Brustkrebsrisiko Brustkrebs vorbeugen – geht das?

11.03.2016 , Autor:Kirsten Segler
© WomensHealth.de

Viele Frauen haben Angst vor Brustkrebs, aber kaum eine weiß, wie hoch ihr individuelles Risiko tatsächlich ist. Wie Sie das herausfinden und was Sie aktiv tun können, um es zu senken, lesen Sie hier

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Brustkrebs vorbeugen: Brustkrebs vorbeugen – geht das?
Bei 57.000 Frauen wird pro Jahr Brustkrebs neu diagnostiziert © Syda Productions / Shutterstock.com
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Kylie Minogue, Sylvie van der Vaart, Anastacia, Christina Applegate ... angesichts dieser nicht einmal vollständigen Liste von Stars mit Brustkrebs könnte man meinen, die Erkrankung würde unter jungen Frauen wie eine Epidemie grassieren. Deshalb erst einmal die gute Nachricht vorneweg: "Brustkrebs ist trotz allem selten, vor allem unter jungen Frauen", beruhigt Ingrid Mühlhauser, Professorin für Gesundheitswissenschaften an der Univer­sität Hamburg und Expertin für den Nutzen von Vorsorgemaßnahmen. "Ich will die Erkrankung nicht kleinreden, aber es besteht auch kein Grund für Frauen, ihre Brüste ständig ängstlich zu beobachten." Dennoch: Spätestens als Sylvie van der Vaart nach ihrer Chemotherapie mit ultrakurzen Haaren ins Rampenlicht zurückkehrte, erwachte auch bei bisher entspannten Gemütern die Frage: "Wie groß ist eigentlich mein Risiko?"

Wie hoch ist das Brustkrebsrisiko wirklich?
Das statistische Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, liegt bei 10 Prozent, wenn man die gesamte Lebensspanne einer Frau bis zum Ende der durchschnittlichen Lebenserwartung von derzeit 82 Jahren betrachtet. "Das heißt: Von 100 heute 20-jährigen Frauen bekommen 10 irgendwann in ihrem Leben Brustkrebs", erläutert Mühlhauser. Weil diese Krebsart in jungen Jahren jedoch meist deutlich aggressiver ist, muss das Risiko in verschiedenen Lebensabschnitten einzeln betrachtet werden. Bei den unter 30-jährigen trifft es gerade mal 3 von 10.000 Frauen. Zwischen 30 und 40 ist die Wahrscheinlichkeit, Brustkrebs zu bekommen, zwar schon deutlich größer, aber mit 3 von 1000 immer noch viel geringer als das gefühlte Risiko. "Das merkt man, sobald es umgekehrt ausgedrückt wird: 997 von 1000 Frauen bekommen in diesem Alter keinen Brustkrebs", sagt Mühlhauser. In den späteren Dekaden liegt das Risiko jeweils bei etwa 3 von 100, doch in diesen Altersgruppen kommt es laut Mühlhauser durch sogenannte Überdiagnosen gerade zu einem Anstieg der Zahlen.
 

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Brustkrebs vorbeugen – geht das?

28 Prozent aller Krebsfälle bei Frauen betreffen die Brüste. Es ist bei ihnen damit die häufigste bösartige Erkrankung

© Karramba Production / Shutterstock.com

Wird Brustkrebs vererbt?
Die Risikoabschätzung muss sich auch dann nicht unbedingt ändern, wenn jemand in der Verwandtschaft an Brustkrebs erkrankt ist. Nur 5 bis 10 Prozent aller Fälle sind familiär bedingt, was bedeutet, dass genetische Fehler vorliegen, die weitervererbt werden. Verdacht auf eine geerbte Veranlagung für Brustkrebs besteht zum Beispiel dann, wenn Mutter oder Schwester bei der Diagnose jünger als 36 waren oder wenn bei 2 oder mehr erkrankten nahen Verwandten eine davon jünger als 50 war. Bedenklich sind auch Fälle von beidseitigem Brustkrebs und ganz besonders solche, bei denen Brust- und Eierstockkrebs gemeinsam auftreten. Ob das aber auch Ihr eigenes Risiko erhöht, kann nur in einer Analyse durch Fachleute ermittelt werden. Lassen Sie Ihre Gene also nicht bei irgendeiner Internetfirma untersuchen, sondern wenden Sie sich an eine anerkannte genetische Beratungsstelle.

