Extra-Vorsorge mit iGeL Diese Untersuchungen brauchen Sie (nicht)

18.04.2012 , Autor:Gerlinde Felix
© WomensHealth.de

Sie können (oder besser: müssen) mehr für sich tun, als Krankenversicherungen an Vorsorge- und Früherkennungsmaßnahmen bezahlen – in Form von iGeL. Aber aufgepasst: Nicht alles was möglich ist, ist auch nötig

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Igel Leistungen Gesundheit: Zusätzliche Gesundheitsleistungen – Notwendig oder reine Abzocke?
Sind die vorgeschlagenen Zusatzleistungen nötig oder doch nur reine Abzocke? Prüfen Sie genau, welche Untersuchungen Sie brauchen, und wann Ihnen Ihr Arzt lediglich an den Geldbeutel will © Shutterstock
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Rosarot schimmert die Erinnerung aus den 80er Jahren, als Ärzte in ihren Praxen – einem medizinischen Schlaraffenland gleich – dem Patienten jede Leistung von den Lippen lasen, um anschließend die Rechnung darüber an die Krankenkassen zu leiten. Ohne dass der Patient etwas davon wusste, in Vorleistung treten, geschweige denn sich daran beteiligen musste! 

Vorbei. Willkommen im jetzt und da heißt die Realität IGeL. Das sind selbst zu bezahlende individuelle Gesundheits-Leistungen des Patienten, die im Zusammenhang mit der persönlichen Lebensweise (z.B. sportmedizinischer Fitnesstest) stehen oder die persönliche Gesundheitsvorsorge (z.B. Mammografie) verbessern sollen. Besteht von ärztlicher Seite ein Verdacht auf eine Erkrankung oder eine genetische Disposition für eine Krankheit (z.B. Brustkrebs), bezahlt die gesetzliche Krankenversicherung die Leistung. Doch nicht alles was an IGeLn angeboten wird, ist sinnvoll. Damit Sie für sich selbst Klarheit bekommen, ob eine bestimmte individuelle Gesundheitsleistung wichtig ist, sollten Sie überprüfen, ob Sie zur Risikogruppe gehören und sich fragen, wie groß Ihr Sicherheitsbedürfnis ist. 

Folgende IGeL könnten für Sie interessant sein:

  • Glaukom (Grüner Star)
  • Brustkrebsfrüherkennung: Mammographie der Brust und  Sono-Check
  • Knochendichtemessung zur Früherkennung von Osteoporose
  • Lungenfunktionsprüfung 
  • Der Thin-Prep-Test oder HPV-Test zur Früherkennung von Zellveränderungen im Hinblick auf Gebärmutterhalskrebs
  • Ultraschalluntersuchung des Unterleibs
  • Professionelle Zahnreinigung (PZR)
  • Sportmedizinischer Fitnesscheck
  • Reisemedizinische Beratung und Impfungen

Glaukom (Grüner Star)
Glaukom ist die Sammelbezeichnung für eine Reihe von Beschwerden, die alle auf eine Erkrankung des Sehnervs mit, aber auch ohne erhöhten Augeninnendruck zurückgehen. Heimtückischerweise kündigt sich das Glaukom nicht durch warnende Symptome an, aber es gibt eine Reihe von Risikofaktoren. Immer häufiger gibt es bei Frauen bereits im Alter von 40 Jahren Glaukome, bei denen untypischerweise ein normaler Augeninnendruck vorliegt, der Sehnerv aber nur unzureichend durchblutet ist. Die betroffenen Frauen haben häufig einen niedrigen Blutdruck. Die Untersuchung sollte eine Augendruckmessung und – ganz wichtig – eine Spiegelung des Augenhintergrundes umfassen. Der Grüne Star ist, wenn frühzeitig entdeckt, eine gut behandelbare Augenerkrankung. Unbehandelt führt er zur Erblindung. Wenn Sie sehr auf Sicherheit bedacht sind, können Sie den Check ja mal machen lassen und sich dann beruhigt zurücklehnen.
Kostenpunkt: ca. 25-30 Euro.

