Scheidenentzündung: Vaginitis – wenn es juckt und brennt

19.04.2012 , Autor:Gerlinde Felix
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Entzündungen im Scheidenbereich sind schmerzhaft und unangenehm – aber alles andere als peinlich. Jetzt hilft nicht verstecken, sondern handeln!

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Vaginitis Scheiden-Entzündung: Scheidenentzündungen sind alles andere als angenehm - schämen braucht man sich für sie allerdings nicht
Keine Bange, eine Vaginitis hat nichts mit mangelnder Hygiene zu tun © Shutterstock
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Wenn das mikrobakterielle Gleichgewicht im intimsten Bereich einer Frau nicht mehr stimmt, kann das sehr unangenehm werden. Juckreiz und Brennen im Scheidenbereich, weißer bröckeliger Ausfluss sowie Schmerzen beim Wasserlassen sind typische Symptome einer Vaginitis, also einer Scheiden-Infektionen. Bei einer bakteriellen Vaginose riecht der Ausfluss charakteristischerweise nach Meeregetier – für die betroffenen Frauen ist das alles sehr unangenehm.

Normalerweise haben wir zwei wirkungsvolle Schutzmechanismen gegen Infektionen und Verletzungen, die den weiblichen Geschlechtshormonen Östrogen und Gestagen zu verdanken sind: Das sind einmal Milchsäurebakterien (Döderlein-Bakterien oder Laktobazillen), die ein saures Scheidenmilieu erzeugen. Und wir haben eine erhöhte Widerstandfähigkeit der Scheidenhaut gegenüber Erregern. Doch folgende Faktoren beeinträchtigen die natürlichen Schutzmechanismen:

  • Hormonveränderungen sowie Östrogenmangel,
  • Antibiotika,
  • Stress (lokale Abwehrschwäche),
  • eine Zuckerkrankheit,
  • Medikamente wie die Antibaby-Pille oder Kortison,
  • übermäßige Intimpflege mit Produkten, die das Scheidenmilieu weniger sauer machen,
  • eine Überempfindlichkeit gegen Latex (z.B. latexhaltige Kondome),
  • zu eng sitzende oder synthetische Slips,
  • Menstrualblut, das den Säuregrad des Scheidenmilieus verringert,
  • Verhütungsmittel wie die Spirale,
  • Tumore in der Scheide oder Unterkühlung können die natürlichen Schutzmechanismen stark schwächen

Bei derartigen Beeinträchtigungen der natürlichen vaginalen Schutzmechanismen drohen Ihnen eine Vaginitis oder eine bakterielle Vaginose.

Die Vaginitis ist weit verbreitet
Eine Scheidenentzündung entsteht durch Bakterien (Gardnerella vaginalis, Streptokokken, Staphylokokken, Kolibakterien und andere), Viren (Herpes genitalis und Humane Papillom-Viren), Pilze wie den Hefepilz Candida albicans oder Parasiten wie die Trichomonaden. Das sind kleine Geißeltierchen. Diese Erreger können Sie sich beim Sex, durch die gemeinsame Verwendung von Handtüchern und Badesachen, in der Sauna, im Whirlpool oder Schwimmbad einfangen. Viele Frauen tragen kleine Mengen des einen oder anderen Begleiter auch im gesunden Zustand in ihrer Scheide und sind völlig beschwerdefrei. Das ändert sich, wenn die jeweiligen Erreger die Chance bekommen, sich stark zu vermehren.

Sollte es sich um Bakterien oder Trichomonaden handeln, helfen Antibiotika. Gegen virale Infektionen können Sie nur Virusstatika, d.h. Virushemmstoffe, einsetzen, um die Infektion in Grenzen zu halten. Aber das Virus bleibt. Wenn Sie eine Pilzinfektion haben, sind Antimykotika wirksam. Es gibt sie als Tablette (lösen sich mitunter nicht ganz auf), Zäpfchen und jeweils in Kombination mit einer Creme. Bei Erregern, die auf den Geschlechtspartner übertragen werden, ist es sinnvoll, dass sich dieser ebenfalls behandelt.

Bakterielle Vaginose erhöht Frühgeburtenrisiko
Die bakterielle Vaginose ist die häufigste mikrobiologische Störung des Scheidenmilieus. Sie entsteht, wenn sich Gardnerella vaginalis und andere Keime wie z.B. Prevotellaarten und Mykoplasmen in Ihrer Scheide im Übermaß tummeln. Gefördert wird diese mikrobiologische Verschiebung durch Stress. Die Symptome sind sehr ähnlich zu jenen der Vaginitis mit der Ausnahme, dass der grau-weiße, homogene Ausfluss ein fischiges Odeur vertrömt. Allerdings tritt dieser typische Ausfluss nur bei 50 Prozent der betroffenen Frauen auf. Anhand von vier Punkten, von denen drei zutreffend sein müssen, kann der Gynäkologe eine Diagnose stellen:

 

  1. Grau-weißer Ausfluss
  2. ein Säurewert über 4,5
  3. fischartiger Geruch des Ausflusses
  4. ein deutlich erkennbare, sogenannte Schlüsselzellen unterm Mikroskop. 

 

Erhöhtes Risiko einer Frühgeburt
Jede 5. bis 10. Schwangere hat eine bakterielle Vaginose. Sie erhöht das Risiko für gynäkologische Infektionen wie eine Eileiterentzündung oder eine Entzündung der Schleimhaut des Gebärmutterhalses sowie das Risiko einer Frühgeburt. In 10 bis 20 Prozent der Fälle heilt die bakterielle Vaginose von allein aus – das Rückfallrisiko ist dann jedoch groß. Am besten lassen Sie sich medikamentös behandeln. Die Erreger sprechen auf Antibiotika (als Tabletten oder Zäpfchen) wie Clindamycin (auch als Vaginalcreme), Metronidazol oder Nifuratel an.

Die normale Scheidenflora regenerieren
Ist der Erreger bei einer Vaginitis und Vaginose beseitigt, müssen Sie Ihre Scheidenflora mit Döderleinbakterien, lokal anwendbaren Vitamin C-haltigen Präparaten und östrogenhaltige Medikamenten regenerieren. Verzweifeln Sie nicht, auch wenn z.B. eine Scheidenpilzinfektion im nächsten Zyklus wieder auftritt. Irgendwann ist Schluss damit. Tägliches Handtuchwechseln, Trockenföhnen des Genitalbereichs und pH-stabilisierende Waschlotionen mit Milchsäurezusatz helfen dabei.

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