Wo kann ich mein Brustkrebsrisiko bestimmen lassen?
Bis zu 10 Prozent der Brustkrebsfälle sind familiär bedingt, also durch geerbte Genver­änderungen ausgelöst. "Die familiären Häufungen folgen überwiegend einem dominanten Erbgang, das heißt: Die Chance der Schwestern und Töchter von Betroffenen, die Veranlagung nicht zu haben, liegt bei 50 Prozent", sagt Professor Sabine Rudnik-Schöneborn vom Institut für Humangenetik an der Uni­klinik Aachen. Doch nur die Hälfte der genetisch bedingten Fälle geht auf eines der 2 Brustkrebsgene zurück, und nur dann kann ein Test Entlastung bringen. Aber eben auch böse Neuigkeiten: So erhöht zum Beispiel ein mutiertes BRCA1-Gen das Risiko für Brustkrebs auf 80 und für Eierstockkrebs auf 45 Prozent.

Bei einem begründeten Verdacht zahlen die Krankenkassen den sehr teuren Test, der per Blutabnahme erfolgt. Anerkannte human­genetische Beratungsstellen sind dafür zuständig, Adressen in Ihrer Nähe gibt es unter gfhev.de.

Wird ein verändertes BRCA-Gen gefunden, sollte sich Rat von Spezialisten geholt werden (krebshilfe.de/brustkrebszentren.html). Sie helfen Betroffenen, eine für sie stimmige Entscheidung über das weitere Vorgehen zu finden. "Viele denken sofort an das Abnehmen beider Brüste, dabei muss man eher über die Entfernung der Eierstöcke nachdenken", sagt Rudnik-Schöneborn. "Für diesen Krebs gibt es nämlich keine Möglichkeit der Früh­erkennung." Zugleich senkt die Operation die Gefahr für die Brüste um die Hälfte. Diese können zudem engmaschig mit Röntgen-, Ultraschall- und Kernspin-Untersuchungen überwacht werden – Überdiagnosen wären in dieser Lage das kleinere Übel.

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Brustkrebs vorbeugen – geht das?

Wer seine Brüste selbst abtasten möchte, sollte dies am besten nach sorgfältiger Anleitung tun – etwa durch einen Mammacare-Kurs

© Artem Furman / Shutterstock.com

Wie wirken sich Hormone auf das Brustkrebsrisiko aus?
Vor allem das Östrogen spielt für das Brustkrebsrisiko eine Rolle. Viele Frauen spüren sehr deutlich, dass das Auf und Ab der Zyklushormone auf ihre Brüste einwirkt. Tatsächlich erhöht es auch das Tumorrisiko, diesem Wechselspiel länger ausgesetzt zu sein als der Durchschnitt. So ist eine frühe erste Regel (vor dem Alter von 12 Jahren) mit einem höheren Risiko verbunden, als wenn die Menstruation erst mit 14 oder später eingesetzt hat. Das individuelle Risiko erhöht sich auch bei Frauen, die spät in die Wechseljahre kommen oder kinderlos bleiben. Je mehr Babys eine Frau bekommt, desto mehr sinkt für sie die Wahrscheinlichkeit, Brustkrebs zu bekommen, sei es vor oder nach den Wechseljahren. Dieser Effekt zeigt sich sogar bei erblich belasteten Frauen. Das Risiko sinkt weiter, je früher in ihrem Leben eine Frau gestillt hat und je länger insgesamt. US-­Forschern zufolge würde es 25 Prozent weniger Brustkrebsfälle geben, wenn alle Frauen in ihrem Leben insgesamt 24 Monate stillen würden, schreibt die Autorin Lilo Berg in dem von der Deutschen Krebshilfe empfohlenen Buch "Brustkrebs – Wissen gegen Angst" (Goldmann Verlag, um 10 Euro). Als Ursache wird vermutet, dass der Zyklus während Schwangerschaft und Stillzeit ruht.