Brustkrebsfrüherkennung: Mammographie der Brust und Sono-Check

Wie gut eine Mammographie ist, hängt von der technischen Ausrüstung und der ärztlichen Erfahrung in der Bildbegutachtung ab. Am besten begibt man sich in Spezialeinrichtungen (z.B. niedergelassene Radiologen, Adressen bei radiologenverband.de oder direkt qrr.de, unter Tel. 089/82085728). Allerdings sollten Sie (wenn Sie keine Risikofaktoren haben) bedenken, dass die Mammografie auch mit einer gewissen Strahlenbelastung einher geht. Jüngere Frauen haben häufig ein dichtes Brustgewebe. Das macht die Mammographie weniger zuverlässig und eine ergänzende Ultraschalluntersuchung der Brust mit speziellen hochauflösenden Ultraschallgeräten nötig.

Kalkablagerungen, die Tumorvorstufen sein können, werden jedoch mit Ultraschall nicht erkannt. Die Mammografie wird ab 50 Jahren bis 69 Jahren alle zwei Jahre bezahlt. Wer bereits früher eine Mammografie und/oder einen Ultraschall machen lassen möchte, muss dies, wenn nicht entsprechende Risikofaktoren vorliegen, selbst bezahlen. Etwa 40 - 75 Euro für Beratung und eine Ultraschalluntersuchung der Brust an den Gynäkologen, und ca. 60 - bis 110  Euro für die eigentliche Mammografie an den Radiologen. Aber aufgepasst: Sono- und Mammografie ersetzen nicht die regelmäßige Selbstabtastung Ihrer Brust!

Knochendichtemessung zur Früherkennung von Osteoporose
Bei der Knochendichtemessung wird eine geringe Röntgenstrahlung durch das Knochengewebe des Oberschenkels oder der Lendenwirbelsäule geleitet. Mit einer ersten Knochendichtemessung ist abschätzbar, ob Sie Osteoporose-gefährdet sind. Die Kassen bezahlen nur bei einem begründeten Verdacht auf Osteoporose oder, wenn ein Knochen bereits gebrochen ist. Sie können die Knochendichtemessung auch machen lassen, um einen "Basiszustand" festzuhalten. Ohne Risikofaktoren muss ein Check nicht regelmäßig erfolgen.
Kostenpunkt: ca. 40-50  Euro.


Lungenfunktionsprüfung
Bei der Lungenfunktionsprüfung misst der Lungenfacharzt das Lungenvolumen und die so genannte Sekundenkapazität (Gasvolumen, das nach einer maximalen Einatmung in einer Sekunde ausgeatmet werden kann). Sie gibt frühe Hinweise auf ein Asthma bronchiale und dient der Früherkennung der häufig unerkannt bleibenden chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (kurz engl. COPD chronic obstructive pulmonary disease). Überwiegend Raucher erkranken an COPD, deshalb wichtig für aktive und passive Raucher jeden Alters. Wird COPD frühzeitig entdeckt, kann das Fortschreiten der Erkrankung gestoppt und die Symptome gelindert werden. Als Screening reicht eine Spirometrie, die einfachste Stufe der Lungenfunktionsprüfung (z.B. Atemzeitvolumen, Atemzugvolumen und Atemfrequenz). Bei Verdacht sind weitere Untersuchungen nötig.
Kostenpunkt: ca. 40 Euro.

Der Thin-Prep-Test oder HPV-Test zur Früherkennung von Zellveränderungen im Hinblick auf Gebärmutterhalskrebs
Zur gesetzlichen Vorsorge gehört einmal jährlich der Zellabstrich (Pap-Test), um mikroskopisch verdächtige Zellveränderungen aufzuspüren. Der von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlte Pap-Test ist allerdings nur dann verlässlich, wenn er regelmäßig durchgeführt wird. Lässt eine Frau drei Jahre hintereinander jährlich einen Pap-Test machen, dann liegt die Trefferquote bei 85 Prozent. Durch einen einmaligen Abstrich werden dagegen nur etwa 50 Prozent der Krebsfälle und der direkten Krebsvorstufen erfasst.

