustumgebung einschließlich Schlüsselbein regelmäßig in kurzen Abständen gründlich selbst abtasten. Bösartige Tumore entwickeln sich meist im Drüsengewebe. In rund 60 Prozent der Fälle befinden sie sich in dem der Achselhöhle nächsten Teil der Brust. Einmal jährlich sollte auch Ihr Gynäkologe bzw. Ihre Gynäkologin einen Tastcheck machen.

Viele Tumore sind gutartig

Mal angenommen, Sie oder der Arzt werden fündig, dann sollten Sie nicht in Panik verfallen. Größenveränderungen, Schwellungen oder Hauteinziehungen der Brust und Knoten bedeuten nicht gleich, dass Sie Brustkrebs haben. Es gibt eine ganze Reihe gutartiger Brustveränderungen. Aber jede Auffälligkeit sollten Sie vom Arzt kontrollieren lassen. Er wird Sie gegebenenfalls zur Mammografie und zu einer Ultraschalluntersuchung der Brust schicken. Sollte tatsächlich ein verdächtiger Tumor vorliegen, muss mittels Biopsie geklärt werden, ob er gut- oder bösartig ist. Dafür reicht heute ein kleiner, wenige Minuten dauernder Eingriff.

Die möglichen Ursachen

Ist das Ergebnis positiv, werden Sie sich fragen: „Warum ausgerechnet ich?“ Manche Genveränderungen (z.B. die Brustkrebsgene BRCA1 und BRCA 2) werden uns bereits in die Wiege gelegt. Andere den Brustkrebs begünstigende Genveränderungen entstehen erst im Laufe des Lebens. Dabei spielen Umweltfaktoren und die Lebensweise wie auch hormonelle Aspekte eine wichtige Rolle. Zu den Faktoren, die das Brustkrebsrisiko erhöhen, zählen eine frühe Regelblutung sowie späte Wechseljahre, weil das Brustgewebe länger dem Östrogeneinfluss unterliegt. Auf Östrogen ist es auch zurückzuführen, dass übergewichtige Frauen  häufiger an Brustkrebs erkranken als schlanke Frauen. Wer viel tierisches Fett isst, hat ebenfalls einen höheren Östrogenspiegel. Weiterhin sind Kinderlosigkeit, aber auch die Geburt des ersten Kindes nach dem 30.Lebensjahr, das Lebensalter, regelmäßiger Alkoholgenuss (etwa 1 Liter Bier oder 0,4 Liter Wein täglich) und Rauchen weitere Risikofaktoren.

Eine maßgeschneiderte Therapie verbessert die Heilungschancen

Lassen Sie sich am besten in einem zertifizierten Brustkrebszentrum behandeln. Das Behandlungsmotto heißt heutzutage bei Brustkrebs „maßgeschneiderte Therapie“, d.h. nicht alle Tumore werden auf die gleiche Weise behandelt. Die Therapie wird dem individuellen Tumorstadium, etwaigem Lymphknotenbefall und den individuellen Krankheitsverläufen sowie Rezeptortypen etc. angepasst. Verschiedene Therapieoptionen – Operation, Strahlentherapie, Antikörpertherapie, Chemotherapie und Hormonbehandlung und „Targeted Therapy“ mit  so genannten small molecules, die das Tumorwachstum blockieren, sowie die Anti-Angiogenese werden in geeigneter Weise kombiniert. Bei den neuen Chemo- und Antikörpertherapien (z.B. Herceptin) geht es darum, Tumorzellen gezielt anzugreifen, ohne dabei den restlichen Organismus zu sehr zu schädigen.

Eine Chemotherapie bringt aber nicht allen Brustkrebspatientinnen einen Vorteil. Bei der Antikörpertherapie belegt eine topaktuelle und im medizinischen Fachblatt Lancet veröffentlichte Studie, dass der kombinierte Einsatz der beiden Antikörper Trastuzumab (Herceptin) und Lapatinib wirksamer ist als die Therapie mit einem einzigen Antikörper. Eine weitere aktuelle Studie  zeigte zudem, dass Trastuzumab im direkten Vergleich mit Lapatinib diesem überlegen ist. Bei der erwähnten Anti-Angiogenese wird  die Neubildung von Blutgefäßen (Angiogenese) zur Versorgung des Tumors mit Nährstoffen und Sauerstoff gehemmt. Der Tumor kann auf diese Weise ausgehungert werden. Allerdings deutet eine aktuelle Studie an, dass dies offenbar doch nicht unproblematisch ist.

Die Nachsorge ist wichtig

Wenn Sie eine Operation brauchen sollten, haben Sie inzwischen gute Chancen, dass Sie brusterhaltend operiert werden. Bei etwa 80 Prozent aller Patientinnen ist dies möglich. Ein großer Tumor kann vor der Operation z.B. mit Zellgiften (Zytostatika) verkleinert werden, um so die Chancen einer brusterhaltenden OP zu verbessern. In den ersten zwei Jahren nach Therapieende sollten Sie alle drei Monate eine Kontrolluntersuchung beim Gynäkologen machen lassen. Vorausgesetzt, dass nichts Auffälliges vorhanden ist, reichen danach „Checks“ im 6-Monats-Abstand.

Fünf Jahre nach der Brustkrebserkrankung müssen Sie nur noch einmal jährlich zur Kontrolluntersuchung. Übrigens: Sport und körperliche Bewegung verbessern Ihre Chancen, nicht an Brustkrebs zu erkranken. Sie erhöhen außerdem auch Ihre Überlebenschancen nach einer Brustkrebstherapie. Laufen Sie dem Brustkrebs also einfach davon.

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