Beim Thema hormonelle Verhütung ist ein leicht erhöhtes Risiko erkennbar für die Zeit, in der Pille & Co. angewendet werden, sowie für die 10 darauffolgenden Jahre. Deutlich gefährlicher allerdings sind die Hormone gegen Beschwerden der Wechseljahre. "Man sollte sie, wenn überhaupt, nicht länger als notwendig nehmen", empfiehlt Professor Jenny Chang-Claude, Epidemiologin am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Während Sie also wichtige Faktoren kaum beeinflussen können (oder würden Sie nur zum Wohle Ihrer Brüste Kinder in die Welt setzen?), können Sie bei Verhütung und Medikamenten aktiv mit­entscheiden. Und nicht nur dort.

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Übergewicht begünstigt den Brustkrebs

© wavebreakmedia / Shutterstock.com

Welche Rolle spielt die Ernährung bei Brustkrebs?
Auch die Ernährung beeinflusst die Hormone. Wichtig ist hier vor allem ein gesundes Gewicht. Die gleichen Hormone, die Fettzellen mästen, können nämlich auch Tumorzellen wachsen lassen. Bei leichtem Übergewicht müssen Sie sich aber natürlich nicht verrückt machen. "Erst bei Fettleibigkeit, also ab einem BMI von 30, erhöht sich deutlich das Risiko für Brustkrebs nach den Wechseljahren", sagt Chang-Claude. Grundsätzlich ist vor allem kindliches Übergewicht kritisch, weil es den Stoff­wechsel verändert und die Ausschüttung von Wachstumshormonen übermäßig anregt. Aus dem gleichen Grund sehen einige Wissen­schaftler auch Milchprodukte kritisch. Die Zusammensetzung von Milch ist von Natur aus darauf optimiert, Wachstum zu fördern – und zwar in dem Maße, wie es ein Kalb braucht, das sein Körpergewicht innerhalb von 40 Tagen verdoppelt. Für den menschlichen Körper sei das einfach zu viel, vor allem für Babys. Es gibt viele Hinweise, die diese Argumentation unterstützen. So sind Kinder, die gestillt wurden, im Schnitt nicht nur schlanker als Flaschenkinder und bleiben es auch als Erwachsene, sondern erkranken später auch seltener an Brustkrebs. "Es gibt tatsächlich Indizien dafür, dass Milchkonsum für die Entwicklung von Übergewicht und Brustkrebs eine Rolle spielt", meint Expertin Chang-Claude. Die Datenlage sei aber alles andere als klar. Ähnlich schwierig ist es zu beurteilen, wie sehr Kohlenhydrate das Brustkrebsrisiko beeinflussen. Viel Brot, Müsli, Nudeln, Reis, Kartoffeln und Zuckerzeug zu essen zwingt den Körper dazu, das Wachstumshormon Insulin im Übermaß auszuschütten – und das kann eben auch auf Krebszellen einwirken.

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Fett hat dagegen als Bösewicht inzwischen ausgedient. Entscheidend ist nicht, wie hoch der Fettanteil in der Ernährung ist, sondern ob die tägliche Kalorienzufuhr insgesamt über dem Verbrauch liegt. Und das macht Gemüse und Obst weiterhin wertvoll für eine gesunde Ernährung, selbst wenn der direkte Einfluss auf das Krebsrisiko Studien zufolge offenbar geringer ist als erwartet.

Beim Hype um einzelne Lebensmittel wie grünem Tee oder Granatäpfeln machen Epidemiologen wie Chang-Claude kaum mit. Denn für eine Krankheit wie Krebs, die sich über Jahrzehnte entwickelt, lassen sich die Effekte nur schwer ermitteln. Das gilt auch für Soja. Weil die Bohnen reich an Phyto­östrogenen sind, könnten sie theoretisch das Brustkrebsrisiko senken – doch die Daten sind nicht eindeutig. "Wir vermuten, dass Soja diese Wirkung nur bei einer regelmäßig hohen Zufuhr entwickeln kann, und zwar auch schon in jungen Jahren", sagt Chang-Claude. Inzwischen hat jedoch eine andere Klasse der Phytoöstrogene die Aufmerksamkeit der Forscher geweckt: die Lignane. Sie kommen vor allem in Getreide und Samen vor und werden derzeit intensiv untersucht. "Es gibt noch Forschungsbedarf, vor allem darüber, wie viel Lignane man zu sich nehmen sollte", erklärt Chang-Claude. "Aber wir haben deutliche Hinweise auf eine Schutz­wirkung bei Brustkrebs, insbesondere nach den Wechseljahren."

