Sex vor der Geburt: Sex in der Schwangerschaft?

13.08.2013 , Autor:Martina Jannings
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Was sollten Schwangere beim Geschlechtsverkehr beachten und hat man überhaupt Lust auf Sex mit dickem Bauch? 8 Antworten auf die drängendsten Fragen

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Sex in der Schwangerschaft: Sex in der Schwangerschaft?
So lange eine Schwangerschaft normal verläuft, kann dem Baby selbst bei leidenschaftlichen Vereinigungen nichts passieren © Shutterstock
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Sex-Stellungen

1. Darf ich Sex in der Schwangerschaft haben?
Keine Sorge – die Zeiten sind vorbei, in denen Frauenärzte werdende Eltern nachdrücklich vor Sex warnten. Heute ist erlaubt, was Ihnen und Ihrem Partner Spaß macht und nicht weh tut. So lange eine Schwangerschaft normal verläuft, kann dem Baby selbst bei leidenschaftlichen Vereinigungen nichts passieren. "Das Kind liegt gut geschützt im Fruchtwasser der Fruchtblase, so dass das Liebesspiel dem Baby nicht schaden kann", sagt Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbands der Frauenärzte. Sie müssen nicht befürchten, dass der Liebesakt eine Fehl- oder Frühgeburt auslöst. Ebenso wenig kann der Penis das Kleine verletzen. Der weibliche Körper ist so gebaut, dass Glied und Baby einander nicht berühren können.

2. Wann sollte ich auf Sex verzichten?
Wenn Sie schon einmal eine Fehl- oder Frühgeburt hatten, fragen Sie besser Ihre Frauenärztin, ob Sie bis zum letzten Akt gehen können. Das gilt auch bei einer tiefliegenden Plazenta. Selbst wenn Sie nicht miteinander schlafen, brauchen Sie und Ihr Partner jedoch keine erotische Enthaltsamkeit üben. Gegen Liebesspiele ohne Vereinigung ist nichts einzuwenden. Falls der Muttermund sich vorzeitig öffnet, können Infektionen zum Problem werden. Denn wenn Keime den Muttermund passieren, besteht die Gefahr, dass sie zur Gebärmutter wandern, die Fruchtblase schädigen und eine Fehl- oder Frühgeburt auslösen. Gynäkologe Albring rät zu Kondomen: "Sie schützen das ungeborene Kind und die Mutter vor Infektionen, die Komplikationen oder eine Frühgeburt verursachen könnten."

3. Verändert sich meine Lust, wenn ich schwanger bin?
Bei vielen Frauen kurbeln die Hormone im zweiten Drittel der Schwangerschaft die Libido an. Die Scheidenhaut bildet mehr Flüssigkeit, so wird die Vagina schneller feucht. Schamlippen und Klitoris sind besser durchblutet und dadurch leichter erregbar. Das trägt dazu bei, dass "schwangere Frauen empfänglicher sind für sexuelle Reize und sensible Berührungen", sagt die Gynäkologin Dr. Babette Ramsauer, die als Leitende Oberärztin am Vivantes-Klinikum Neukölln in Berlin arbeitet. Manchmal dauert es etwas länger, bis eine Schwangere zum Höhepunkt kommt, dann aber erlebt sie ihn oft ungewohnt intensiv. Es kommt aber auch vor, dass Frauen in anderen Umständen Schwierigkeiten haben, einen Orgasmus zu erreichen. Die körperliche Liebe muss darunter nicht leiden – viele Pärchen können im zweiten Drittel einer Schwangerschaft kaum die Finger von einander lassen. Das lässt im dritten Schwangerschaftsdrittel oft nach, wenn es wegen des dicken Bauchs immer schwieriger wird, eine angenehme Stellung zu finden.

