Nahrungsmittelunverträglichkeit: So macht Essen wieder Spaß

15.01.2012 , Autor:Raphaela Baur
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Wer an einer Nahrungsmittelunverträglichkeit leidet, hat nach jeder Mahlzeit Beschwerden. Doch man kann was tun

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Nahrungsmittelunverträglichkeit: Vor einer Therapie sollte unbedingt ein Arzt konsultiert werden
Bevor Sie bei Nahrungsmittelunverträglichkeit endgültig auf ein Lebensmittel verzichten, sollten Sie einen Arzt konsultieren © Shutterstock
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Bluttest

  • Zöliakie (Glutenintoleranz)
    Zöliakie ist die Reaktion auf Gluten, sogenannte Kleber-Eiweiße, die in Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste, Hafer und Grünkern enthalten sind. Symptome können Erbrechen, Durchfall, Müdigkeit und Blähungen sein.
    Bei der Aufnahme von Gluten über Nahrungsmittel entzündet sich der Dünndarm und wird langfristig geschädigt. "Dies hat weitreichende Konsequenzen für den Körper", sagt Diplom-Ökotrophologin und Ernährungsberaterin Dorothee Kempelmann (kempelmann.org), "denn die Folge sind in der Regel Nährstoffdefizite, die besonders bei Kinder zu Entwicklungsstörungen führen können".
    Die Ursache dieser Nahrungsmittelunverträglichkeit können erbliche Vorbelastungen sein, aber auch Umwelteinflüsse oder Störungen des Immunsystems. Diagnostiziert werden kann die Unverträglichkeit durch einen Bluttest oder eine Dünndarmbiopsie beim Arzt.
    Was Sie tun können

    Die einzige Möglichkeit, Zöliakie zu therapieren, ist der vollständige Verzicht auf glutenhaltige Nahrungsmittel. Es muss aber nicht auf sämtliches Getreide verzichtet werden. Zerealien wie Hirse, Mais, Amaranth, Quinoa oder Buchweizen sind glutenfreie Alternativen zum täglichen Weizentoast. "Auch gibt es mittlerweile zahlreiche Hersteller, die sich auf glutenfreie Lebensmittel spezialisiert haben", erklärt Kempelmann, "zu erkennen sind sie an dem Symbol mit der durchgestrichenen Ähre".
  •  Laktoseintoleranz
    Wenn bei Ihnen nach dem Verzehr von Milchprodukten Beschwerden wie Blähungen oder Durchfall auftreten, leiden Sie möglicherweise an einer Laktose-Intoleranz. In diesem Fall fehlt es Ihrem Körper an dem Enzym Laktase, dass normalerweise den aufgenommenen Milchzucker spaltet und für den Körper verwertbar macht. Bei einer Intoleranz gelangt die Laktose unverarbeitet in den Dickdarm, wo sie von Bakterien verstoffwechselt wird. Die hierbei entstehenden Stoffwechselprodukte verursachen die Beschwerden. "Eine Laktose-Intoleranz darf allerdings nicht mit einer Kuhmilchallergie verwechselt werden, bei der eine allergische Reaktion auf Kuhmilcheiweiße auftritt", weiß Dorothee Kempelmann.
    Was Sie tun können

    Ein völliger Verzicht auf laktosehaltige Nahrungsmittel ist meist nicht nötig und auch gar nicht so einfach, denn auch viele Fertigprodukte wie Tiefkühlpizza, Tütensuppe oder fettarme Wurst enthält Laktose. Hier hilft ein Blick auf die Inhaltstoffe.
    Die eigene Toleranzschwelle für Laktose muss ausgetestet werden. "Wichtig ist zudem eine ausreichende Kalziumzufuhr durch natürliche Quellen wie Hartkäse, Kohl, Brokkoli oder Fenchel", so die Ernährungsberaterin.
  • Fruktosemalabsorption
    Eine Unverträglichkeit von Fruktose, also Fruchtzucker, tritt sehr häufig auf. Denn der Darm ist darauf ausgelegt, nur 15 bis 25 Gramm Fruchtzucker pro Mahlzeit zu verarbeiten. Da heutzutage jedoch viele Fertigprodukte mit Fruktose statt mit normalem Zucker gesüßt werden, wird der Dünndarm schnell überfordert. Die Folge: Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall.
    Was Sie tun können
    Auch bei dieser Nahrungsmittelunverträglichkeit ist ein vollständiger Verzicht auf Fruchtzucker nicht nötig. Wenn Sie fruktosereiche Nahrungsmittel wie Obst, Säfte, Wein, Marmelade und Trockenobst  versuchen zu meiden, helfen Sie Ihrem Darm schnell wieder auf die Sprünge.
    Dorothee Kempelmann empfiehlt: "Auch der gleichzeitige Verzehr mit Eiweiß oder Fett hilft, die Fruktoseverträglichkeit zu verbessern. Einfach die Erdbeeren in Quark einrühren."
    Häufig wird auch Sorbit nicht gut vertragen. Zu finden ist der Zuckeralkohol häufig in zuckerfreien Kaugummis oder Light-Getränken. "Generell sollte lieber mit Traubenzucker oder Süßstoffen wie Aspartam oder Saccharin gesüßt werden, anstatt auf Zuckerersatzstoffe wie Xylit oder Sorbit zurückzugreifen", erklärt Kempelmann.
  •  Histaminintoleranz
    Die Aminosäure Histamin wird in der Regel von dem Enzym Diaminooxidase (DAO) schnell abgebaut. Ein DAO-Mangel, bei dem das Enzym gehemmt ist, kann pseudoallergische Reaktionen hervorrufen. Die Symptome: Erbrechen, Durchfall, Ausschlag, geschwollene Lippen und Augen und Schwellungen von Hals und Nase.
    Bei dem übermäßigen Verzehr von histaminreichen Nahrungsmitteln wie Tunfisch, Salami, reife Käsesorte, Sauerkraut oder Nüssen kann eine heftige Reaktion jeden treffen. Wie gut das Enzym arbeitet, ist genetisch bedingt. Am häufigsten tritt die Histaminintoleranz jedoch bei Frauen über 40 Jahren auf.
    Was Sie tun können

    Eine eindeutige Identifizierung des Mangels ist schwierig. Am besten wird nach einer sogenannten Auslassdiät mit kleinen Mengen histaminreicher Lebensmittel getestet, wie viel der Körper verträgt. Zusätzlich sind Tabletten erhältlich, die das Enzym DAO in konzentrierter Form enthalten.
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