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Brustkrebs vorbeugen – geht das?

1000 bis 2000 Frauen zwischen 50 und 60 müssten mehr als 10 Jahre lang am Mammografie-Screening teilnehmen, damit eine vor dem Brustkrebstod bewahrt werden kann

© muratart / Shutterstock.com

Was kann man tun, um sein Brustkrebsrisiko zu senken?
Außer auf Ihr Gewicht zu achten, gibt es noch mehr, was Sie selbst tun können, um Ihr individuelles Brustkrebsrisiko zu senken. Den üblichen Verdächtigen Tabak, Alkohol und den Giften, die beim Grillen von Fleisch entstehen können, gehen Sie auch Ihrer Brüste zuliebe besser aus dem Weg. Ebenfalls ein alter Bekannter ist einer der wichtigsten Faktoren, die das Brustkrebsrisiko senken: Bewegung. Sie reguliert den Insulinspiegel, hält das Gewicht im gesunden Bereich und stärkt das Immunsystem, welches entartete Zellen ausmustern soll, bevor daraus Krebs wird. Doch Vorsicht: Wer es mit dem Sport übertreibt, schwächt die Abwehr eher. Ein Hinweis auf Übertraining können häufige Erkältungen sein.

Vitamin D als Schutzschild gegen Brustkrebs
Die Stärkung des Immunsystems ist wohl auch der Grund, warum Sonnenlicht mit einer Senkung des Brustkrebsrisikos verbunden ist. Es regt nämlich die Bildung von Vitamin D in der Haut an, das trotz seines irritierenden Namens ein Hormon ist. Sowohl in der berühmten amerikanischen Nurses' Health Study als auch in der deutschen MARIE-Studie ermittelten die Forscher ein um rund 30 Prozent gesenktes relatives Risiko bei Frauen, die einen ausreichend hohen Vitamin-D-Spiegel haben. Als gut gilt die Versorgung dann, wenn der Blutwert mindestens 30 Nanogramm pro Milliliter beträgt (ein Test beim Hausarzt kostet etwa 25 Euro). Wenn Sie Ihre Eigenproduktion ankurbeln wollen, müssen Sie sich bis zum Frühling gedulden, da die UVB-Strahlen in Deutschland nur von April bis September kräftig genug für die Vitamin-D-Bildung sind. In dieser Jahreshälfte sollten dann vor allem Büroarbeiter zum Sonnensammler werden, um sich einen Wintervorrat anzulegen. Einen Sonnenbrand dürfen Sie dabei trotzdem nie riskieren, denn der schadet nicht nur Ihrer Haut, sondern auch dem Immunsystem.

Allein über die Ernährung kommt man nicht an die empfohlenen Werte ran, allenfalls mithilfe von Tabletten. Unter Experten gilt derzeit die Einnahme von täglich 2000 IE (Internationale Einheiten) als sicher und auch ausreichend, um nach und nach einen guten Blutspiegel aufzubauen und zu halten. Ob das künstliche Tabletten-D jedoch die gleiche Schutzwirkung hat wie das selbst gemachte Sonnen-D, ist noch nicht erwiesen.