4. Findet mein Partner meinen dicken Bauch unattraktiv?
Im Gegenteil, bei werdenden Vätern legt die Lust oft zu. Viele Männer finden es sehr erotisch, wenn eine Schwangerschaft die Brüste Ihre Partnerin voller und deren Rundungen weiblicher macht. Allerdings es gibt auch Männer, denen Vaterwerden auf die Libido schlägt – besonders am Anfang einer Schwangerschaft, wenn die Situation noch ungewohnt und viele Fragen offen sind.

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Sex in der Schwangerschaft?

Viele werdende Mütter fürchten, ihr Partner könne ihren Bauch unattraktiv finden. Gerade das Gegenteil ist meistens der Fall

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5. Bekommt mein Baby vom Sex etwas mit?
Es lässt sich nicht sagen, was ein Ungeborenes von einem Orgasmus mitbekommt. Aber warum sollte es dem Kind schlecht gehen, wenn seine Mutter sich gut fühlt? Jedenfalls setzt es das Baby nicht unter Druck, wenn Muttis Bauch beim Orgasmus hart wird. Es gefährdet das Kind auch nicht, dass die Gebärmutter nach dem Höhepunkt pulsiert. "Weder Bewegungen noch ein Orgasmus können dem ungeborenen Baby etwas anhaben", erklärt Dr. Albring. Wenn das Kleine nach Ihrem Orgasmus herumstrampelt, liegt das an Ihren erhöhten Blutdruck und dem laut klopfendem Herzen.

6. Riskiere ich mehr gefährliche Infektionen, wenn ich schwanger Sex habe?
Der Sex führt nicht zu mehr Infektionen, aber eine Schwangerschaft macht eine Frau dafür anfälliger. Denn Hormone verändern das Scheidenmilieu. Es wird weniger sauer und büßt dadurch einen Teil seiner Schutzfunktion gegenüber Bakterien ein. So können diese einfacher Fuß fassen und eine Scheideninfektion verursachen. Wenn die Bakterien den Geburtskanal heraufwandern, vermögen sie vorzeitige Wehen und eine Frühgeburt auszulösen. Kondome können davor schützen. Außerdem sollten schwangere Frauen die Intimpflege besonders behutsam ohne Seifen oder spezielle Pflegeprodukte betreiben, rät Frauenarzt Albring. "So vermeiden sie eine Störung der natürlichen Vaginalflora, die eine maßgebliche Barriere für Krankheitserreger darstellt." Männern empfiehlt er, sich vor dem Sex bei zurückgezogener Vorhaut mit Seife waschen.

7. Kann Sex Wehen auslösen?
Ja, aber erst wenn die Zeit reif für die Geburt ist. Dann können die sogenannten Prostaglandine im Sperma des Mannes dem Muttermund einen wehenauslösenden Schub versetzen. Aber auch ein Orgasmus der Frau kann das Baby auf den Weg bringen, wenn der Geburtstermin da ist. In diesem Fall leitet das Pulsieren nach dem Höhepunkt die Geburt ein. Weil Sex ein natürlicher Geburtshelfer ist, empfehlen Hebammen ihn sogar, wenn der Entbindungstermin überschritten ist und das Kind partout nicht kommen will. "In der Spätschwangerschaft, zum errechneten Geburtstermin hin, kann der Beischlaf sich wehenfördernd auswirken", bestätigt Frauenarzt Albring.

8. Welche Stellung ist mit dickem Bauch am besten?
Je dicker der Bauch, umso öfter ist er im Weg. Ideal beim Sex ist dann die Löffelchenstellung, bei der die Frau sich in den Schoß ihres Partners schmiegt. Auch beliebt: Sie liegt auf dem Rücken - am besten etwas erhöht - und er kniet vor ihr. Viele Schwangere mögen es sehr, beim Sex oben zu sein. Wenn sie auf ihm sitzt, kann sie gut steuern, wie tief und in welchem Winkel sein Penis eindringt. Gerade in der letzten Phase der Schwangerschaft empfinden viele Frauen dies als sehr angenehm. Frauenarzt Albring: "Beim Sex sollten Paare möglichst bequeme Stellungen für die Schwangere wählen und ein zu hartes männliches Eindringen vermeiden."

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