Kampf gegen Diabetes Wehret dem Blutzucker!

28.02.2012 , Autor:Gerlinde Felix
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Wenn der Arzt Ihre Blutwerte untersucht, ist der Blutzucker zumeist mit dabei. Da hat einen guten Grund: Ein erhöhter Blutzuckerwert weist auf eine Diabetes hin

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Diabetes Blutzucker Blut: Zu viel Zucker schadet Ihrem Körper
Gefährliche Leckereien: Wer seine Bauchspeicheldrüse überlastet, riskiert riskiert Diabetes © Shutterstock
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Schokoriegel, Nudeln, Honig: Wenn Sie gerade die Dinge essen, die Ihnen besonders gut schmecken, führen Sie Ihrem Körper in der Regel eine Flut einfacher oder komplexer Kohlenhydrate zu. Verdauungsenzyme bauen größere Bausteine zu kleineren Einfachzuckern wie Glukose und Fructose (Fruchtzucker) ab, die durch die Darmwand ins Blut gelangen. Glukose ist einer der wichtigsten Energieträger im Körper.

Doch wie gelangt der in Ihrem Blut schwimmende Zucker in die Zellen? Dafür wird eigens das berühmtberüchtigte Insulin von der Bauchspeicheldrüse freigesetzt und zwar bedarfsgerecht. Es sorgt dafür, dass die Zellen von Gehirn, Muskeln, Fettgewebe, Leber und anderen Organen ihre Pforten öffnen und die Glukose ins Zellinnere gelangen kann. Dadurch sinkt der Blutzuckerspiegel wieder. Und das ist gut so. Bleibt nämlich der Glukosespiegel in Ihrem Blut erhöht, dann kommt es zu ersten biochemischen Veränderungen in den Blutgefäßen, die arteriosklerotische Ablagerungen und auch Nervenschädigungen begünstigen.

Und damit sind auch schon Mengen gemeint, die an der Grenze von normal und leicht erhöht liegen. Die durch Zuckereinfluss verursachten Veränderungen fördern eine chronische Entzündung in der Blutgefäßwand. Außerdem hemmen erhöhte Blutzuckermengen die Produktion von Stoffen, die anti-entzündliche Eigenschaften haben. Besonders anfällig für Schäden: die kleinen Gefäße der Augen und der Nieren.


Körperzellen werden zunehmend ignorant  
Wenn Ihre Bauchspeicheldrüse Insulin in ausreichender Menge ausschüttet und die Körperzellen gut darauf ansprechen, ist Ihr Blutzuckerwert ganz normal, d.h. er beträgt maximal 100 Milligramm pro Liter (mg/dl) Blut. So weit so gut. Doch Übergewicht, Bewegungsmangel und Stress bringen dieses Gleichgewicht außer Tiit: Die Wirkung des Insulins nimmt ab. Übrigens nicht nur Ihre Lieblings-Schoki, auch die Schlafqualität, Depressionen und manche Medikamente können die Entstehung eines Typ-2-Diabetes fördern oder einen bereits bestehenden Diabetes verschlechtern. Ein entsprechendes Risiko besteht z.B. bei Antidepressiva, bei der Antibabypille und vor allem bei hoch dosiertem und über längere Zeit eingenommenem Kortison.

Die Körperzellen ignorieren dann das Insulinsignal im Laufe der Zeit immer mehr, sprechen also immer weniger darauf an. Es liegt eine zunehmende Insulinresistenz vor. Anfangs gelingt es dem Körper, durch vermehrte Insulinproduktion den Blutzuckerspiegel zunächst weitgehend im Normbereich zu halten. Der Nüchternblutzuckerwert ist in dieser Phase noch völlig "normal" oder nur leicht erhöht. Doch schreitet dieser Mechanismus häufig über die Jahre weiter fort.

In der nächsten Phase (Prädiabetes), der Phase der gestörten Glukosetoleranz, sind die Zellen gegenüber Insulin bereits derart resistent und die insulinproduzierenden Zellen am "Ende ihrer Kräfte" angelangt, dass der Organismus Glukose-Spitzenwerte nach dem Essen nicht mehr auffangen kann. Die Insulinproduktion ist stark gesteigert, reicht aber nicht mehr, um die erhöhten Blutzuckerwerte ausreichend zu senken. Steigen die Nüchternblutzuckerwerte auf 120 Milligramm pro Liter und mehr, dann ist es geschehen: Mann spricht  von Typ 2-Diabetes. Früher nannte man dieses Typ auch gerne Alters-Diabetes, da allerdings immer mehr junge Menschen (sogar Kinder!) zu viele Pfunde mit sich herum tragen und daran erkranken, ist dieser Begriff mittlerweile irreführend.

Änderungen der Lebensgewohnheiten senken Blutzuckerspiegel
Sie fragen sich wahrscheinlich, ob Sie diese Veränderungen nicht bemerken können. Doch Typ-2-Diabetes entwickelt sich schleichend, manchmal fehlen Beschwerden ganz, mitunter tritt Müdigkeit auf, die Haut juckt und ist trocken oder Wunden verheilen schlecht. Es ist – vor allem, wenn Sie Risikofaktoren wie Übergewicht, Bluthochdruck oder andere Familienmitglieder an Typ 2-Diabetes leiden – auch bei normalen oder grenzwertigen Blutzuckerwerten sinnvoll, einen Glukosetoleranztest beim Arzt machen zu lassen. Dieser Test überprüft die Fähigkeit des Körpers, Zucker abzubauen bzw. aus dem Blutkreislauf zu entfernen.

Übrigens: Sie können mit dem Diabetes-Risiko-Test des Deutschen Forschungszentrums für Ernährung in Potsdam (DIfE) Ihr Diabetesrisiko einfach und kostengünstig selbst bestimmen.

 

Risiko minimieren, üble Angewohnheiten abstellen
Doch was können Sie tun, wenn Sie langfristig nicht zu den schätzungsweise acht Millionen Typ 2-Diabetikern und 15 Mllionen Prä-Diabetikern – allein in Deutschland – gehören wollen, die gravierende Folgeschäden fürchten müssen? Durch geeignete Änderungen der alltäglichen Lebensgewohnheiten können Sie Ihr Risiko, dass sich bei Ihnen aus einer gestörten Glukosetoleranz eine Zuckerkrankheit entwickelt, um knapp 60 Prozent senken. Ihr Blutzuckerspiegel sinkt durch:

  • Abnehmen: eine Gewichtsreduktion um fünf Prozent (natürlich nur bei Übergewicht)
  • Bewegen: Vier Stunden körperliche Aktivität pro Woche, denn Bewegung sorgt dafür, dass Insulin wieder besser wirken kann und die energieverbrauchende Muskelmasse zunimmt
  • Ballast: die Aufnahme von 15 g Ballaststoffen pro 1000 Kilokalorien
  • Weniger Fett: eine Reduktion der Fettzufuhr auf maximal 30 Prozent der täglichen Energieaufnahme,
  • ungesättigte Fettsäuren: statt gesättigter Fettsäuren ungesättigte Fettsäuren (z.B. in Sojaöl, fetter Fisch wie Lachs, Nüsse, Avocados, Oliven, Samen) verzehren. 
  • Stressabbau: z.B. durch Entspannungsmaßnahmen

Darüber hinaus sollten Sie auf eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D achten, denn Menschen mit einer guten Vitamin-D-Versorgung haben offenbar ein geringeres Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken als andere.

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