Nippel-Fakten

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Ein Zuviel an Vorsicht kann auch kontraproduktiv sein
Zum Schluss bleibt die schwierigste Frage: Rettet es Ihre Brüste und Ihr Leben, wenn Sie sehr genau auf Veränderungen bei Ihrem Doppelpack achten und sie regelmäßig untersuchen lassen? Leider gibt es darauf nur in den seltensten Fällen eine eindeutige Antwort. "Je mehr man sucht, desto mehr findet man auch", sagt Expertin Mühlhauser. Im Extremfall können Betroffene eine Brust verlieren, mit der es nie Probleme gegeben hätte. Oder sterben, weil ein Tumor viel zu spät entdeckt wird. Mit dem Thema Mammografie müssen sich junge Frauen noch nicht beschäftigen, weil das Brustgewebe für diese Röntgen­untersuchung ohnehin zu dicht ist. Andere bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder Kernspin werden nur bei begründetem Verdacht angewandt. Wer mehr will als ein jährliches Abtasten der Brüste beim Frauenarzt, muss selbst Hand anlegen; am besten nach sorgfältiger Anleitung etwa durch einen Mammacare-Kurs (mammacare. de), bei dem auch am Silikonmodell geübt wird. Der beste Zeitpunkt für das Abtasten ist gleich nach der Regel, dann ist das Gewebe am weichesten. Expertin Mühlhauser weist aber darauf hin, dass der Gedanke "Wenn ich konsequent alles mitmache, bin ich vor Brustkrebs sicher" falsch ist. Jede Frau muss daher selbst entscheiden, welchen Untersuchungen sie sich unterziehen will – ohne überredet zu werden und ohne sich irgendwelche Vorwürfe anhören zu müssen.

Die Tücken der Früherkennung – Ein Interview
Gesundheitswissenschaftlerin Professor Ingrid Mühlhauser erklärt, warum immer gründlichere Untersuchun­gen der Brust – auch das übliche Abtasten – ein zweischneidiges Schwert sind.

WH: Warum sehen Sie das Brustkrebs-Screening so kritisch?

Prof. Mühlhauser: Immerhin hat dieses Screening eine bessere Qualität der Mammografie-Untersuchung gebracht. Doch es ist fraglich, ob der Nutzen der Maßnahme tatsächlich größer ist als ihr Schaden. Denn bei dieser wie auch bei allen anderen Untersuchungs­methoden werden viele Auffälligkeiten gefunden, die ungefährlich sind.

WH: Was ist daran problematisch?
Prof. Mühlhauser:
Es sorgt mindestens für eine starke psychische Belastung der Frau, führt aber sehr oft auch zu weiteren Eingriffen wie einer Gewebeentnahme. Doch selbst wenn dabei ein Krebsherd entdeckt wird, muss das nicht heißen, dass dieser je bedrohlich werden würde oder auch nur Beschwerden verursacht. Weil man aber in diesem frühen Stadium nicht weiß, welche Krebsherde potenziell gefährlich sind, ist die betroffene Frau dann eine Krebs­patientin und wird sehr belastenden Therapien ausgesetzt – womöglich völlig unnötig.

WH: Gelten solche Bedenken auch für das Abtasten?
Prof. Mühlhauser:
Leider sogar noch mehr. Es wurden 2 große, sehr gründliche Studien gemacht, und zwar in Russland und China, weil das Abtasten dort nicht üblich ist. Die Hälfte der Frauen hat an Modellen mit und ohne Knötchen geübt. Besser kann man es nicht lernen! Aber trotzdem blieb die Zahl der Brustkrebs-Todesfälle genauso hoch wie bei den Frauen, die sich nicht systematisch abtasten. Es gab also keinen Vorteil, aber alle geschilderten Nachteile. Denn je besser sich die Frauen abtasten, desto mehr finden sie auch.

WH: Aber will man nicht genau das erreichen?
Prof. Mühlhauser:
Nur wenn man dann auch die Möglichkeit hat, zwischen gefährlichen und ungefährlichen Befunden sicher zu unterscheiden. Sonst ist der Schaden durch Übertherapie größer als der Nutzen und das Abtasten als Methode der Früherkennung derzeit nicht zu empfehlen. Tatsächlich tun das viele Fachgesellschaften auch nicht mehr – sie trauen sich aber auch nicht, davor zu warnen.

WH: Was soll eine junge Frau denn dann tun, wenn sie sich schützen will?
Prof. Mühlhauser:
Vorsicht, das ist ein Missverständnis! Es gibt keine Früherkennung, die vor Krebs schützt. Sie kann ihn bestenfalls zeitig entdecken. Und offenbar ist es so, dass gefährliche Krebsherde durch Abtasten nicht früher gefunden werden als durch Zufall, wie etwa unter der Dusche. Mein Rat an die jungen Frauen ist einfach: Erfreut euch an Euren Brüsten ohne Angst. Aggressiver Brustkrebs ist selten.

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