Allergie: Heuschnupfen früh genug bekämpfen

25.01.2012 , Autor:Gerlinde Felix
© WomensHealth.de

Wer im Frühjahr und Sommer an Heuschnupfen leidet, sollte etwa 8 bis 10 Wochen vor Beginn der Pollenflugsaison mit einer entsprechenden Therapie beginnen

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Heuschnupfen: 10 bis 20 Prozent der Bevölkerung leiden im Frühjahr und Sommer an Heuschnupfen
Eine juckende, brennende Nase und ständiger Niesreiz verdirbt Ihnen jegliche Aktivität im Freien? Dann sollten Sie etwa 8 bis 10 Wochen vor der Pollenflugsaison mit einer Therapie beginnen, um den Heuschnupfen in den Griff zu bekommen © Shutterstock
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Saisonale allergische Rhinitis (Heuschnupfen) ist eine allergisch bedingte Entzündung der Nasenschleimhaut vor allem im Frühling und im Spätsommer. Sie wird zumeist durch Blütenpollen, mitunter aber auch durch Schimmelsporen, verursacht. Die Zeit, in der Blütenpollen in der Luft sind, dauert je nachdem ein paar Wochen oder Monate. In gewisser Weise haben Sie also noch Glück, denn bei der zweiten Rhinitis-Form haben die Betroffenen das ganze Jahr über Beschwerden. Auslöser sind hier Tierhaare, Absonderungen der Hausstaubmilbe, Schimmel auf Tapeten, Topfpflanzen, Teppichen und Polstermöbeln. Auch Mehl-, Holz-, Medikamenten- und Pflanzenstaub können dazu führen, dass das Immunsystem überreagiert. Einige Studien lieferten Hinweise darauf, dass Autoabgase eine allergische Rhinitis noch verschlimmern können. Eine entsprechende Therapie beginnt in allen Fällen etwa 8 bis 10 Wochen vor Beginn der Pollenflugsaison.

Was passiert bei Kontakt mit Allergenen?
Antikörper, vor allem das Immunglobulin IgE, hängen sich an bestimmte Immunzellen, die Mastzellen, in Lunge, Haut und Schleimhäuten an. Diese Zellen setzen daraufhin Stoffe wie das Histamin frei. Das Histamin öffnet Ihre Blutgefäße, verursacht eine Rötung und geschwollene Schleimhäute. Wenn Sie wissen wollen, gegen welche Stoffe Sie allergisch sind, können Sie beim Arzt einen Allergietest (Pricktest) machen lassen: Der Arzt bringt verschiedene Allergene in Tropfenform auf der Innenseite Ihres Unterarms auf. Dann wird die Haut oberflächlich etwas angeritzt. Bei einer allergischen Reaktion bildet sich im Bereich des jeweiligen Tropfens eine Rötung, Juckreiz und es entsteht eine Schwellung (Quaddel).

Wie sich die Symptome lindern lassen

Allergien sollten Sie frühzeitig behandeln lassen. Sie verschlimmern sich  nämlich im Laufe der Zeit und die Erfolgschancen einer Behandlung verringern sich. So findet bei 30 Prozent der Heuschnupfen-Patienten innerhalb von acht Jahren ein so genannter Etagenwechsel statt. Der allergische Schnupfen wird zum allergischen Asthma. Doch was können Sie gegen eine allergische Rhinitis machen? Es gibt Medikamente, mit denen man die quälenden Symptome lindern kann. Als Basistherapie bietet sich ein Antiallergikum zum Schlucken an. Zusätzlich wird ein Mittel eingesetzt, das lokal an der Nase wirkt. Bei leichten Beschwerden reicht ein Antihistaminikum. Bei mäßigen und starken Beschwerden brauchen Sie ein lokal anzuwendendes Steroid.

Die Allergie an der Wurzel bekämpfen

Die Immuntherapie  - auch als Hypo- oder Desensibilisierung bezeichnet – macht es möglich. Hyposensibilisieren heißt, Ihr überreagierendes Immunsystem allmählich umzuerziehen. Das dauert etwa 3 Jahre lang. Bei der ganzjährigen klassischen Hyposensibilisierungstherapie (HST) wird das Allergen anfangs einmal wöchentlich, später vierwöchentlich in zunehmender Dosierung unter die Haut gespritzt. Bei der „Light-Version“ der klassischen HST beginnt die Therapie etwa 8 bis 10 Wochen vor Beginn der Pollenflugsaison. Das Allergen wird wöchentlich einmal in sieben aufeinanderfolgenden Wochen unter die Haut gespritzt. Je besser der Arzt zuvor die Verursacher-Allergene diagnostiziert hat, desto gezielter kann er auf das Immunsystem einwirken. Dann gibt es noch die „Quattro“-Therapie für Pollenallergiker. Sie kommt jährlich mit nur vier Injektionen in ein- bis zweiwöchigem Abstand vor Beginn der Pollenflugsaison aus. Möglich wird dies aufgrund einer neuen Zusammensetzung der Allergenlösung bestehend aus höher dosierten, aber „ungefährlichen“ Allergenen und einer immunstimulierenden Substanz (kurz MLP für Monophophoryl-Lipid). Die klassische Hyposensibilisierungstherapie (HST) ist wirksamer als die auf 7 Injektionen abgespeckte kleine Schwester und vermutlich auch als die „Quattro“-Therapie:  Bei 80 % der Pollenallergiker und bei 70 bis 80% der Hausstaubmilbenallergiker bessern sich die Symptome bis hin zu Beschwerdefreiheit. Wenn Sie Angst vor Spritzen haben sollten: Es gibt auch die sublinguale Immuntherapie (SLIT). Das Allergen wird in Tropfenform oder als Tablette unter die Zunge gebracht. Inzwischen liegen die Ergebnisse zweier Studien mit Gräsertabletten bei Kindern mit Heuschnupfen vor. Sie haben über bisher eine Pollensaison eine deutliche Verminderung der Symptome und des Medikamentenverbrauchs gezeigt. Wie lange die Wirkung der SLIT anhält, ist jedoch noch unklar.

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