Fazit: Lassen Sie regelmäßig einen Pap-Test machen! Wenn Ihnen das nicht reicht: Beim Thin-Prep-Test können durch ein spezielles Abnahme- und Konservierungsverfahren nahezu alle abgenommenen Zellen präzise untersucht werden – und bleiben nicht am Bürstchen hängen. Wer untersuchen lassen möchte, ob er mit jenen HP-Viren infiziert ist, die gefährliche Zellveränderungen und möglicherweise Gebärmutterhalskrebs verursachen können, kann einen HPV-Test machen lassen. Ein positives Testergebnis heißt aber noch nicht, dass Sie Gebärmutterhalskrebs bekommen. Aber es bedeutet, dass die Zellveränderungen regelmäßig kontrolliert werden müssen. Wenn Sie in einer festen Beziehung leben und nach einem ersten HPV-Test wissen, dass Sie nicht infiziert sind, brauchen Sie an sich keinen weiteren HPV-Test.
Kosten: Der HPV-Test ab etwa 55-80 Euro, der Thin-Prep-Test ca. 50-55 Euro.

Ultraschalluntersuchung des Unterleibs
Bösartige Veränderungen an Gebärmutter und Eierstock sind durch eine Tastuntersuchung nur schwer feststellbar. Der Gynäkologe kann mittels Ultraschall durch die Scheide den Unterleib untersuchen. Für Gebärmutterkrebs ist die Methode zu ungenau. Und für Eierstockkrebs gilt: Im Vergleich zu den wenigen gefundenen Eierstocktumoren ist das Risiko für falsch-positive Befunde relativ hoch.
Kostenpunkt: ca. 35-80 Euro


Es gibt auch IGEL, die nicht der Früherkennung einer Krankheit dienen, sondern der Vorsorge. Dazu gehört die Professionelle Zahnreinigung (PZR). Die Kassen bezahlen einmal im Jahr eine professionelle Zahnsteinentfernung. Wer eine Intensivreinigung mit Politur der Zahnoberfläche zur Vorbeugung gegen Karies und Parodontitis und für weißere Zähne haben möchte, muss selbst bezahlen. Alle harten und weichen Ablagerungen auf Zahn- und erreichbaren Wurzeloberflächen werden entfernt. Für jeden eine ideale Ergänzung zum gründlichen Zähneputzen, um Zähne und Zahnfleisch gesund zu erhalten. Zeitlicher Abstand: ca. 6 bis 12 Monate.
Kostenpunkt: ca. 60-100 Euro (sehr variabel).


Sportmedizinischer Fitness-Check
Er überprüft, wie Ihre sportliche Leistungsfähigkeit ist und, ob Sie Risikofaktoren wie z.B. einen erhöhten Blutdruck haben, der unter sportlicher Belastung ein Problem werden könnte. Auch ein Lungenfunktionstest gehört dazu. Sie erhalten Empfehlungen für Trainingspläne. Wenn Sie älter als 35 Jahre alt, möglicherweise untrainiert sind und jahrelang keinen Sport gemacht oder Risikofaktoren wie z.B. Übergewicht oder Diabetes haben, ist ein sportmedizinischer Check vor der Aufnahme eines Trainings durchaus angebracht.
Kostenpunkt: ca. 150-450 Euro.


Reisemedizinische Beratung und Impfungen
Tropenmediziner informieren Sie darüber, welche Krankheiten vor Ort für Sie ein Problem werden könnten und wie Sie sich davor schützen – mit Impfungen und Prophylaxemaßnahmen. Kosten: Pro Impfung etwa 15 bis 60 Euro pro Impfdosis (oft drei nötig), ärztliches Beratungshonorar ca. 15 bis 20 Euro, plus Arztkosten für die Impfung ca. zehn Euro pro Impfung.

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